Zweiseiter : Jungs gucken

Worum es im transkribierten Comic geht

Menschen bewerten das Aussehen anderer auf unterschiedliche Weisen, ist ja klar. Das Comic basiert auf einer wahren Geschichte, die mich schon ein paar Jahre immer wieder zum Schmunzeln bringt wenn ich daran denke. Ein paar Details habe ich geändert, zum Beispiel den Ort. Auf dem Boxhagener Platz und in der Umgebung bin ich zwar aufgewachsen, aber die Geschichte ist in München passiert und nicht in Berlin.

Das Comic wurde zuerst analog angefertigt und zwar mit Bleistift auf blauem Karton gezeichnet, mit Tinte geinkt und mit Buntstiften koloriert. Der Text wurde digital mit meinem Handschriftfont angelegt. Dieser Zweiseiter erschien auch in Queerulant_in Nummer 8. Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2014-2016

Transkription des Comics Jungs gucken

  1. Ich und Matthias schoben unsere Fahrräder einen Weg im Park entlang. Ich: “Ich will Schoko”
    Matthias: “Ich auch.” Matthias kannte ich über Peter mit dem ich damals les-bi-schwule Aufklärung
    in Schulklassen machte. Ein muskulöser Jogger lief an uns beiden vorbei und wir drehten beide den
    Kopf nach ihm um.
  2. Zusammen guckten wir oft nach Jungs. Wir liefen an der Liegewiese vor bei und Matthias zeigte
    auf jemanden: “Der mit dem Nasenpiercing gefällt mir.” “Oh, ja.”, antwortete ich.
    Ich liefe vor zum Eisverkaufsdreirad. Die drei bunten Luftballons bewegten sich im Wind. Ich rief
    zu Matthias, der die Fahrräder anschloss: “Willste auch beides?”
  3. Matthias saß gemütlich auf der Bank. Ich brachte unser Eis mit Schoko und Schoko-Ingwer rüber.
  4. Ich: “Boah, lecker!” Wir schauten weiter nach den Leuten die auf der Wiese saßen. “So
    grundsätzlich…”, fragte mich Matthias, “wen findest Du eigentlich attraktiv?”
  5. Ich: “Ich mag maskulines Aussehen von Frauen und auch ihre butche Energie und feminine
    Männer. Da soll so eine gewisse Balance sein.” Ein Typ mit kleinem süßem Hündchen, Hipsterbart
    und Kaschmirpullover verdrehte unsere Köpfe als er vorbei kam. Ich dachte mir: “Na ja, und ich
    mag solche wie mich.” Wörter wie genderqueer oder non-binary kannte ich damals noch nicht.
  6. Matthias grinste: “Also für mich ist das komplett anders. Männer können gar nicht maskulin genug
    aussehen.”
  7. Von oben sah man uns beide auf der Bank sitzen. Matthias fuhr fort: “Ich mag ihre, naja, gelassen
    selbstbewusste Männlichkeit.” Wir drehten uns wirklich immer begeistert nach den gleichen
    Männern um! Wir waren nur noch zwei kleine Punkte da unten im Park und rundherum standen die
    Altbauhäuser von Friedrichshain.

MiniComic 20 : Was ist ein BarCamp?

Worum es im transkribierten Comic geht

Dieses MiniComic ist in Zusammenarbeit mit dem queerfeministischen FemCamp 2014, einem BarCamp in Wien entstanden. Es geht darum des Grundkonzept von Barcamps zu erklären. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Transkription habe ich mich für die Markierung der Geschlechtszughörigkeit (trans, cis, genderqueer, Frau, Mann) und der Rassifizierung entschieden (schwarz, asiatisch, weiß). Mir geht es um Sichtbarkeit, zum Teil ist sie aus dem Comic visuell erkennbar, zum Teil nicht. Was haltet ihr von der Umsetzung? Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2014

Transkription des Comics: Was ist ein BarCamp?

