MiniComic 17 : Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

Worum es im transkribierten Comic geht

Beim fünften WebComicKollektiv geht es um Kritik. Ich habe mich diesmal mit einer Methode beschäftigt, um Kritik, insbesondere in der eigenen Gruppe, zu strukturieren. Die dargestellten fünf Schritte Kritik anzubringen habe ich aus Challenging homophobia, racism and other oppressive moments [English] von Nicole LeFavour, 2001. Dort gibt es auch noch ein Anweisung wie auf die Kritik reagiert werden kann: 1. ruhig durchatmen, 2. zuhören, 3. sich für Kritik bedanken, 4. aktiv Situation verbessern, 5. später über Kritik weiter nachdenken. Bilder & Worte & Transkription: Anna Heger, 2013

Transkription des Comics Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

  1. Viele Schafe laufen, eines hinter dem anderen oben auf der Deichkuppe entlang. Hinter dem Deich gibt es zwei Bäume. „Vielleicht kennst Du das. Ihr steht auf dem Deich und wer von den Anderen erzählt einen unlustigen Witz. Diese Witze sind fies* . Sie sollen zeigen, dass alle die mitblöken zusammen gehören und was Besseres sind.“
    * fies hier als Platzhalter für klassistisch, rassistisch, sexistisch, heteronormativ, verrückteabwertend, bifeindlich, transfeindlich, antisemitisch, körpernormierend, ableistisch, armeabwertend…
  2. Die meisten der weiße Schafe stehen jetzt auf der anderen Seite des Deiches vor den Bäumen. Im Hintergrund fliegt eine Gruppe von Möven weg. Ein Schaf im Vordergrund läßt die Ohren hängen und denkt gernervt: „Nicht alle sind immer Teil vom großen Spaß“. Dier Erzähler_in: „Wenn Du den Witz kritisierst, geht das große Geblöke los, das kennst Du. Aber dann nichts sagen und noch mehr davon anhören müssen und anhören lassen?“
  3. Dier Erzähler_in, ein weißes Schaf, steht auf der Deichkuppe: „Bin ich so ein Schaf, das dann daneben steht. Ich beruhige kurz den berechtigten Ärger und gehe vier Schritte nach vorn:“
  4. Über dem Panel der Titel, 1.: Ruhig durchatmen.
    Das Erzählerschaf atmet geräuschvoll aus.
  5. 2.: Nein sagen.
    „Dieser Witz ist nicht lustig…“ Im Hintergrund galoppieren Schafe den Deich herunter.
  6. 3.: Erklären warum.
    Weitere den Deich runter gallopierende Schafe sind zu sehen. Das Erzählerschaf: „…weil er fies* ist.“
  7. 4.: Sagen was ich erwarte.
    Das Erzählerschaf ist von hinten zu sehen. Es sagt: „Bitte nicht noch mehr dieser Witze erzählen…“
  8. 5.: Den Effekt erklären.
    „…es kommt rüber als stellt ihr euch höher als andere Schafe.“ Im Hintergrund stehen ein paar weiße Schafe an der oberen Deichkante und ein Storch fliegt nach rechts weg.
  9. „Es gibt immer welche, die hören vorerst noch nur zu!“ Im Hintergrund stehen Lämmer mit einem älteren Schaf am Deich.

WebComicKollektiv : Privilegien

Worum es im transkribierten Comic geht

Mein Beitrag zum WebComicKollektiv Nummer vier zum Thema Privilegien ist der Comic UnterDruck Archiv. Im ersten Teil geht es darum sich bezüglich der eigenen Privilegien zu positionieren. Den zweiten Teil kennt ihr, weil es der Beitrag zum Thema Gerechtigkeit beim WebComicKollektiv Nummer drei war. Im letzten Teil habe ich nochmal aufgegriffen für wie wichtig ich das Verständnis der Kolonialgeschichte für das Verständnis des Rassismus in Deutschland finde, also zum Beispiel institutioneller Rassismus und Alltagsrassismus. Das Thema hatte ich ja auch im MiniComic 16 Burggeschichte schonmal gestreift hab. Im Comic werden die Pronomen ohne Geschlecht verwendet: xier=sie_er, xiese=ihre_seine und xieser=ihrer_seiner. Worte & Bilder : Anna Heger 2013

