MiniComic 15 : Nila

Worum es im transkribierten Comic geht

Minicomic 15 hat jetzt einen neuen Text erhalten und damit auch den neuen Titel. Die alte Version bleibt auf dem Blog. Der Text ist jetzt genauso wie die Bilder autobiographisch, aber mit einer Portion künstlerischer Freiheit. Bilder & Worte : AnnaHeger, 2012-2013

Transkription des Comics Nila

  1. Nila, eine schwarze Katze, kommt schräg über das Dach gelaufen.
  2. Nila, die noch sehr jung ist, läuft mir auf meinem ausgestreckten Arm entgegen. Im Hintergrund ein bäuerliches Haus und der Zaun zum angrenzenden Obstgarten. Ich: „Ich will jetzt nach Hradec Králové zum Einkaufen“. Nila antwortet mir: „Au ja, ich komme mit!“
  3. Nila sitz am Hoftor und guckt mich erwartungsvoll an. Über ihr auf einer Stänge sitzen viele kleine rote Vögel nebeneinander.
  4. Vor mir läuft Nila die mit Pappeln gesäumte Landstraße entlang. „Ich habe mich daran gewöhnt siebzig Minuten zu Fuß zum Zug zu gehen,…“
  5. Mit Geschick fängt Nila auf dem Feld eine Maus. „…drei Stunden am Tag im Büro zu sein,…“
  6. Von weitem sehe ich Nila am Wald vorbei über die hügeligen Felder sausen. „…im Wald Heidelbeeren zu holen,…“
  7. In der Näher der Windmühle läuft Nila wieder bei mir. Im Hintergrund steht ein Storch, die anderen drei fliegen grade weg. „…und daran, dass Nila überallhin mitkommen will.“
  8. Nila steht vor dem Bahnübergang in Plchchůvky und sieht meinem Zug entgegen: „Toll da kommt ja schon der Zug aus Hradec zurück!“. Ich: “ Erst als ich schon wieder in der Stadt wohnte, ist mir aufgefallen, dass Nila mehr geredet hat als die hiesigen Katzen.“
  9. Der Zug verschwindet am Horizont.

MiniComic 12 : Weiterschlafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Zum sechsten WebComicKollektiv gibt es ein Minicomic. Es geht ums lieber-weitermachen-wollen also ums lieber-im-bett-bleiben als endlich-ins-bett gehen. Bilder & Worte: Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics Weiterschlafen

  1. Ein Wiesnherz mit roter Zuckerdekoration hängt an der Wand neben dem Bett.
  2. Ich liege mit nochjemandem schlafend in einem Bett, die Sonne scheint schon durchs Fenster. Aus dem Wecker im Handy auf dem Nachttisch ertönt eine Melodie. „Manchmal teile ich meine Bett.“
    „Oft habe ich keine Lust mit dem aufzuhören was ich gerade mache.“
  3. „Das beginnt beim Aufstehen.“ Die Musik verstummt und die andere Person legt ihren Hand auf meinen Arm. Meine Augen sind zusammengekniffen.
  4. „Ich will einfach weiterschlafen.“ Ich drehe mich zu J in meinem Bett um.
  5. Wie immer: „Nur noch ein winziges Minütchen!“
  6. „Ich will weiterschlafen, nicht aufstehen und frühstücken“. Beide liegen im Bett und haben die Augen wieder zu.
  7. „Ich will weiterfrühstücken und nicht arbeiten gehen.“ Beide sitzen in der Küche und trinken Tee.
  8. „Das geht den ganzen Tag so.“ Ich sitze programmierend vor zwei Bildschirmen.
  9. „Schließlich weiterlesen statt schlafen. Ich will nicht ins Bett, aber ich bleibe gerne drin.“ Und denke wieder: „Nur noch ein winziges Kapitelchen.“
  10. „Der Kreislauf wiederholt sich nach vierundzwanzig Stunden.“ Die Melodie des Weckers beginnt erneut.
  11. Das Handy auf dem Tisch mit den Büchern fängt aufs neue mit der Weckmelodie an.

MiniComic 5 : Laborlüftung

Worum es im transkribierten Comic geht

Vorwarnung, bei diesem MiniComic geht es um Suizid. Der MiniComic verarbeitet einen schlimmen Vorfall auf meiner Arbeit. Er ist meinen damaligen Kollegen gewidmet, allen von ihnen. Worte, Bilder und Transkription von Anna Heger, 2011-2013.

Transkription des Comics Laborlüftung

  1. Eine Hand hält ein Schlauchende.
  2. Auf dem Computerbildschirm ist eine Email offen: Mittagessen?
  3. Ein Kollege steht in der Bürotür und ruft: Komm sofort mit in Labor!
  4. Am Boden im Labor ist immer noch die Markierung auf dem Boden zu sehen.
  5. Eine Hand hält ein Schlauchende.
  6. Gas blubbert in einer Apparatur.
  7. Eine andere Hand schließt das Ventil der Gasflasche.
  8. Ich sitze wieder im Büro, unter Schock: Ich habe das Schlauchende aus seiner Hand gerissen und den Schlauch weit weggeschmissen. In der Apparatur hat Gas geblubbert, also habe ich noch die Gasflasche abgedreht. Ich wusste da schon, dass die Erste Hilfe nichts bringen würde. Es war zu eindeutig zu spät.
  9. Der Boden im Labor ist leer: Später haben wir mit den Sachverständigen alles vermessen. Die Laborlüftung ist so gut, dass bei einem Unfall nichts hätte passieren können. Die Wochen danach haben wir restlichen sieben nicht viel gearbeitet sondern geredet und Theorien aufgestellt.
  10. Das Schlauchende liegt locker in der Hand.