  1. Das Logo der BarCamps: wie ein nach rechts fliegender Feuerball mit einem Muster aus kleinen Spiralen.
  2. Was ist das tolle an einem BarCamp? Alles ist offen! Also fast alles … Ganz oft gibt es beim BarCamp ein übergeordnetes Thema. Vielleicht gibt es Camping und eine Bar beim BarCamp, aber das ist nicht notwendig.
  3. Ein Orgateam plant Räume, Pausen und eine offene Sessionstruktur. Drei Händen schreiben gemeinsam an den Notizen auf einen Schmierzettel.
  4. Ein Schild mit der Aufschrift: „BarCamp. Räume E, F, G.“ Darauf auch ein Pfeil der in Richtung der Räume zeigt.
  5. Teilnehmer_innen schlagen im ersten Plenum Sessions vor. Eine weisse trans Frau mit langen blonden Haaren, lackierten Fingernägeln und Armbändern schreibt mit der linken Hand einen Sessionvorschlag auf eine Karteikarte.
  6. Sie schlagen zum Beispiel Workshops vor. Eine asiatische cis Frau mit rundem Gesicht, halblangen schwarzen Haaren und einer modischen Mütze schlägt die erste Session vor. Sie lächelt und trägt eine Lederjacke über einem gestreiften Shirt.
  7. Sie schlagen Vorträge vor. Eine schwarze cis Frau mit schmalen, langen Zöpfen, die am Hinterkopf zusammengebunden sind, liest die Beschreibung für ihre Session vom einer Karteikarte ab: Bei Session 8 geht es …
  8. Sie schlagen Diskussionsrunden vor. Eine genderqueere trans Person schlägt seine Session vor. Diese Person ist weiß, hat kurze, wellige, dunkelblonde Haaren und ein kleinen Kinnbart. Die Person trägt das weißes Hemd offen über einem schwarzen Shirt und blickt etwas schüchtern drein.
  9. In einem großen Saal stellen zwei weiße Frauen die verschiedenen Sessions vor. Die eine trägt Rock und Jacket und die andere ein weites, bequemes Oberteil und Jeans. An der Tafel wurden schon einige Karteikarten befestigt sind. Im Publikum sitzen viele Menschen mit verschiedenen Zugehörigkeiten was Geschlecht und Rassifizierung angeht- jedoch ist nur ein Ausschnitt zu sehen, auf dem etwa 10, 15 zu sehen sind. Einige heben die Hand um sich zu melden oder rufen „hier ich “ in die Runde.
    Die cis Frau vor der Tafel, die einen dunklen Rock und ein helles Jacket trägt konstatiert: „okay, 14 Leute“. Die trans Frau mit langen Haaren und einem weiten Oberteil zeigt auf die Tafel und fragt: „Und wer will zu …“.
    Auf dem Plenum entscheidet sich ob und wie viele an den vorgeschlagenen Sessions Interesse haben. Je nach Raumbedarf entsteht das Tagesprogramm.
  10. In einem vergrößerten Ausschnitt der Tafel ist das beschlossene Tagesprogramm für den Nachmittag mit Karteikarten abgebildet. In den Räumen E, F und G finden Sessions mit den folgenden Inhalten statt: Netzpolitik, Sexismus, SexWatch, Far Out, Twitter, Rails Girls, Digital, Aktivismus, Privatsphäre. Auf jeder Karteikarte steht auch der Twittername, der Menschen die sie geben. Ein paar Zeitbereiche auf der Übersicht sind noch frei.
  11. Ein BarCamp ist eine Unkonferenz, es gibt Zeit und Raum für alles was sich sonst zwischen Tür und Angel ergibt. Es geht darum Neues auszuprobieren, Wissen weiterzugeben und vor allem Spaß zu haben.
  12. In den Sessions entstehen neue Ideen für weitere Sessions. Eine weisse cis Frau mit halblangen Haaren sitzt vergnügt neben einer weissen trans Frau mit glatten zurück gekämmten Haaren. Die erstere schlägt der anderen vor: „Du, lass uns das bauen …“. In Gedanken hat sie einen technischen Workshop. Drei Menschen sitzen um einen Tisch, der voll geräumt ist mit Widerständen, einem Schaltplan, einem Lötkolben und weiterem Kleinkram. Eine weisse cis Frau mit Pony und hochgesteckten Haaren beugt sich vor, während sie etwas zusammenschraubt. Rechts von ihr, greift eine weisse genderqueere Person mit unsymmetrischem Haarschnitt nach dem Lötkolben. Außerdem ist eine dritte Person mit langen dunklen Haaren von hinten zu sehen. Sie hält einen Schraubenzieher hoch.
  13. Ein fröhlich drein blickender Holzfrosch mit gemusterter Haut und bestechenden Augen ist vor dem Abspann abgebildet. Es ist der @freefrosch – ein Maskottchen des FemCamps.

