Presse für xier Pronomen

Hier finden sich Presse zu den xier Pronomen, sie sind umgekehrt chronologisch nach Erscheinungsdatum sortiert. Ausschnitte von Texten, Filmsynchronisationen und Untertiteln sind auf Pronomentexte zusammengestellt. Außerdem gibt es eine Presseseite für Illi Anna Heger im Allgemeinen.


2020

Genderinklusive Sprache im DaF-Unterricht

Artikel von Steffen Kaupp für die Website des Goethe-Institut, 01.09.2020

Ein genderinklusiver Unterricht hört natürlich nicht mit den Nomen auf. Häufig verwendet wird auch das Personalpronomen xier, das in der deutschen Transcommunity entstanden ist. Auf Illi Anna Hegers Webseite findet man ausführliche Erklärungen zur Benutzung dieser Pronomen. Wie bei den genderneutralen Nomen ist es am wichtigsten, bei den Lernenden ein Bewusstsein für diese Pronomen zu schaffen. Das bedeutet nicht, dass diese im Detail eingeführt und diskutiert werden müssen.

In den Farben vereint

Artikel von Daniel Welsch für die Website des Goethe-Institut e.V., 17.07.2020

Mit dem nichtbinären Pronomen „xier“ hat Illi Anna Heger selbst eine solche Alternative entwickelt. „Mein Pronomen ‚xier‘ wird von manchen trans Personen verwendet, aber viele Menschen auf dem Trans-Spektrum verwenden als Eigenbezeichnung ‚er‘ oder ‚sie‘“, so Illi Anna Heger. „Das sollte die betroffene Person immer selbst entscheiden. ‚Xier‘ ist auch nicht per se als Pronomen für trans Personen gedacht. Es kann hilfreich sein, um über nichtbinäre Personen zu sprechen oder auch über eine Gruppe, wenn man deren Gender nicht kennt.“

Kennen xier das Gendersternchen?

Artikel, von Michael Ehlers für Fokus Online, 16.07.2020

Oder bei Neopronomen, wie xier, sie_er, er_sie oder sier. Finden Sie das albern oder unnötig? Tja, mag sein. Aber wir nutzen Sprache, um unsere Welt zu beschreiben. Und die verändert sich ständig. Und unsere Sprache gleich mit.

I usually recommend „xier“

Tweet von @cuffedCatling, 30.06.2020.

I usually recommend „xier“. Not because it is the most used pronoun by nonbinary people (it isn’t, and there isn’t one), but because it is one of the oldest german neopronouns for the current generation of queers, and because all the alternatives have big flaws in my opinion

— hungryKitten (@cuffedCatling) June 30, 2020

Übersetzung:

Ich empfehle meistens ‚xier‘. Nicht weil es das meist benutzte Pronomen von nichtbinären Menschen ist (das ist es nicht und so eines gibt es nicht), aber weil es eines der ältesten deutschen Neopronomen der derzeitigen queeren Generation ist und weil die anderen Alternativen, meiner Meinung, große Mängel aufweisen.

Die Quellenlage

Twitter Thread von C. F. Srebalus, 15.05.2020.

Es gibt mittlerweile einige #Neopronomen wie z.B. xier, sier oder en. […] Ich weiß noch, wie ich 2013 wie Arbeit zum Generischen Femininum und sprachlicher Repräsentation schrieb. Die Quellenlage war echt schlecht, aber auch da bin ich bereits auf die Sylvain-Konvention u. Anna Heger gestoßen sowie hän im Skandinavischen.

— C. F. Srebalus (@CFSrebalus) May 15, 2020, May 15, 2020

Von Humanimals, Einhörnern und Meerjungfrauen

Artikel von Friedericke Nastold in FKW, Zeitschrift für Geschlechterforschung und Visuelle Kultur, Nr 67, April 2020, ISSN 0935-6967, Seite 63.

