Minicomic 19 : Die Hundert-Prozent-Quote

Worum es im transkribierten Comic geht

Das 8. WebComicKollektiv zum Thema Quote: Mich regen die Riesen-Jammerei wegen Mini-Frauenquote und das Weglassen der anderen Diskriminierungsachsen richtig auf. Ich hätte gern die 100%-Quoten der unheimlich homogenen Chefetagen so benannt und dann abgeschafft. Deren Zusammensetzung steht symptomatisch für die Struktur unserer Gesellschaft.

In diesem transkribierten MiniComic werden Zitate aus vier Tweets, KhaosKobold, baranek, enoerlee und miinaaa, und aus dem Artikel von John Scalzi, „Straight White Male: The Lowest Difficulty Setting There Is“, benutzt.

Transkription des Comics Die Hundert-Prozent-Quote

  1. „Wenn jemand fragt, ob wir nicht schon gleichberechtigt sind, bin ich sprachlos … wo soll ich da anfangen?“ [1] Ich sitze im Bus auf dem Weg zur Arbeit, zusammen mit vielen anderen Menschen und höre die Gespräche meiner Sitznachbarn mit an. m(
  2. Der Bus hält an der Haltestelle.
  3. Ich gehe zur Eingangstür von dem großen Gebäude mit den vielen Stockwerken.
  4. Von Level 0 führt die Rolltreppe auf das nächste Level.
  5. Ich komme oben in Level 1 an und höre wen reden: „Bis zu uns ist es doch barrierefrei und mehr hat bisher niemand verlangt.“ Ich gehe weiter zum nächsten Level.
  6. Ich nehme die Treppe auf dem Weg zu Level 2. Im Treppenahaus gibt ein Schild das die Treppe hinunter zeigt: „ohne Abitur hier entlang“ o__O
  7. Zu Level 3 geht es über ein enge Wendeltreppe. Davor steht ein Schild das anzeigt, dass hier keine Kinderwägen parken dürften.
  8. Auf ein Klappleiter geht es zu Level 4. Ich höre hinter mir wen sagen: „Männer können aus ihrer Normalität heraus Karriere machen. Frauen hingegen müssen sich stark verstellen.“ [2]
  9. Der Weg zu Level 5 führt über eine Strickleiter, die aus einer kreisförmigen Öffnung aus der Decke hängt. Bei Hochsteigen höre ich von dort Stimmen: „Man muss sich nur kritisch korrekt ausdrücken, dann ist es auch nicht rassistisch.“ [3] und „Wir haben doch schon ne Quote. Was soll man denn noch alles für die tun?“[4]
  10. Ich weiss Level 5 ist nicht ganz oben und ansonsten haben Leute die Reihenfolge der Level auch anders erlebt… 🙂
  11. … und ganz oben gibt es eine Hundert-Prozent-Quote: 100% weiß, hetero, cis-männlich, studiert und ableisiert … Eine einzelne Abweichung davon schien auch akzeptabel zu sein. Sonst wäre ich ja auch nicht so weit gekommen. Vor meinem inneren Auge sehe ich eine Karte der einzelnen Level und wie sie mit Treppen und Leitern verbunden sind, wie in einem Computerspiel. :3
  12. „Beim kompliziertesten Rollenspiel, mit der größten Anzahl an Leveln, auch bekannt als richtiges Leben, ist weiß-hetero-cis-männlich die Einstellung mit dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad.[5] (John Scalzi, „Straight White Male: The Lowest Difficulty Setting There Is“, 2012) 😉

MiniComic 15 : Nila

Worum es im transkribierten Comic geht

Minicomic 15 hat jetzt einen neuen Text erhalten und damit auch den neuen Titel. Die alte Version bleibt auf dem Blog. Der Text ist jetzt genauso wie die Bilder autobiographisch, aber mit einer Portion künstlerischer Freiheit. Bilder & Worte : AnnaHeger, 2012-2013