Minicomic 19 : Die Hundert-Prozent-Quote

Worum es im transkribierten Comic geht

Das 8. WebComicKollektiv zum Thema Quote: Mich regen die Riesen-Jammerei wegen Mini-Frauenquote und das Weglassen der anderen Diskriminierungsachsen richtig auf. Ich hätte gern die 100%-Quoten der unheimlich homogenen Chefetagen so benannt und dann abgeschafft. Deren Zusammensetzung steht symptomatisch für die Struktur unserer Gesellschaft.

In diesem transkribierten MiniComic werden Zitate aus vier Tweets, KhaosKobold, baranek, enoerlee und miinaaa, und aus dem Artikel von John Scalzi, „Straight White Male: The Lowest Difficulty Setting There Is“, benutzt.

Transkription des Comics Die Hundert-Prozent-Quote

  1. „Wenn jemand fragt, ob wir nicht schon gleichberechtigt sind, bin ich sprachlos … wo soll ich da anfangen?“ [1] Ich sitze im Bus auf dem Weg zur Arbeit, zusammen mit vielen anderen Menschen und höre die Gespräche meiner Sitznachbarn mit an. m(
  2. Der Bus hält an der Haltestelle.
  3. Ich gehe zur Eingangstür von dem großen Gebäude mit den vielen Stockwerken.
  4. Von Level 0 führt die Rolltreppe auf das nächste Level.
  5. Ich komme oben in Level 1 an und höre wen reden: „Bis zu uns ist es doch barrierefrei und mehr hat bisher niemand verlangt.“ Ich gehe weiter zum nächsten Level.
  6. Ich nehme die Treppe auf dem Weg zu Level 2. Im Treppenahaus gibt ein Schild das die Treppe hinunter zeigt: „ohne Abitur hier entlang“ o__O
  7. Zu Level 3 geht es über ein enge Wendeltreppe. Davor steht ein Schild das anzeigt, dass hier keine Kinderwägen parken dürften.
  8. Auf ein Klappleiter geht es zu Level 4. Ich höre hinter mir wen sagen: „Männer können aus ihrer Normalität heraus Karriere machen. Frauen hingegen müssen sich stark verstellen.“ [2]
  9. Der Weg zu Level 5 führt über eine Strickleiter, die aus einer kreisförmigen Öffnung aus der Decke hängt. Bei Hochsteigen höre ich von dort Stimmen: „Man muss sich nur kritisch korrekt ausdrücken, dann ist es auch nicht rassistisch.“ [3] und „Wir haben doch schon ne Quote. Was soll man denn noch alles für die tun?“[4]
  10. Ich weiss Level 5 ist nicht ganz oben und ansonsten haben Leute die Reihenfolge der Level auch anders erlebt… 🙂
  11. … und ganz oben gibt es eine Hundert-Prozent-Quote: 100% weiß, hetero, cis-männlich, studiert und ableisiert … Eine einzelne Abweichung davon schien auch akzeptabel zu sein. Sonst wäre ich ja auch nicht so weit gekommen. Vor meinem inneren Auge sehe ich eine Karte der einzelnen Level und wie sie mit Treppen und Leitern verbunden sind, wie in einem Computerspiel. :3
  12. „Beim kompliziertesten Rollenspiel, mit der größten Anzahl an Leveln, auch bekannt als richtiges Leben, ist weiß-hetero-cis-männlich die Einstellung mit dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad.[5] (John Scalzi, „Straight White Male: The Lowest Difficulty Setting There Is“, 2012) 😉

MiniComic 15 : Nila

Worum es im transkribierten Comic geht

Minicomic 15 hat jetzt einen neuen Text erhalten und damit auch den neuen Titel. Die alte Version bleibt auf dem Blog. Der Text ist jetzt genauso wie die Bilder autobiographisch, aber mit einer Portion künstlerischer Freiheit. Bilder & Worte : AnnaHeger, 2012-2013