Tejal Shah verwendet auf xieser Homepage das Pronomen they/their um xiese queere Position zu markieren. Um diese Markierung fortzuschreiben, verwende ich im Text das Gender*. Für die Possessivpronomen experimentiere ich im Folgenden mit xier/xiesen, was sich in unterschiedlichen aktivistischen Kontexten in Entwicklung befindet (vgl. https://annaheger.wordpress.com/pro-nomen/transkription/ (12.08.2019)).

Please Don’t Gender Me! – Strategies for Inclusive Language Instruction in a Gender-Diverse Campus Community

Wissenschaftliches Buchkapitel by Angineh Djavadghazaryans, Seiten 269-287 in „Diversity and Decolonization in German Studies“, ISBN 978-3-030-34341-5, Palgrave Macmillan Cham, 13.02.2020.

As these language patterns have not been officially adapted into the language, there exist no universally accepted options and new language forms are still emerging […] Just like English, German has several sets of gender-neutral pronouns. The most commonly used and most developed throughout the cases appears to be xier (Xier geht heute einkaufen) while x, nin, seis, sei, sif and sier are lesser known options.

Übersetzung:

Diese Sprachmuster wurden noch nicht offiziell anerkannt, deswegen gibt es keine universel akzeptierte Option und neue Formen sind am Entstehen. […] Wie das Englische, hat auch das Deutsche verschiedene Sets an genderneutralen Pronomen. Die am häufigsten benutzte und was die verschiedenen Fälle angeht am meisten entwickelte Variante scheint xier zu sein (Xier geht heute einkaufen). Andere Formen, wie x, nin, seis, sei, sif and sier sind weniger bekannte Optionen.

2019

Die staatliche Regulierung von trans

Wissenschaftliches Buch von Persson Perry Baumgartinger, Seite 47-48, transcript Verlag Bielefeld, ISBN 978-3-8376-4854-6, 27.08.2019

Als Feinberg dieses Buch herausgibt (Erstveröffentlichung 1992), erwähnt xier Prince jedoch nicht, erst im Buch „Transgender Warriors“ 1996 verweist xier auf eine spezifischere Verwendung von Transgender durch Prince und andere. Feinberg bezeichnet sich im Englischen mit den Pronomen „ze“ und „hir“ stat „he“ oder „she“ bzw. „his“ oder „her“. Um dem im Deutschen gerecht zu werden, verwende ich die deutsche Version „xier“ von Anna Heger (2013).

Ein sehr philosophisches Weltraum-Abenteuer

Artikel von Mathias Ziegler für die Wiener Zeitung, 26.08.2019

Clash of Cultures: Patrick S. Tomlinson schickt in „The Colony“ die Menschheit auf einen fernen Planeten, der bereits bewohnt ist. […] Einzig die Sprache ist anfangs etwas mühsam. Kexx & Co kennen nämlich wenig überraschend kein männliches und weibliches Geschlecht, was sich vor allem in den Pronomen niederschlägt. Es dauert eine Weile, bis man erstens kapiert, dass etwa „sier“ oder „siene“ keine Tippfehler darstellen, und man zweitens halbwegs flüssig darüber hinweg lesen kann.

Juwelensprache

Essay von Verena Maser am 14.08.2019 auf Tralalit der Plattform für übersetzte Literatur.

„Xier“ wurde ursprünglich von Anna Heger entwickelt. Diese ist unter anderen als Comickünstlerin tätig, weswegen die Verwendung des Pronomens in einem Comic schon mal einen gewissen Charme hatte. „Xier“ ist außerdem fast die einzige Option in der Liste, die über eine komplette Deklination verfügt, und das sowohl als Pronomen als auch als Possessivpronomen. Diese ist angelehnt an die Deklination von „er“, was zwar teils kritisiert wird, gleichzeitig aber auch bedeutet, dass das Wort vom Publikum leichter als Pronomen erkannt werden kann. Last but not least sprach auch der ästhetische Aspekt für „xier“: Das Land der Juwelen zeichnet sich durch einen feinen, aber kantigen Strich aus und wie es die Natur von Juwelen ist, zerbrechen diese auch häufig. Insofern schien mir das „x“ sehr passend für den Charakter des Werkes als Ganzes.