Transkription des Comics UnterDruck Archiv

  1. Eine Hand hält ein Smartphone auf dessen Bildschirm steht „Unter Druck Archiv“.
  2. Zwei weiße Menschen in Jeans, A mit blondem Dutt und B mit braunem Pferdeschwanz, sitzen zusammen auf einer Decke. A hält das Smartphone in der Hand und beide schauen auf den Bildschirm.
    A: „Ich habe gestern noch ein weiteres Interview für das Archiv geschnitten.“
    [Erklärung für Archiv: Im Netz-Archiv Unter Druck befinden sich Interviews über Unterdrückung aus vielen verschiedenen Perspektiven.]
  3. Auf dem Bildschirm ist eine weiße Person, C, mit kurzen dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen ist abgebildet. C schaut freundlich in die Kamera. Nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Aus dem Hintergrund kommt die Stimme einer Person, D, die nicht zu sehen ist.
    D: „Was fällt Dir als erstes zu Unterdrückung ein?“
    C: „Menschen profitieren oder leiden unter Unterdrückung auf sehr unterschiedliche Weisen …“
  4. C schaut unsicher an der Kamera vorbei und hat die Hand am Hals.
    D: „Und Du?“
    C: „Ich profitiere von unterdrückenden Strukturen wenn es, zum Beispiel, um Rassismus oder Klassismus geht.“
    [Erklärung zu Klassismus: Klassismus ist die Abwertung von Menschen auf Grund von, als
    niedriger wahrgenommener Arbeit oder niedrigerem formellen Bildungstand.]
  5. C schaut selbstsicherer in die Kamera und streckt beim Sprechen die linke Hand nach vorn.
    C: „Ich werde durch Sexismus und Heterozentrismus benachteiligt.“
    [Erklärung zu Heterozentrismus: Heterozentrismus ist die strukturelle Benachteilung von Menschen, die nicht heterosexuell, sondern zum Beispiel lesbisch, schwul oder bisexuell sind.]
  6. C streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst in die Kamera.
    C: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluß den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muß ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“
    [Erklärung zu Dimensionen: Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.]
  7. Im Hintergrund sind Windungen des Films einer losen Kinofilmrolle zu sehen. Davor sind drei linke Hände zu sehen. Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist entsprechend mit „1“ markiert. Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger ist mit „2“ markiert. Zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen. Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger ist mit „3 und so weiter …“ markiert. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetztes verbunden. Auf dem Ende des Filmes im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“
  8. C schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Die Hände von C schaut auf xiese Hände, die xier aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben, nach unter raus hält. Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach untern geschoben werden“. Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.
    C: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Bei Unterdrückungen geht nicht nur darum, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“
  9. C hat die Arm ausgebreitet und schaut freundlich in die Kamera.
    C: „Außerdem hat Unterdrückung eine Geschichte – in einer Stadt, in einem Land und auch global. Den Rassismus in Deutschland habe ich begonnen besser zu verstehen, als ich mich mit der deutschen Kolonialzeit beschäftigt habe : dass es eine gab – von wann bis wann sie dauerte – was sich wann zugetragen hat – wer die Menschen waren, die beteiligt waren …“
  10. Wieder ist aufgerollte Filmrolle zu sehen. Auf dieser stehen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940.
  11. C schaut ernst in die Kamera und zeigt mit dem Finger auf sich selbst.
    C: „Und schließlich sind sowohl Privilegien als auch der Widerstand gegen Unterdrückung mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.“
  12. Das Smartphone wird in einer Hand gehalten. Der Daumen drückt den unteren Knopf und schaltet das Gerät ab. Der Bildschirm wird immer kleiner bis er schließlich verschwindet.
  13. Wieder sind A und B auf der Decke zu sehen. Sie schauen sich an.
    B: „Das mit den vier Eckpfeilern : Richtung, Struktur, Dimensionen und Geschichte ist cool und das Positionieren ist schön kurz.“
    A: „Wenn alle neuen Interviews fertig sind, können sie ins Netz.“
    [Erklärung zu Positionieren : Mich Positionieren heißt mir bewußt zu machen wo ich privilegiert bin und wo ich Unterdrückung erfahre.]