Transkription des Comics Nila

  1. Nila, eine schwarze Katze, kommt schräg über das Dach gelaufen.
  2. Nila, die noch sehr jung ist, läuft mir auf meinem ausgestreckten Arm entgegen. Im Hintergrund ein bäuerliches Haus und der Zaun zum angrenzenden Obstgarten. Ich: „Ich will jetzt nach Hradec Králové zum Einkaufen“. Nila antwortet mir: „Au ja, ich komme mit!“
  3. Nila sitz am Hoftor und guckt mich erwartungsvoll an. Über ihr auf einer Stänge sitzen viele kleine rote Vögel nebeneinander.
  4. Vor mir läuft Nila die mit Pappeln gesäumte Landstraße entlang. „Ich habe mich daran gewöhnt siebzig Minuten zu Fuß zum Zug zu gehen,…“
  5. Mit Geschick fängt Nila auf dem Feld eine Maus. „…drei Stunden am Tag im Büro zu sein,…“
  6. Von weitem sehe ich Nila am Wald vorbei über die hügeligen Felder sausen. „…im Wald Heidelbeeren zu holen,…“
  7. In der Näher der Windmühle läuft Nila wieder bei mir. Im Hintergrund steht ein Storch, die anderen drei fliegen grade weg. „…und daran, dass Nila überallhin mitkommen will.“
  8. Nila steht vor dem Bahnübergang in Plchchůvky und sieht meinem Zug entgegen: „Toll da kommt ja schon der Zug aus Hradec zurück!“. Ich: “ Erst als ich schon wieder in der Stadt wohnte, ist mir aufgefallen, dass Nila mehr geredet hat als die hiesigen Katzen.“
  9. Der Zug verschwindet am Horizont.

MiniComic 18 : Zäune bauen

Worum es im transkribierten Comic geht

Schon gibt es das siebente WebComicKollektiv. Diesmal wieder ein Minicomic. “Wir sind ja tolerant, aber…” Bringt es Toleranz als aktivistischer Begriff, als Konzept, überhaupt. Es geht darum, dass ich das Konzept Toleranz schon seid einiger Zeit ziemlich überbewertet finde. Die Grenzen der Toleranz werden nicht von denen gezogen die es zu tolerieren gilt. Da liegt der Unterschied zu Respekt und Gleichberechtigung. Bilder & Worte: Anna Heger, 2013

Transkription des Comics Zäune bauen

  1. Es ist Nacht und die Hasen treffen sich am Wasserloch zwischen den Hügeln.
  2. Vier junge Hasen liegen an ihren Vater gekuschelt im Bau. Der Hase Max sagt zu Caro: „Wir gehen nochmal raus oder?“
  3. Max und Caro klettern oben aus dem Hasenbau heraus. Caro sagt: „Ich schlag‘ die tollsten Haken“, worauf Max antwortet: „Aber Du mußt gucken wie schnell ich im Kreis laufe!“
  4. Viele Hügel sind zu sehen. Caro schlägt Haken und immer wieder trifft sie auf Max, der in meandernden Kreisbahnen über die Hügel wetzt.
  5. Im Hintergrund kommen gerade Caro und Max vorbei. Im Vordergrund unterhalten sich zwei Hasen: „Wir sind ja tolerant, aber so läuft der Hase nicht!“ Was Hasen, die das Sagen haben, dann so sagen. Die beiden Hasen mit dem Sagen sehen wir von hinten.
  6. Ganz viele Hasen sind zu sehen wie sie in großer Menge zusammenstehen.
  7. Ein Stück entfernt von ihnen hoppeln Caro und Max in unterschiedlichen Richtungen vorbei.
  8. Tolerant sind die Hasen, die das Sagen haben, die legen dann fest wie der Hase läuft. Caro und Max können nicht mehr über die weitläufigen Hügel hoppeln. Sie sind in unterschiedlichen abgezäunten Parzellen eingesperrt.
  9. Ein Hase, den wir von hinten sehen sagt: „Da hört die Toleranz wohl auf!“ Die Hasen, die das Sagen haben, sagen auch wo der Zaun ist und wie eng der Raum für andere Hasen ist um als solche erkannt zu werden? Im Hintergrund ist Caro zu sehen die ihre Pfoten zwischen den weißen Zaunlatten durchsteckt.
  10. Caro versucht immer wieder diesem Zaun etwas anzuhaben und aus der Parzelle herauszukommen.

MiniComic 12 : Weiterschlafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Zum sechsten WebComicKollektiv gibt es ein Minicomic. Es geht ums lieber-weitermachen-wollen also ums lieber-im-bett-bleiben als endlich-ins-bett gehen. Bilder & Worte: Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics Weiterschlafen