Transkription des Comics Nila

  1. Nila, eine schwarze Katze, kommt schräg über das Dach gelaufen.
  2. Nila, die noch sehr jung ist, läuft mir auf meinem ausgestreckten Arm entgegen. Im Hintergrund ein bäuerliches Haus und der Zaun zum angrenzenden Obstgarten. Ich: „Ich will jetzt nach Hradec Králové zum Einkaufen“. Nila antwortet mir: „Au ja, ich komme mit!“
  3. Nila sitz am Hoftor und guckt mich erwartungsvoll an. Über ihr auf einer Stänge sitzen viele kleine rote Vögel nebeneinander.
  4. Vor mir läuft Nila die mit Pappeln gesäumte Landstraße entlang. „Ich habe mich daran gewöhnt siebzig Minuten zu Fuß zum Zug zu gehen,…“
  5. Mit Geschick fängt Nila auf dem Feld eine Maus. „…drei Stunden am Tag im Büro zu sein,…“
  6. Von weitem sehe ich Nila am Wald vorbei über die hügeligen Felder sausen. „…im Wald Heidelbeeren zu holen,…“
  7. In der Näher der Windmühle läuft Nila wieder bei mir. Im Hintergrund steht ein Storch, die anderen drei fliegen grade weg. „…und daran, dass Nila überallhin mitkommen will.“
  8. Nila steht vor dem Bahnübergang in Plchchůvky und sieht meinem Zug entgegen: „Toll da kommt ja schon der Zug aus Hradec zurück!“. Ich: “ Erst als ich schon wieder in der Stadt wohnte, ist mir aufgefallen, dass Nila mehr geredet hat als die hiesigen Katzen.“
  9. Der Zug verschwindet am Horizont.

MiniComic 18 : Zäune bauen

Worum es im transkribierten Comic geht

Schon gibt es das siebente WebComicKollektiv. Diesmal wieder ein Minicomic. “Wir sind ja tolerant, aber…” Bringt es Toleranz als aktivistischer Begriff, als Konzept, überhaupt. Es geht darum, dass ich das Konzept Toleranz schon seid einiger Zeit ziemlich überbewertet finde. Die Grenzen der Toleranz werden nicht von denen gezogen die es zu tolerieren gilt. Da liegt der Unterschied zu Respekt und Gleichberechtigung. Bilder & Worte: Anna Heger, 2013

Transkription des Comics Zäune bauen

  1. Es ist Nacht und die Hasen treffen sich am Wasserloch zwischen den Hügeln.
  2. Vier junge Hasen liegen an ihren Vater gekuschelt im Bau. Der Hase Max sagt zu Caro: „Wir gehen nochmal raus oder?“
  3. Max und Caro klettern oben aus dem Hasenbau heraus. Caro sagt: „Ich schlag‘ die tollsten Haken“, worauf Max antwortet: „Aber Du mußt gucken wie schnell ich im Kreis laufe!“
  4. Viele Hügel sind zu sehen. Caro schlägt Haken und immer wieder trifft sie auf Max, der in meandernden Kreisbahnen über die Hügel wetzt.
  5. Im Hintergrund kommen gerade Caro und Max vorbei. Im Vordergrund unterhalten sich zwei Hasen: „Wir sind ja tolerant, aber so läuft der Hase nicht!“ Was Hasen, die das Sagen haben, dann so sagen. Die beiden Hasen mit dem Sagen sehen wir von hinten.
  6. Ganz viele Hasen sind zu sehen wie sie in großer Menge zusammenstehen.
  7. Ein Stück entfernt von ihnen hoppeln Caro und Max in unterschiedlichen Richtungen vorbei.
  8. Tolerant sind die Hasen, die das Sagen haben, die legen dann fest wie der Hase läuft. Caro und Max können nicht mehr über die weitläufigen Hügel hoppeln. Sie sind in unterschiedlichen abgezäunten Parzellen eingesperrt.
  9. Ein Hase, den wir von hinten sehen sagt: „Da hört die Toleranz wohl auf!“ Die Hasen, die das Sagen haben, sagen auch wo der Zaun ist und wie eng der Raum für andere Hasen ist um als solche erkannt zu werden? Im Hintergrund ist Caro zu sehen die ihre Pfoten zwischen den weißen Zaunlatten durchsteckt.
  10. Caro versucht immer wieder diesem Zaun etwas anzuhaben und aus der Parzelle herauszukommen.