MiniComic 16 : Burggeschichte

Worum es im transkribierten Comic geht

Hier die Transkritption des Minicomics Burggeschichte in reinen Text. Das Thema des zweiten WebComicKollektivs Comics ist Theorie. Ich würde gerne sehr viele Comics zu Theorien machen um die Theorien für mich selber besser zu verstehen in dem ich sie in Bildern darstelle. Außerdem um sie mit anderen zu teilen. Ich wollte länger einen Comic über Dekonstruktion machen. Mich in der Metapher auf Gebäude zu beziehen wurde von einem Artikel in „Wer andern einen Brunnen gräbt“ von Mostafa Akhtar inspiriert. Am 18.7.2013 wurde das Comic und seine Transkription als Gastbeitrag auf dem Blog der Mädchenmannschaft veröffentlicht. Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics Burggeschichte

  1. Hinter einem kleinen Haus mit rotem Dach steht ein großes Gebüsch.
  2. Zwei weiße Menschen sitzen am Tisch. Auf dem Tisch sind eine leere Espressotasse, Papier und ein Stift. Die Person mit übereinander geschlagenen Beinen erklärt gestikulierend: „Diskriminierende soziale Strukturen sind als solche konstruiert, …“. Die zweite Person hat die Hände im Schoß und unterbricht die Erklärung: „Du, bei diesem Teil steig ich aus! Echt!“.
  3. Auf dem Papier werden zwei miteinander verbundene Striche gezeichnet. Der Stift liegt daneben. Aus dem Hintergrund ist die Stimme der ersten Person zu hören: „Stell Dir das mal so vor: das menschliche Zusammenleben ist längst nicht immer so gewesen wie es jetzt ist. Es wurde nach und nach so zusammengebaut = konstruiert.“
  4. Strich um Strich wird die Zeichnung zu einem Quadrat mit dreieckigem Dach erweitert. Es entspricht einer einfachen zweidimensionalen Zeichung eines Hauses. Aus dem Hintergrund ist weiter zu hören: „Ich finde das wichtig, weil es im Kampf gegen Diskriminierung verwendet werden kann. Etwas gebautes, lässt sich umbauen und hat keinen Ewigkeitsanspruch.“
  5. Mit einigen weiteren Strichen wurde dem Bild vom Haus die Seitenwände hinzugefügt: „Wenn wir Zustände verändern wollen, überlegen wir, wie wir das machen.“ Die zweite Person fragt nach: „Wo sollen wir anfangen?“
  6. Die Zeichnung wurde mit Fenstern, dem Schornstein und einer Tür vervollständigt. Das Haus ähnelt dem auf dem Panel 1: „Wie bei einem alten Haus*, dessen Bauweise nicht gut ist oder das auf Grund seines Alters gefährlich instabil ist …“.
    [* Mostafa Akhtar in „Wer andern einen Brunnen gräbt…“, Berlin, 2012, http://ber-ev.de/bestellungen/broschuere-wer-andern-eine-brunnen-graebt..]
  7. Die Zeichnung ist jetzt sehr viel umfangreicher. Um das das Haus herum ist eine Burganlage aus vielen verschiedenen Gebäuden mit einem Brunnen im Burghof entstanden: „…oder eher wie bei einer Burg, mit Anbauten, mit versteckten Kammern und von undurchschaubarer Stabilität.“
  8. Wieder ist die Burg dargestellt. Zusätzlich wurden mit roten Linien Balken, Räume und Verbindungsgänge in die Gebäude eingezeichnet. Außerdem beschreiben die eingezeichneten Jahreszahlen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940: „Wenn wir die Geschichte eines Bauwerkes kennen, können wir verstehen welches die tragenden Balken sind. Dekonstruktion ist das Verstehen der Konstruktionen. Aus Verständnis resultiert nicht automatisch eine Veränderung, aber es kann der Anfangspunkt sein.“
  9. Nach der längeren Erklärung überlegt die zweite Person: „Darüber muss ich in Ruhe nachdenken. Ich frage mich ob das an Hand einer Burg Sinn macht.“

MiniComic 8 : Eben Genauer

Worum es im transkribierten Comic geht

Das ist das erste MiniComic zum Thema Sichererer Sex (Safer Sex). Es ist geplant daß noch andere folgen. Hier gehts im weitesten Sinne um Kommunikation. Worte & Bilder & Transkription : Anna Heger, 2012-2013

Transkription des Comics

  1. Ein Lockenkopf. Die Augen sind nach unten gerichtet.
  2. Ein Lockenkopf. Die Augen sind nach unten gerichtet. Xier lächelt: Das könnte mir vielleicht sehr gefallen, aber…
  3. Glatte Haare und geschlossene Augen: …so will ich gerade nicht angefasst werden.
  4. Nur linker Arm, Hüfte und Brüste.
  5. Ein rechte Hand umfasst eine nackte Schulter.
  6. Ein Kinn und dahinter ein nackter Oberkörper: Ich müßt dir viel genauer erklären wie ich das gerne mag…
  7. Nur ein Ellenbogen vor schwarzem Hintergrund: …und eben das bekomme ich noch nicht hin.