  1. Ein Wiesnherz mit roter Zuckerdekoration hängt an der Wand neben dem Bett.
  2. Ich liege mit nochjemandem schlafend in einem Bett, die Sonne scheint schon durchs Fenster. Aus dem Wecker im Handy auf dem Nachttisch ertönt eine Melodie. „Manchmal teile ich meine Bett.“
    „Oft habe ich keine Lust mit dem aufzuhören was ich gerade mache.“
  3. „Das beginnt beim Aufstehen.“ Die Musik verstummt und die andere Person legt ihren Hand auf meinen Arm. Meine Augen sind zusammengekniffen.
  4. „Ich will einfach weiterschlafen.“ Ich drehe mich zu J in meinem Bett um.
  5. Wie immer: „Nur noch ein winziges Minütchen!“
  6. „Ich will weiterschlafen, nicht aufstehen und frühstücken“. Beide liegen im Bett und haben die Augen wieder zu.
  7. „Ich will weiterfrühstücken und nicht arbeiten gehen.“ Beide sitzen in der Küche und trinken Tee.
  8. „Das geht den ganzen Tag so.“ Ich sitze programmierend vor zwei Bildschirmen.
  9. „Schließlich weiterlesen statt schlafen. Ich will nicht ins Bett, aber ich bleibe gerne drin.“ Und denke wieder: „Nur noch ein winziges Kapitelchen.“
  10. „Der Kreislauf wiederholt sich nach vierundzwanzig Stunden.“ Die Melodie des Weckers beginnt erneut.
  11. Das Handy auf dem Tisch mit den Büchern fängt aufs neue mit der Weckmelodie an.

MiniComic 17 : Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Beim fünften WebComicKollektiv geht es um Kritik. Ich habe mich diesmal mit einer Methode beschäftigt, um Kritik, insbesondere in der eigenen Gruppe, zu strukturieren. Die dargestellten fünf Schritte Kritik anzubringen habe ich aus Challenging homophobia, racism and other oppressive moments [English] von Nicole LeFavour, 2001. Dort gibt es auch noch ein Anweisung wie auf die Kritik reagiert werden kann: 1. ruhig durchatmen, 2. zuhören, 3. sich für Kritik bedanken, 4. aktiv Situation verbessern, 5. später über Kritik weiter nachdenken. Bilder & Worte & Transkription: Anna Heger, 2013

Transkription des Comics Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

  1. Viele Schafe laufen, eines hinter dem anderen oben auf der Deichkuppe entlang. Hinter dem Deich gibt es zwei Bäume. „Vielleicht kennst Du das. Ihr steht auf dem Deich und wer von den Anderen erzählt einen unlustigen Witz. Diese Witze sind fies* . Sie sollen zeigen, dass alle die mitblöken zusammen gehören und was Besseres sind.“
    * fies hier als Platzhalter für klassistisch, rassistisch, sexistisch, heteronormativ, verrückteabwertend, bifeindlich, transfeindlich, antisemitisch, körpernormierend, ableistisch, armeabwertend…
  2. Die meisten der weiße Schafe stehen jetzt auf der anderen Seite des Deiches vor den Bäumen. Im Hintergrund fliegt eine Gruppe von Möven weg. Ein Schaf im Vordergrund läßt die Ohren hängen und denkt gernervt: „Nicht alle sind immer Teil vom großen Spaß“. Dier Erzähler_in: „Wenn Du den Witz kritisierst, geht das große Geblöke los, das kennst Du. Aber dann nichts sagen und noch mehr davon anhören müssen und anhören lassen?“
  3. Dier Erzähler_in, ein weißes Schaf, steht auf der Deichkuppe: „Bin ich so ein Schaf, das dann daneben steht. Ich beruhige kurz den berechtigten Ärger und gehe vier Schritte nach vorn:“
  4. Über dem Panel der Titel, 1.: Ruhig durchatmen.
    Das Erzählerschaf atmet geräuschvoll aus.
  5. 2.: Nein sagen.
    „Dieser Witz ist nicht lustig…“ Im Hintergrund galoppieren Schafe den Deich herunter.
  6. 3.: Erklären warum.
    Weitere den Deich runter gallopierende Schafe sind zu sehen. Das Erzählerschaf: „…weil er fies* ist.“
  7. 4.: Sagen was ich erwarte.
    Das Erzählerschaf ist von hinten zu sehen. Es sagt: „Bitte nicht noch mehr dieser Witze erzählen…“
  8. 5.: Den Effekt erklären.
    „…es kommt rüber als stellt ihr euch höher als andere Schafe.“ Im Hintergrund stehen ein paar weiße Schafe an der oberen Deichkante und ein Storch fliegt nach rechts weg.
  9. „Es gibt immer welche, die hören vorerst noch nur zu!“ Im Hintergrund stehen Lämmer mit einem älteren Schaf am Deich.