Von wegen versprochen

Nachwort des Romans von G Benson, übersetzt aus dem Englischen von Anna Sommerfeld, Ylva Verlag, 05.07.2019, 978-3-96324-141-3, Seite 402.

Vor allem von Anna Heger gibt es Versuche, geschlechtsneutrale Pronomen im deutschsprachigen Raum Raum zu entwickel. […] Unsere Sprache befindet sich schon immer im ständigen Wandel, sei es durch Lautverschiebung oder der Integrierung von Begriffen ander Sprachen in unseren Wortschatz. Genau so ändern sich auch Geschlechtsidentitäten immer wieder, je nachdem, wie Menschen sie nutzen, mit Inhalt füllen und in ihre Sprache einfließen lassen. In diesem Buch haben wir uns bei der Beschreibung der enby Person Luce für das >sier< (gesprochen mit langem >i<) entschieden, weil es uns als am stärksten mit der bestehenden deutschen Sprache verbunden schien. Da es eine Anlehung an >sie< und >er< zeigt, glauben wir, dass es intuitiver zu benutzen ist, als die neuere Version des >xies<.

Genderleicht

Infoblock im Bereich Wissen der Webseite www.genderleicht.de des Journalistinnenbund, 27.06.2019

Die Comiczeichnerin Anna Heger macht sich Gedanken, ob es möglich ist ohne der, die, das zu sprechen. Denn wenn eine Person sich weder als Frau noch als Mann begreift, fehlt im Deutschen ein geschlechtsneutrales Wort, um von ihr zu erzählen.

Ausnahme-Manga mit geschlechtslosen Hauptfiguren

Artikel und Radiobeitrag von Max Oppel im Gespräch mit Verena Maser auf Deutschlandfunk Kultur, 03.06.2019

Und auch im Deutschen sei es bisher nicht einfach, genderneutral zu schreiben oder zu sprechen, sagte Verena Maser im Deutschlandfunk Kultur. Für ihre Übersetzung habe sie sich für „xier“ entschieden, das wie andere deutsche Pronomen dekliniert werde: „Wenn ich den Satz habe: Er oder sie denkt darüber nach, morgen einkaufen zugehen. Dann sage ich, xier denkt darüber nach, morgen einkaufen zugehen. Dann mache ich weiter: Xier geht in den Supermarkt und sieht auf xiesen Einkaufszettel und stellt fest, dass in xieser Küche kein Käse mehr vorhanden ist.“

Die ausgefeilteste Grammatik

Tweet von Esther Brunner, 19.3.2019.

Die ausgefeilteste Grammatik für ein geschlechtsneutrales Pronomen stammt von Anna Heger.

— Esther Brunner (@esthrbrunnr) March 19, 2019

2018

Die besten Comics 2018 – die Leserfavoriten

Artikel von Lars von Törne für Der Tagesspiegel, 22.12.2018.

„Das Land der Juwelen“ von Haruko Ichikawa, verlegt von Manga Cult. […] Hervorzuheben ist aber in dieser Fassung vor allem, dass im Japanischen kein Edelstein ein Geschlecht hat. Die Deutsche Fassung hat sich diese Information zu Herzen genommen und konsequent im kompletten Manga das neutrale Pronomen „xier“ benutzt. Anfangs noch etwas befremdlich, findet man sich unfassbar schnell ein. Ein gewagter und schöner Schritt in eine neue Sprachentwicklung.

Will a New Law Forever Change the German Language?

Article, by Madhvi Ramani for smithsonianmag.com, 28.02.2018.

Artist Anna Heger’s suggestion of xier as a personal pronoun, with nouns referring to people modified by an underscore to be made gender neutral (Lehr_erin), could be used for people who do not identify as either male or female as well as when gender is irrelevant.

