Comics und Wissenschaftskommunikation

Zusammenfassung

Comics und Graphic Storytelling transportieren Informationen und Zusammenhänge schneller als reine Texte oder Bildergeschichten. Durch die effektive Verbindung von Bild- und Textelementen werden Sachverhalte verdichtet und parallel dargestellt. An Beispielen der Arbeiten von Illi Anna Heger aus dem Museums-, Ausstellungs- und Wissenschaftskontext werden wichtige Aspekte der grafischen-textlichen Wissensvermittlung erläutert. Es geht um die Herkunft von Referenzbildquellen, erklärende und dokumentierende Comics, live-Zeichnen und den Ansatz, online Comics für mehr Barrierefreiheit maschinenlesbar zu machen.

Wimmelbild Illustration zusammengestellt aus Elemente des Comics Plastikplankton. Ein Seepferdchen umgeben von kleinen und große, bunten Plastikstücken. Weiterlesen

Darunter und darüber – »they« Pronomen in Filmen/Serien deutsch übersetzen

Einleitung

Filme und Serien werden durch Untertitel die darunter stehen und durch Synchronisierung, die darüber gesprochen werden, zugänglich. Das singuläre »they« hat sich im Englischen in den letzten Jahren als verbreitetste Alternative zu »she« und »he« etabliert. Es wird auch in Serien und Spielfilmen verwendet. Was passiert mit »they« Pronomen in deutschsprachigen Untertiteln und Synchronisierungen? In diesem Artikel geht es um eine Bestandsaufnahme von großen Filmproduktionen und Serien, die »singular they« verwenden und international über Streamingdienste verbreitet werden. Welche unterschiedlichen Ansätze der Übersetzung zeigen sich beim Umgang mit »they« Pronomen? Alle Filme, die als Beispiel herangezogen werden, finden sich zusätzlich am Ende des Artikels.

Illustration mit schwarzen und grauen digitalen Linien auf weißem Hintergrund. Zwei Menschen sind in Profilansicht abgebildet, sie unterhalten sich. Eine Person mit welligem zu einem Zopf am Hinterkopf gebunden Haar, die andere Person mit langen Haaren und Ponyfrisur. In der Mitte eine angedeutete Sprechblase. Im Hintergrund Umrisse anderer Menschen in hellgrau. Weiterlesen

Der Blog wie ein Zuhause

Mein Blog ist eines der Kommunikationssphären in denen ich mich aufhalte. Ich habe meinen Blog ins Leben gerufen um mit meinen sich überschneidenden Communities zu kommunizieren. Meine Blogeinträge und Erklärcomics sind feministisch, queer, trans, nerdig, sprach-verspielt und auf der Suche nach neuen Räumen, so wie mein Publikum. Was macht meinen Blog aus und wie verhält er sich zu anderen Kommunikationsphären. Ich nutze neben dem Blog, Social Media und die analoge Verbreitung meiner Comics gedruckt auf Papier. Sie stehen weniger in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich.
Zeichnung mit Buntstiften und Aquarell. An den vier Seiten des quadratischen Bildes prangen handgeschrieben die Wörter: Kommunikation, Diskussion, Vernetzung, Dokumentation. Da hinter die Vogelperspektive auf von sich verzweigenden Straßen und Häusern. In der Mitte der Zeichnung wurde das Logo von Illi Anna Heger, was wie ein Haus aussieht, eingefügt. Weiterlesen

Pronomen ohne Geschlecht und Deutsch als Fremdsprache

Hintergrund zu dieser Linksammlung

Gendergerechte Sprache im Unterricht und die Berücksichtigung neuer sprachlicher Entwicklungen sind auch ein wichtiges Thema für Lehrer_innen von Deutsch als Fremdsprache. Am 20.10.2020 habe ich im Rahmen von GETVICO 24 2020 mit Andrea Pfeil vom Goethe Institut New York gesprochen. Im Publikum waren viele Lehrer_innen mit englischer Muttersprache. Am 18.03.2021 sprach ich mit Ulrike C. Lange für das Goethe-Institut Paris im Rahmen des Deutsch-Französischen Kolloquiums 2021, eine Veranstaltung für Lehrer_innen mit französischer und deutscher Muttersprache. Es ging nicht nur um Pronomen ohne Geschlecht wie xier und andere Formen die sich in Deutschland entwickelt haben, sondern auch um die Herausforderungen inklusiver Sprache wenn eins die Sprache noch lernt. Es folgt eine kommentierte Liste von Links mit weiterführenden Informationen und Material.