WebComicKollektiv : Privilegien

Worum es im transkribierten Comic geht

Mein Beitrag zum WebComicKollektiv Nummer vier zum Thema Privilegien ist der Comic UnterDruck Archiv. Im ersten Teil geht es darum sich bezüglich der eigenen Privilegien zu positionieren. Den zweiten Teil kennt ihr, weil es der Beitrag zum Thema Gerechtigkeit beim WebComicKollektiv Nummer drei war. Im letzten Teil habe ich nochmal aufgegriffen für wie wichtig ich das Verständnis der Kolonialgeschichte für das Verständnis des Rassismus in Deutschland finde, also zum Beispiel institutioneller Rassismus und Alltagsrassismus. Das Thema hatte ich ja auch im MiniComic 16 Burggeschichte schonmal gestreift hab. Im Comic werden die Pronomen ohne Geschlecht verwendet: xier=sie_er, xiese=ihre_seine und xieser=ihrer_seiner. Worte & Bilder : Anna Heger 2013

Transkription des Comics UnterDruck Archiv

  1. Eine Hand hält ein Smartphone auf dessen Bildschirm steht „Unter Druck Archiv“.
  2. Zwei weiße Menschen in Jeans, A mit blondem Dutt und B mit braunem Pferdeschwanz, sitzen zusammen auf einer Decke. A hält das Smartphone in der Hand und beide schauen auf den Bildschirm.
    A: „Ich habe gestern noch ein weiteres Interview für das Archiv geschnitten.“
    [Erklärung für Archiv: Im Netz-Archiv Unter Druck befinden sich Interviews über Unterdrückung aus vielen verschiedenen Perspektiven.]
  3. Auf dem Bildschirm ist eine weiße Person, C, mit kurzen dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen ist abgebildet. C schaut freundlich in die Kamera. Nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Aus dem Hintergrund kommt die Stimme einer Person, D, die nicht zu sehen ist.
    D: „Was fällt Dir als erstes zu Unterdrückung ein?“
    C: „Menschen profitieren oder leiden unter Unterdrückung auf sehr unterschiedliche Weisen …“
  4. C schaut unsicher an der Kamera vorbei und hat die Hand am Hals.
    D: „Und Du?“
    C: „Ich profitiere von unterdrückenden Strukturen wenn es, zum Beispiel, um Rassismus oder Klassismus geht.“
    [Erklärung zu Klassismus: Klassismus ist die Abwertung von Menschen auf Grund von, als
    niedriger wahrgenommener Arbeit oder niedrigerem formellen Bildungstand.]
  5. C schaut selbstsicherer in die Kamera und streckt beim Sprechen die linke Hand nach vorn.
    C: „Ich werde durch Sexismus und Heterozentrismus benachteiligt.“
    [Erklärung zu Heterozentrismus: Heterozentrismus ist die strukturelle Benachteilung von Menschen, die nicht heterosexuell, sondern zum Beispiel lesbisch, schwul oder bisexuell sind.]
  6. C streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst in die Kamera.
    C: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluß den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muß ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“
    [Erklärung zu Dimensionen: Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.]
  7. Im Hintergrund sind Windungen des Films einer losen Kinofilmrolle zu sehen. Davor sind drei linke Hände zu sehen. Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist entsprechend mit „1“ markiert. Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger ist mit „2“ markiert. Zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen. Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger ist mit „3 und so weiter …“ markiert. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetztes verbunden. Auf dem Ende des Filmes im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“
  8. C schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Die Hände von C schaut auf xiese Hände, die xier aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben, nach unter raus hält. Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach untern geschoben werden“. Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.
    C: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Bei Unterdrückungen geht nicht nur darum, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“
  9. C hat die Arm ausgebreitet und schaut freundlich in die Kamera.
    C: „Außerdem hat Unterdrückung eine Geschichte – in einer Stadt, in einem Land und auch global. Den Rassismus in Deutschland habe ich begonnen besser zu verstehen, als ich mich mit der deutschen Kolonialzeit beschäftigt habe : dass es eine gab – von wann bis wann sie dauerte – was sich wann zugetragen hat – wer die Menschen waren, die beteiligt waren …“
  10. Wieder ist aufgerollte Filmrolle zu sehen. Auf dieser stehen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940.
  11. C schaut ernst in die Kamera und zeigt mit dem Finger auf sich selbst.
    C: „Und schließlich sind sowohl Privilegien als auch der Widerstand gegen Unterdrückung mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.“
  12. Das Smartphone wird in einer Hand gehalten. Der Daumen drückt den unteren Knopf und schaltet das Gerät ab. Der Bildschirm wird immer kleiner bis er schließlich verschwindet.
  13. Wieder sind A und B auf der Decke zu sehen. Sie schauen sich an.
    B: „Das mit den vier Eckpfeilern : Richtung, Struktur, Dimensionen und Geschichte ist cool und das Positionieren ist schön kurz.“
    A: „Wenn alle neuen Interviews fertig sind, können sie ins Netz.“
    [Erklärung zu Positionieren : Mich Positionieren heißt mir bewußt zu machen wo ich privilegiert bin und wo ich Unterdrückung erfahre.]