Übersetzung:

Der Vorschlag von Anna Heger „xier“ als Personalpronomen kann in Kombination mit Substantiven die durch den Unterstrich (Gendergap) genderneutral werden (Lehrer_in) für Menschen verwendet werden die sich weder als Frauen noch als Männer identifizieren oder wenn eine Geschlechtszuweisung unnötig wäre.

2017

Leserunde zu „Blind“

Diskussion mit Annette Juretzki auf lovelybooks.de, 2017.

Ich hab lange rumüberlegt, was ich da mache, denn bei einer monogeschlechtlichen Spezies würden sich keine verschiedenen Pronomen entwickeln, und ich wollte es nicht wie bei den Asari bei Mass Effect regeln, also dass einfach alle anderen Spezies festlegen: So, die sind jetzt weiblich. „Es“ wollte ich aber auch nicht nehmen, weil das für mich eher nach einer Sache als nach einer Person klingt, und leider haben wir im Deutschen ja nicht sowas wie das they im Singular oder das hen im Schwedischen. Letztlich bin ich dann über „xier“ gestolpert, was zwar nicht sonderlich verbreitet ist, aber so nah an unserer Grammatik dran, dass man es auch versteht, wenn man noch nie eine xier-Konjugationstabelle gesehen hat. Außerdem klingt es durch das x so schön spacig.

2016

Wer ist eigentlich dieses Sternchen?

Artikel von Hannah Lena Puschnig für frauenseiten.bremen.de, 04.09.2016

Leider hat sich in Deutschland bisher noch kein geschlechtsneutrales Pronomen durchgesetzt. Das liegt auch daran, dass im Deutschen deutlich mehr konjugierte Formen erdacht werden müssen, als beispielsweise im Englischen, wo es weniger Fälle gibt. Es handelt sich jedoch keineswegs um ein unmögliches Unterfangen. Ein Vorschlag stammt von Anna Heger, Comiczeichner*in, Blogger*in. „Xier“ könnte die deutsche Grammatik als geschlechtsneutrales Pronomen ergänzen. Die Idee, so erläutert Anna Heger, stammt von der Mischform aus „sie“ und „er“ („sier“). Das x steht für die Ablehnung von Mann oder Frau als passende Genderidentität. In einem Zine auf xiesem Blog erklärt Anna Heger die 28 konjugierten Formen, die sich aus „xier“ ergeben. Das klingt erst einmal nach viel, ist aber eine Frage der Gewohnheit. Für „sie“ und „er“ gibt es schließlich genauso viele Formen. Gesprochen wird „xier“ als „ksier“.

2014

Queer*Feministisch Sprechen im (Freien) Radio

Zusammenstellung von Ruth Kager und Katharina Maly, Stadtradio Orange, Wien, 14.01.2014.

Anna Heger verwendet diese Pronomen mit verschiedenen Absichten, etwa um das generische Maskulinum zu vermeiden; um Menschen anzusprechen, die sich nicht als Männer* oder Frauen* definieren; um über Menschen in solchen Fällen zu sprechen, wo es keine Rolle spielt, welches Geschlecht sie* haben; wenn xier vergessen hat, welches Geschlecht eine Person hat, oder es niemals gewusst hat, bzw. um (Zwei-)geschlechtlichkeit allgemein zu dekonstruieren.

2012

Das große Special zum Thema Gender in der Musik

Artikel in VISIONS 232, 27.3.2013.

In den USA gibt es für Menschen, die sich weder „sie“ noch „er“ nennen lassen wollen, inzwischen ein paar genderneutrale Pronomen wie „ze“ zur Auswahl. Rae Spoon mag lieber „they“ und hat für unseren Artikel die deutsche Version „xier“ abgenickt, die von Anna Heger stammt, aber lange noch nicht etabliert ist. Im Gegensatz übrigens zu Schweden, wo im Frühjahr das erste Kinderbuch in geschlechtsneutraler Sprache erschienen ist und dafür gesorgt hat, dass das neue Pronomen „hen“ in die Nationalenzyklopädie aufgenommen wurde.