MiniComic 12 : Weiterschlafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Zum sechsten WebComicKollektiv gibt es ein Minicomic. Es geht ums lieber-weitermachen-wollen also ums lieber-im-bett-bleiben als endlich-ins-bett gehen. Bilder & Worte: Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics Weiterschlafen

  1. Ein Wiesnherz mit roter Zuckerdekoration hängt an der Wand neben dem Bett.
  2. Ich liege mit nochjemandem schlafend in einem Bett, die Sonne scheint schon durchs Fenster. Aus dem Wecker im Handy auf dem Nachttisch ertönt eine Melodie. „Manchmal teile ich meine Bett.“
    „Oft habe ich keine Lust mit dem aufzuhören was ich gerade mache.“
  3. „Das beginnt beim Aufstehen.“ Die Musik verstummt und die andere Person legt ihren Hand auf meinen Arm. Meine Augen sind zusammengekniffen.
  4. „Ich will einfach weiterschlafen.“ Ich drehe mich zu J in meinem Bett um.
  5. Wie immer: „Nur noch ein winziges Minütchen!“
  6. „Ich will weiterschlafen, nicht aufstehen und frühstücken“. Beide liegen im Bett und haben die Augen wieder zu.
  7. „Ich will weiterfrühstücken und nicht arbeiten gehen.“ Beide sitzen in der Küche und trinken Tee.
  8. „Das geht den ganzen Tag so.“ Ich sitze programmierend vor zwei Bildschirmen.
  9. „Schließlich weiterlesen statt schlafen. Ich will nicht ins Bett, aber ich bleibe gerne drin.“ Und denke wieder: „Nur noch ein winziges Kapitelchen.“
  10. „Der Kreislauf wiederholt sich nach vierundzwanzig Stunden.“ Die Melodie des Weckers beginnt erneut.
  11. Das Handy auf dem Tisch mit den Büchern fängt aufs neue mit der Weckmelodie an.

MiniComic 17 : Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Beim fünften WebComicKollektiv geht es um Kritik. Ich habe mich diesmal mit einer Methode beschäftigt, um Kritik, insbesondere in der eigenen Gruppe, zu strukturieren. Die dargestellten fünf Schritte Kritik anzubringen habe ich aus Challenging homophobia, racism and other oppressive moments [English] von Nicole LeFavour, 2001. Dort gibt es auch noch ein Anweisung wie auf die Kritik reagiert werden kann: 1. ruhig durchatmen, 2. zuhören, 3. sich für Kritik bedanken, 4. aktiv Situation verbessern, 5. später über Kritik weiter nachdenken. Bilder & Worte & Transkription: Anna Heger, 2013