WebComicKollektiv : Gerechtigkeit

Worum es im transkribierten Comic geht

Der Beitrag für das WebComicKollektiv zum Thema Gerechtigkeit ist noch fertig geworden. Viel Spaß beim Lesen. Dieser Comic ist Teil des größeren Comics „Unterdruckarchiv“ den es es auf einer extra Seite zu sehen gibt. In der Transkription des Comic werden Pronomen ohne Geschlecht verwendet: xier=sie_er, xiese=ihre_seine und xieser=ihrer_seiner.

Transkription des Comics Gerechtigkeit

  1. Auf dem Bildschirm ist eine weiße Person, C, mit kurzen dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen ist abgebildet. C schaut freundlich in die Kamera. Nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. C streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst in die Kamera.
    C: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluß den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muß ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“
    [Erklärung zu Dimensionen: Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.]
  2. Im Hintergrund sind Windungen des Films einer losen Kinofilmrolle zu sehen. Davor sind drei linke Hände zu sehen. Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist entsprechend mit „1“ markiert. Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger ist mit „2“ markiert. Zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen. Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger ist mit „3 und so weiter …“ markiert. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetztes verbunden. Auf dem Ende des Filmes im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“
  3. C schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Die Hände von C schaut auf xiese Hände, die xier aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben, nach unter raus hält. Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach untern geschoben werden“. Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.
    C: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Bei Unterdrückungen geht nicht nur darum, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“

MiniComic 16 : Burggeschichte

Worum es im transkribierten Comic geht

Hier die Transkritption des Minicomics Burggeschichte in reinen Text. Das Thema des zweiten WebComicKollektivs Comics ist Theorie. Ich würde gerne sehr viele Comics zu Theorien machen um die Theorien für mich selber besser zu verstehen in dem ich sie in Bildern darstelle. Außerdem um sie mit anderen zu teilen. Ich wollte länger einen Comic über Dekonstruktion machen. Mich in der Metapher auf Gebäude zu beziehen wurde von einem Artikel in „Wer andern einen Brunnen gräbt“ von Mostafa Akhtar inspiriert. Am 18.7.2013 wurde das Comic und seine Transkription als Gastbeitrag auf dem Blog der Mädchenmannschaft veröffentlicht. Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics Burggeschichte