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Comics Screenreadable Transkribieren

Einleitung

Wenn mein Comic nicht nur visuell zugänglich sein soll, sondern auch taktil oder akustisch, braucht es eine Transkription in reinen Text. Dabei werden die visuellen Elemente des Comics beschrieben und der vorhandene Text ausgeschrieben. Beides ist maschinenlesbar, zum Beispiel von Screenreadern. Lesende können sich den Text mit Text-to-speech Systemen vorlesen lassen oder ihn mit Braillezeile ertasten.

Warum ich Comics überhaupt anderes als visuell zugänglich machen will, hat sehr viel mit meinem Publikum zu tun. Darum ging es in meinem ersten Artikel zu screenreadable Comics, der auch eine Liste aller der von mir transkribierten Comics enthält.

Den ersten Workshop „Comics Screenreadable Transkribieren“ habe ich im September 2020 für Comiczeichner_innen angeboten. Beim Workshop standen drei Ziele des Transkribierens im Mittelpunkt. Erstens soll das Comic für mehr Menschen zugänglich werden. Zweitens ermöglicht eine Transkription in reinen Text die Durchsuchbarkeit des Textes und ermöglicht das ergoogeln von Inhalte. Drittens stellt das Transkribieren ein Werkzeug für das Analysieren und Kennenlernen der eigenen Arbeit als Comiczeichner_in dar.

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Screenreadable Comics

Warum sollen die Comics screenreadable sein?

Gepixelte online Comics sind nicht barrierefrei für alle lesbar, weil der Text in einer gepixelten Bilddatei wie .jpg für Screenreader und damit für TTS (Text to Speech) oder Braillezeile nicht lesbar ist. Ein Screenreader ist eine Software, die Text und HTML Strukturen für Lesende mit Audioausgabe oder Braillezeile zugänglich macht. Sie lesen dann akustisch oder taktil. Menschen, die meine Webseite mit TTS oder Braillezeile surfen, hätten also zu meinen Comics keinen Zugang. Wie kann ich das ändern?

Comics sind ein sehr visuelles Medium. Text und Bilder verbinden sich zu etwas Neuem. Vielen erleichtern die Bilder die Wissensaufnahme. Das ist auch für mich so und ich liebe Comics die geschichtliches, aktivistisches oder politisches Wissen transportieren. Viele meiner Comics transportieren aktivistisches Wissen in meine sich überschneidenden Communities. Im Moment gibt es zum Beispiel noch wenig zu nichtbinären und trans Themen, deswegen erhalte ich viel erfreutes Feedback zu solchen Comics. Das macht es um so schlimmer, die auszuschließen, die mit Screenreadern lesen, finde ich.

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Skizzen und Kurznachrichten zuerst auf die Webseite

Um mehr Kontrolle über meine Daten zu haben, werde ich meine #immerzeichnen Veröffentlichungen und einen Teil der Tweets und Facebookstatusupdates immer zuerst hier posten.

Meine Webseite hat seit gestern sein eigenes Skizzenbuch: annaheger.de/immerzeichnen. Auszüge aus meinem Skizzenbuch und von laufenden Projekten auf verschiedenen Kanälen zu teilen, motiviert mich seid Jahren zu regelmäßiger Zeichenpraxis. Um diese Veröffentlichungen zusammen zu halten und anderen zu ermöglichen den visuellen Strom der Einträge zu muten gibt es dafür das Hashtag #immerzeichnen.