Transkription des Comics Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

  1. Viele Schafe laufen, eines hinter dem anderen oben auf der Deichkuppe entlang. Hinter dem Deich gibt es zwei Bäume. „Vielleicht kennst Du das. Ihr steht auf dem Deich und wer von den Anderen erzählt einen unlustigen Witz. Diese Witze sind fies* . Sie sollen zeigen, dass alle die mitblöken zusammen gehören und was Besseres sind.“
    * fies hier als Platzhalter für klassistisch, rassistisch, sexistisch, heteronormativ, verrückteabwertend, bifeindlich, transfeindlich, antisemitisch, körpernormierend, ableistisch, armeabwertend…
  2. Die meisten der weiße Schafe stehen jetzt auf der anderen Seite des Deiches vor den Bäumen. Im Hintergrund fliegt eine Gruppe von Möven weg. Ein Schaf im Vordergrund läßt die Ohren hängen und denkt gernervt: „Nicht alle sind immer Teil vom großen Spaß“. Dier Erzähler_in: „Wenn Du den Witz kritisierst, geht das große Geblöke los, das kennst Du. Aber dann nichts sagen und noch mehr davon anhören müssen und anhören lassen?“
  3. Dier Erzähler_in, ein weißes Schaf, steht auf der Deichkuppe: „Bin ich so ein Schaf, das dann daneben steht. Ich beruhige kurz den berechtigten Ärger und gehe vier Schritte nach vorn:“
  4. Über dem Panel der Titel, 1.: Ruhig durchatmen.
    Das Erzählerschaf atmet geräuschvoll aus.
  5. 2.: Nein sagen.
    „Dieser Witz ist nicht lustig…“ Im Hintergrund galoppieren Schafe den Deich herunter.
  6. 3.: Erklären warum.
    Weitere den Deich runter gallopierende Schafe sind zu sehen. Das Erzählerschaf: „…weil er fies* ist.“
  7. 4.: Sagen was ich erwarte.
    Das Erzählerschaf ist von hinten zu sehen. Es sagt: „Bitte nicht noch mehr dieser Witze erzählen…“
  8. 5.: Den Effekt erklären.
    „…es kommt rüber als stellt ihr euch höher als andere Schafe.“ Im Hintergrund stehen ein paar weiße Schafe an der oberen Deichkante und ein Storch fliegt nach rechts weg.
  9. „Es gibt immer welche, die hören vorerst noch nur zu!“ Im Hintergrund stehen Lämmer mit einem älteren Schaf am Deich.

WebComicKollektiv : Privilegien

Worum es im transkribierten Comic geht

Mein Beitrag zum WebComicKollektiv Nummer vier zum Thema Privilegien ist der Comic UnterDruck Archiv. Im ersten Teil geht es darum sich bezüglich der eigenen Privilegien zu positionieren. Den zweiten Teil kennt ihr, weil es der Beitrag zum Thema Gerechtigkeit beim WebComicKollektiv Nummer drei war. Im letzten Teil habe ich nochmal aufgegriffen für wie wichtig ich das Verständnis der Kolonialgeschichte für das Verständnis des Rassismus in Deutschland finde, also zum Beispiel institutioneller Rassismus und Alltagsrassismus. Das Thema hatte ich ja auch im MiniComic 16 Burggeschichte schonmal gestreift hab. Im Comic werden die Pronomen ohne Geschlecht verwendet: xier=sie_er, xiese=ihre_seine und xieser=ihrer_seiner. Worte & Bilder : Anna Heger 2013