  1. Hinter einem kleinen Haus mit rotem Dach steht ein großes Gebüsch.
  2. Zwei weiße Menschen sitzen am Tisch. Auf dem Tisch sind eine leere Espressotasse, Papier und ein Stift. Die Person mit übereinander geschlagenen Beinen erklärt gestikulierend: „Diskriminierende soziale Strukturen sind als solche konstruiert, …“. Die zweite Person hat die Hände im Schoß und unterbricht die Erklärung: „Du, bei diesem Teil steig ich aus! Echt!“.
  3. Auf dem Papier werden zwei miteinander verbundene Striche gezeichnet. Der Stift liegt daneben. Aus dem Hintergrund ist die Stimme der ersten Person zu hören: „Stell Dir das mal so vor: das menschliche Zusammenleben ist längst nicht immer so gewesen wie es jetzt ist. Es wurde nach und nach so zusammengebaut = konstruiert.“
  4. Strich um Strich wird die Zeichnung zu einem Quadrat mit dreieckigem Dach erweitert. Es entspricht einer einfachen zweidimensionalen Zeichung eines Hauses. Aus dem Hintergrund ist weiter zu hören: „Ich finde das wichtig, weil es im Kampf gegen Diskriminierung verwendet werden kann. Etwas gebautes, lässt sich umbauen und hat keinen Ewigkeitsanspruch.“
  5. Mit einigen weiteren Strichen wurde dem Bild vom Haus die Seitenwände hinzugefügt: „Wenn wir Zustände verändern wollen, überlegen wir, wie wir das machen.“ Die zweite Person fragt nach: „Wo sollen wir anfangen?“
  6. Die Zeichnung wurde mit Fenstern, dem Schornstein und einer Tür vervollständigt. Das Haus ähnelt dem auf dem Panel 1: „Wie bei einem alten Haus*, dessen Bauweise nicht gut ist oder das auf Grund seines Alters gefährlich instabil ist …“.
    [* Mostafa Akhtar in „Wer andern einen Brunnen gräbt…“, Berlin, 2012, http://ber-ev.de/bestellungen/broschuere-wer-andern-eine-brunnen-graebt..]
  7. Die Zeichnung ist jetzt sehr viel umfangreicher. Um das das Haus herum ist eine Burganlage aus vielen verschiedenen Gebäuden mit einem Brunnen im Burghof entstanden: „…oder eher wie bei einer Burg, mit Anbauten, mit versteckten Kammern und von undurchschaubarer Stabilität.“
  8. Wieder ist die Burg dargestellt. Zusätzlich wurden mit roten Linien Balken, Räume und Verbindungsgänge in die Gebäude eingezeichnet. Außerdem beschreiben die eingezeichneten Jahreszahlen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940: „Wenn wir die Geschichte eines Bauwerkes kennen, können wir verstehen welches die tragenden Balken sind. Dekonstruktion ist das Verstehen der Konstruktionen. Aus Verständnis resultiert nicht automatisch eine Veränderung, aber es kann der Anfangspunkt sein.“
  9. Nach der längeren Erklärung überlegt die zweite Person: „Darüber muss ich in Ruhe nachdenken. Ich frage mich ob das an Hand einer Burg Sinn macht.“

MiniComic 8 : Eben Genauer

Worum es im transkribierten Comic geht

Das ist das erste MiniComic zum Thema Sichererer Sex (Safer Sex). Es ist geplant daß noch andere folgen. Hier gehts im weitesten Sinne um Kommunikation. Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics

  1. Ein Lockenkopf. Die Augen sind nach unten gerichtet.
  2. Ein Lockenkopf. Die Augen sind nach unten gerichtet. Xier lächelt: Das könnte mir vielleicht sehr gefallen, aber…
  3. Glatte Haare und geschlossene Augen: …so will ich gerade nicht angefasst werden.
  4. Nur linker Arm, Hüfte und Brüste.
  5. Ein rechte Hand umfasst eine nackte Schulter.
  6. Ein Kinn und dahinter ein nackter Oberkörper: Ich müßt dir viel genauer erklären wie ich das gerne mag…
  7. Nur ein Ellenbogen vor schwarzem Hintergrund: …und eben das bekomme ich noch nicht hin.

MiniComic 5 : Laborlüftung

Worum es im transkribierten Comic geht

Vorwarnung, bei diesem MiniComic geht es um Suizid. Der MiniComic verarbeitet einen schlimmen Vorfall auf meiner Arbeit. Er ist meinen damaligen Kollegen gewidmet, allen von ihnen. Worte, Bilder und Transkription von Anna Heger, 2011-2013.

Transkription des Comics Laborlüftung

  1. Eine Hand hält ein Schlauchende.
  2. Auf dem Computerbildschirm ist eine Email offen: Mittagessen?
  3. Ein Kollege steht in der Bürotür und ruft: Komm sofort mit in Labor!
  4. Am Boden im Labor ist immer noch die Markierung auf dem Boden zu sehen.
  5. Eine Hand hält ein Schlauchende.
  6. Gas blubbert in einer Apparatur.
  7. Eine andere Hand schließt das Ventil der Gasflasche.
  8. Ich sitze wieder im Büro, unter Schock: Ich habe das Schlauchende aus seiner Hand gerissen und den Schlauch weit weggeschmissen. In der Apparatur hat Gas geblubbert, also habe ich noch die Gasflasche abgedreht. Ich wusste da schon, dass die Erste Hilfe nichts bringen würde. Es war zu eindeutig zu spät.
  9. Der Boden im Labor ist leer: Später haben wir mit den Sachverständigen alles vermessen. Die Laborlüftung ist so gut, dass bei einem Unfall nichts hätte passieren können. Die Wochen danach haben wir restlichen sieben nicht viel gearbeitet sondern geredet und Theorien aufgestellt.
  10. Das Schlauchende liegt locker in der Hand.