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Icons für Freunde und Bekannte

Weil ich jetzt ne dreistelligen Anzahl an Likes auf der Fanseite gibt es elf FeierIcons für Freunde und Bekannte. Elf weil es zu dem Zeitpunkt noch 11 Likes bis zur 100 waren. 😉 Erstmal hat das Zeichnen und Vereinfachen der Gesichter super viel Spass gemacht, dann ist es voll nett die Icons in meiner Timeline auf Twitter und in der Chronik auf Facebook zu finden. Hier also die elf neuen Icons. Und nochmal mein aktuelles Icon als Lückenfüller. Die FeierIcons wurden auch im Comic Unterdruckarchiv verwendet.

AnnaHeger Muriel FloKrapoth_C Benja

MaraA Jonsi Ninja ChrissyQueerbeet

JasnaStrick MiriM Michele MaraikeHeraklit

Literatur zu gendergerechter Sprache

Die aktuelle Version der Pronomen ohne Geschlecht gibt es auf der Pronomenseite.

Steffen Kitty Herrmann, „Performing the Gap – Queere Gestalten und geschlechtliche Aneignung“, arranca! Nr.28

Joshua Taubert, „Queere Sprachvermittlung im Kontext des DaF/DaZUnterrichtes“, in „Queer leben -queer labeln“, 2008.

nummer.drei, Definitiv Indefinitiv, auf dem Mädchenblog.

Beatrice Fischer & Michaela Wolf, Geschlechtergerechtes Formulieren, Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaft, Universität Graz, 2009

Persson Perry Baumgartinger, Lieb[schtean] Les[schtean], [schtean] du das gerade liest, in Liminalis 2008_02.

Cabala de Sylvain & Carsten Balzer, Die SYLVAIN-Konventionen – Versuch einer „geschlechtergerechten“ Grammatik-Transformation der deutschen Sprache, in Liminalis 2008_02.

Deutsche Sprache abseits der Zweigeschlechtlichkeit

Die aktuelle Version der Pronomen ohne Geschlecht gibt es auf der Pronomenseite.

Ansätze die deutsche Grammatik geschlechtergerechter und/oder inklusiver für Subjekte abseits der Zweigeschlechtlichkeit zu machen, gibt es zahlreiche. Einige dieser Ansätze wurden von P.P. Baumgartinger und B. Fischer & M. Wolf zusammengefasst. Ich gebe im folgenden Beispiele für die Verwendung unterschiedlicher Methoden am Beispiel des Satzes „Der Leser kommentiert den Eintrag. Er hinterläßt einen Link zu seinem Blog.“

Wortneuschöpfung – neue Pronomen

Din Leser kommentiert den Eintrag. Nin hinterläßt einen Link zu nimsem Blog.“ (Transgender Tagung Berlin 2007)

Wortneuschöpfung – SYLVAIN Konventionen

Din Lesernin kommentiert den Eintrag. Nin hinterläßt einen Link zu nimsem Blog.“ (C. de Sylvain &  C. Balzer)

Störstrategie – Verwendung des Feminums als allgemeinem Genus

Die Leserin kommentiert den Eintrag. Sie hinterläßt einen Link zu ihrem Blog.“

Vermeidungsstrategien – Verwendung des Neutrums als allgemeinen Genus

Das Leser kommentiert den Eintrag. Es hinterläßt einen Link zu seinem Blog.“

Vermeidungsstrategien – Verwendung des Plurals

Vermeidungsstrategien – Umformulierungen ohne Substantive

Vermeidungsstrategien – Geschlechtsneutrale Bezeichungen einsetzen

Platzhalter – Gap _

Die_der Leser_in kommentiert den Eintrag. Sie_er hinterläßt einen Link zu ihrem_seinem Blog.“ („S.K. Hermann“)

Platzhalter – Stern *

* Les* kommentiert den Eintrag. * hinterläßt einen Link zu * Blog.“ („Gendertalk“)

Das BinnenI

„Die LeserInnen kommentieren den Eintrag. Sie  hinterlassen einen Link zu ihren Blogs.“

Schrägstrich

„Die Leser/Leserinnen kommentieren den Eintrag. Sie  hinterlassen einen Link zu ihren Blogs.“