Erwähnungen der xier Pronomen

2020

In den Farben vereint, Artikel von Daniel Welsch für die Website des Goethe-Institut e.V., 17.7.2020

Mit dem nichtbinären Pronomen „xier“ hat Anna Heger selbst eine solche Alternative entwickelt. „Mein Pronomen ‚xier‘ wird von manchen trans Personen verwendet, aber viele Menschen auf dem Trans-Spektrum verwenden als Eigenbezeichnung ‚er‘ oder ‚sie‘“, so Anna Heger. „Das sollte die betroffene Person immer selbst entscheiden. ‚Xier‘ ist auch nicht per se als Pronomen für trans Personen gedacht. Es kann hilfreich sein, um über nichtbinäre Personen zu sprechen oder auch über eine Gruppe, wenn man deren Gender nicht kennt.“

Kennen xier das Gendersternchen?, von Michael Ehlers
für Fokus Online, 16.07.2020

Oder bei Neopronomen, wie xier, sie_er, er_sie oder sier. Finden Sie das albern oder unnötig? Tja, mag sein. Aber wir nutzen Sprache, um unsere Welt zu beschreiben. Und die verändert sich ständig. Und unsere Sprache gleich mit.

Tweet von @cuffedCatling, 30.06.2020, meine Übersetzung: Ich empfehle meistens ‚xier‘. Nicht weil es das meist benutzte Pronomen von nichtbinären Menschen ist (das ist es nicht und so eines gibt es nicht), aber weil es eines der ältesten deutschen Neopronomen der derzeitigen queeren Generation ist und weil die anderen Alternativen, meiner Meinung, große Mängel aufweisen.

2019

Ein sehr philosophisches Weltraum-Abenteuer, von Mathias Ziegler für die Wiener Zeitung, 26.08.2019

Clash of Cultures: Patrick S. Tomlinson schickt in „The Colony“ die Menschheit auf einen fernen Planeten, der bereits bewohnt ist. […] Einzig die Sprache ist anfangs etwas mühsam. Kexx & Co kennen nämlich wenig überraschend kein männliches und weibliches Geschlecht, was sich vor allem in den Pronomen niederschlägt. Es dauert eine Weile, bis man erstens kapiert, dass etwa „sier“ oder „siene“ keine Tippfehler darstellen, und man zweitens halbwegs flüssig darüber hinweg lesen kann.

Juwelensprache, Essay von Verena Maser am 14.08.2019 auf Tralalit der Plattform für übersetzte Literatur.

„Xier“ wurde ursprünglich von Anna Heger entwickelt. Diese ist unter anderen als Comickünstlerin tätig, weswegen die Verwendung des Pronomens in einem Comic schon mal einen gewissen Charme hatte. „Xier“ ist außerdem fast die einzige Option in der Liste, die über eine komplette Deklination verfügt, und das sowohl als Pronomen als auch als Possessivpronomen. Diese ist angelehnt an die Deklination von „er“, was zwar teils kritisiert wird, gleichzeitig aber auch bedeutet, dass das Wort vom Publikum leichter als Pronomen erkannt werden kann. Last but not least sprach auch der ästhetische Aspekt für „xier“: Das Land der Juwelen zeichnet sich durch einen feinen, aber kantigen Strich aus und wie es die Natur von Juwelen ist, zerbrechen diese auch häufig. Insofern schien mir das „x“ sehr passend für den Charakter des Werkes als Ganzes.

Bereich Wissen der Webseite www.genderleicht.de des Journalistinnenbund, 27.06.2019

Die Comiczeichnerin Anna Heger macht sich Gedanken, ob es möglich ist ohne der, die, das zu sprechen. Denn wenn eine Person sich weder als Frau noch als Mann begreift, fehlt im Deutschen ein geschlechtsneutrales Wort, um von ihr zu erzählen.

2018

Die besten Comics 2018 – die Leserfavoriten, von Lars von Törne für Der Tagesspiegel, 22.12.2018.

„Das Land der Juwelen“ von Haruko Ichikawa, verlegt von Manga Cult. […] Hervorzuheben ist aber in dieser Fassung vor allem, dass im Japanischen kein Edelstein ein Geschlecht hat. Die Deutsche Fassung hat sich diese Information zu Herzen genommen und konsequent im kompletten Manga das neutrale Pronomen „xier“ benutzt. Anfangs noch etwas befremdlich, findet man sich unfassbar schnell ein. Ein gewagter und schöner Schritt in eine neue Sprachentwicklung.