Transkription des Comics UnterDruck Archiv

  1. Eine Hand hält ein Smartphone auf dessen Bildschirm steht „Unter Druck Archiv“.
  2. Zwei weiße Menschen in Jeans, A mit blondem Dutt und B mit braunem Pferdeschwanz, sitzen zusammen auf einer Decke. A hält das Smartphone in der Hand und beide schauen auf den Bildschirm.
    A: „Ich habe gestern noch ein weiteres Interview für das Archiv geschnitten.“
    [Erklärung für Archiv: Im Netz-Archiv Unter Druck befinden sich Interviews über Unterdrückung aus vielen verschiedenen Perspektiven.]
  3. Auf dem Bildschirm ist eine weiße Person, C, mit kurzen dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen ist abgebildet. C schaut freundlich in die Kamera. Nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Aus dem Hintergrund kommt die Stimme einer Person, D, die nicht zu sehen ist.
    D: „Was fällt Dir als erstes zu Unterdrückung ein?“
    C: „Menschen profitieren oder leiden unter Unterdrückung auf sehr unterschiedliche Weisen …“
  4. C schaut unsicher an der Kamera vorbei und hat die Hand am Hals.
    D: „Und Du?“
    C: „Ich profitiere von unterdrückenden Strukturen wenn es, zum Beispiel, um Rassismus oder Klassismus geht.“
    [Erklärung zu Klassismus: Klassismus ist die Abwertung von Menschen auf Grund von, als
    niedriger wahrgenommener Arbeit oder niedrigerem formellen Bildungstand.]
  5. C schaut selbstsicherer in die Kamera und streckt beim Sprechen die linke Hand nach vorn.
    C: „Ich werde durch Sexismus und Heterozentrismus benachteiligt.“
    [Erklärung zu Heterozentrismus: Heterozentrismus ist die strukturelle Benachteilung von Menschen, die nicht heterosexuell, sondern zum Beispiel lesbisch, schwul oder bisexuell sind.]
  6. C streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst in die Kamera.
    C: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluß den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muß ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“
    [Erklärung zu Dimensionen: Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.]
  7. Im Hintergrund sind Windungen des Films einer losen Kinofilmrolle zu sehen. Davor sind drei linke Hände zu sehen. Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist entsprechend mit „1“ markiert. Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger ist mit „2“ markiert. Zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen. Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger ist mit „3 und so weiter …“ markiert. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetztes verbunden. Auf dem Ende des Filmes im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“
  8. C schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Die Hände von C schaut auf xiese Hände, die xier aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben, nach unter raus hält. Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach untern geschoben werden“. Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.
    C: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Bei Unterdrückungen geht nicht nur darum, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“
  9. C hat die Arm ausgebreitet und schaut freundlich in die Kamera.
    C: „Außerdem hat Unterdrückung eine Geschichte – in einer Stadt, in einem Land und auch global. Den Rassismus in Deutschland habe ich begonnen besser zu verstehen, als ich mich mit der deutschen Kolonialzeit beschäftigt habe : dass es eine gab – von wann bis wann sie dauerte – was sich wann zugetragen hat – wer die Menschen waren, die beteiligt waren …“
  10. Wieder ist aufgerollte Filmrolle zu sehen. Auf dieser stehen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940.
  11. C schaut ernst in die Kamera und zeigt mit dem Finger auf sich selbst.
    C: „Und schließlich sind sowohl Privilegien als auch der Widerstand gegen Unterdrückung mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.“
  12. Das Smartphone wird in einer Hand gehalten. Der Daumen drückt den unteren Knopf und schaltet das Gerät ab. Der Bildschirm wird immer kleiner bis er schließlich verschwindet.
  13. Wieder sind A und B auf der Decke zu sehen. Sie schauen sich an.
    B: „Das mit den vier Eckpfeilern : Richtung, Struktur, Dimensionen und Geschichte ist cool und das Positionieren ist schön kurz.“
    A: „Wenn alle neuen Interviews fertig sind, können sie ins Netz.“
    [Erklärung zu Positionieren : Mich Positionieren heißt mir bewußt zu machen wo ich privilegiert bin und wo ich Unterdrückung erfahre.]

WebComicKollektiv : Gerechtigkeit

Worum es im transkribierten Comic geht

Der Beitrag für das WebComicKollektiv zum Thema Gerechtigkeit ist noch fertig geworden. Viel Spaß beim Lesen. Dieser Comic ist Teil des größeren Comics „Unterdruckarchiv“ den es es auf einer extra Seite zu sehen gibt. In der Transkription des Comic werden Pronomen ohne Geschlecht verwendet: xier=sie_er, xiese=ihre_seine und xieser=ihrer_seiner.

Transkription des Comics Gerechtigkeit

  1. Auf dem Bildschirm ist eine weiße Person, C, mit kurzen dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen ist abgebildet. C schaut freundlich in die Kamera. Nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. C streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst in die Kamera.
    C: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluß den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muß ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“
    [Erklärung zu Dimensionen: Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.]
  2. Im Hintergrund sind Windungen des Films einer losen Kinofilmrolle zu sehen. Davor sind drei linke Hände zu sehen. Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist entsprechend mit „1“ markiert. Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger ist mit „2“ markiert. Zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen. Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger ist mit „3 und so weiter …“ markiert. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetztes verbunden. Auf dem Ende des Filmes im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“
  3. C schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Die Hände von C schaut auf xiese Hände, die xier aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben, nach unter raus hält. Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach untern geschoben werden“. Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.
    C: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Bei Unterdrückungen geht nicht nur darum, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“