Minicomic 03 : Flaschenkürbistheorie in Farbe

Hintergrund des Comics

Dieses MiniComic über meine Verortung in Orientierung und Identität gibt es schon eine ganze Weile. Für die 6. Ausgabe von Queerulant_in hab ich es überarbeitet und, Trommelwirbel, koloriert. Die schwarz-weiße Version gibt es aber noch. Unter dem visuellen Comic gibt es eine rein textbasierte Version des Comics, Screenreadable Comic Version

Visuelle Version des Comics

 Minicomic 3 Flaschenkürbistheorie, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiert

Transkription des Comics in reinen Text

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Flaschenkürbistheorie

Ein grüner Flaschenkürbis mit einem einzigen Blatt am Stängel liegt am Boden.

Ich sitze auf einem roten Zaun und halte einen Streifen Papier in meiner rechten Hand. Mit der anderen Hand halte ich mich fest. Am Zaun ranken Flaschenkürbispflanzen hoch.

Ich hab mein Lieblingsoberteil an. Es ist schwarz und hat einen weißen Aufdruck, der an einen Micky Mouse Umriss erinnert. Aber ich weiß es ist eigentlich ein Außerirdischer.

Neue Beobachtungen zählen mehr als alte Theorien. Aber alte Theorien lohnt es aufzuzeichnen.

Theoretisch ist meine Orientierung bi und sieht aus wie ein Flaschenkürbis.

Ich halte den Papierstreifen in beiden Händen und verdrehe eines der Enden.

Die schönsten Theorien sind nicht die einfachsten.

Beide Enden wurden verklebt wie bei einem Möbiusband.

Meine Orientierung hat nur eine Seite, wie ein Möbiusband.

Der gebogene Flaschenkürbis kann quer in drei Teil geschnitten werden.

Ich bin angezogen von verschiedenen Menschen.

Das Drittel des Flaschenkürbis wo das Blatt hängt ist mit dem Wort „schwul“ beschriftet.

Das Drittel am anderen Ende mit „lesbisch“.

Auf dem Mittelstück steht „dazwischen ist mehr“.

Für mich fühlt sich das an wie ein zusammenhängendes, ununterbrochenes Begehren.

Der Flaschenkürbis lässt sich auch längs aufschneiden.

Und zwar mit einem Schnitt von einem zum anderen Ende in zwei Teile.

Die beiden Reihen Kerne des Kürbis verlaufen von der Markierung „trans“ bis zur Markierung „cis“. Darunter steht „genderqueer“ geschrieben.

Ich sitze noch auf dem Zaun. Ihr seht mich von hinten mit dem noch unzerschnittenen Flaschenkürbis unter meinem Arm.

Ich bin trans, weil schwul nicht weiblich ist.

Ich bin cis, weil ich als Frau präsentiere.

Von vier Symbolen mit Pärchen von Strichmännchen sind zwei durchgestrichen, Frau begehrt Mann und Mann begehrt Frau. Zwei bleiben übrig, Frau begehrt Frau und Mann begehrt Mann.

Naja, wenn ich davon ausgehe, daß Geschlecht binär ist.

Zum Abschluss eine Überlagerung meiner Geburtsurkunde und einem Datenblatt mit Datenbereichen und dem Schriftzug „normal“.

ENDE.

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