Will a New Law Forever Change the German Language?, article by Madhvi Ramani for smithsonianmag.com, 28.02.2018, meine Übersetzung: Der Vorschlag von Anna Heger „xier“ als Personalpronomen kann in Kombination mit Substantiven die durch den Unterstrich (Gendergap) genderneutral werden (Lehrer_in) für Menschen verwendet werden die sich weder als Frauen noch als Männer identifizieren oder wenn eine Geschlechtszuweisung unnötig wäre.

Artist Anna Heger’s suggestion of xier as a personal pronoun, with nouns referring to people modified by an underscore to be made gender neutral (Lehr_erin), could be used for people who do not identify as either male or female as well as when gender is irrelevant.

2017

Leserunde zu „Blind“, Diskussion mit Annette Juretzki auf lovelybooks.de, 2017.

Ich hab lange rumüberlegt, was ich da mache, denn bei einer monogeschlechtlichen Spezies würden sich keine verschiedenen Pronomen entwickeln, und ich wollte es nicht wie bei den Asari bei Mass Effect regeln, also dass einfach alle anderen Spezies festlegen: So, die sind jetzt weiblich. „Es“ wollte ich aber auch nicht nehmen, weil das für mich eher nach einer Sache als nach einer Person klingt, und leider haben wir im Deutschen ja nicht sowas wie das they im Singular oder das hen im Schwedischen. Letztlich bin ich dann über „xier“ gestolpert, was zwar nicht sonderlich verbreitet ist, aber so nah an unserer Grammatik dran, dass man es auch versteht, wenn man noch nie eine xier-Konjugationstabelle gesehen hat. Außerdem klingt es durch das x so schön spacig.

2016

Wer ist eigentlich dieses Sternchen? Artikel von Hannah Lena Puschnig für frauenseiten.bremen.de, 04.09.2016

Leider hat sich in Deutschland bisher noch kein geschlechtsneutrales Pronomen durchgesetzt. Das liegt auch daran, dass im Deutschen deutlich mehr konjugierte Formen erdacht werden müssen, als beispielsweise im Englischen, wo es weniger Fälle gibt. Es handelt sich jedoch keineswegs um ein unmögliches Unterfangen. Ein Vorschlag stammt von Anna Heger, Comiczeichner*in, Blogger*in. „Xier“ könnte die deutsche Grammatik als geschlechtsneutrales Pronomen ergänzen. Die Idee, so erläutert Anna Heger, stammt von der Mischform aus „sie“ und „er“ („sier“). Das x steht für die Ablehnung von Mann oder Frau als passende Genderidentität. In einem Zine auf xiesem Blog erklärt Anna Heger die 28 konjugierten Formen, die sich aus „xier“ ergeben. Das klingt erst einmal nach viel, ist aber eine Frage der Gewohnheit. Für „sie“ und „er“ gibt es schließlich genauso viele Formen. Gesprochen wird „xier“ als „ksier“.

2014

Queer*Feministisch Sprechen im (Freien) Radio, Zusammenstellung von Ruth Kager und Katharina Maly, Stadtradio Orange, Wien, 14.01.2014.

Anna Heger verwendet diese Pronomen mit verschiedenen Absichten, etwa um das generische Maskulinum zu vermeiden; um Menschen anzusprechen, die sich nicht als Männer* oder Frauen* definieren; um über Menschen in solchen Fällen zu sprechen, wo es keine Rolle spielt, welches Geschlecht sie* haben; wenn xier vergessen hat, welches Geschlecht eine Person hat, oder es niemals gewusst hat, bzw. um (Zwei-)geschlechtlichkeit allgemein zu dekonstruieren.

2012

Das große Special zum Thema Gender in der Musik, VISIONS 232, 27.3.2013.

In den USA gibt es für Menschen, die sich weder „sie“ noch „er“ nennen lassen wollen, inzwischen ein paar genderneutrale Pronomen wie „ze“ zur Auswahl. Rae Spoon mag lieber „they“ und hat für unseren Artikel die deutsche Version „xier“ abgenickt, die von Anna Heger stammt, aber lange noch nicht etabliert ist. Im Gegensatz übrigens zu Schweden, wo im Frühjahr das erste Kinderbuch in geschlechtsneutraler Sprache erschienen ist und dafür gesorgt hat, dass das neue Pronomen „hen“ in die Nationalenzyklopädie aufgenommen wurde.