Presse : Erwähnungen der xier Pronomen

Hier finden sich Presse zu den xier Pronomen, sie sind umgekehrt chronologisch nach Erscheinungsdatum sortiert. Ausschnitte von Texten, Filmsynchronisationen und Untertiteln sind auf Pronomentexte zusammengestellt. Außerdem gibt es eine Presseseite für Illi Anna Heger im Allgemeinen.


2021

Ein Kuss ist schöner mit ß

Welt Artikel von Antje Rávik Strubel, DIE WELT, 22.09.2021, Nr. 219, S. 15, Ressort Kultur, gedruckt am 22.09.2021, online am 18.09.2021 (abgerufen am 22.09.2021).

Gleichzeitig sagt sie von sich, sie sei keine Frau. Ein Mann sei sie allerdings auch nicht. Das sprachlich nachzuvollziehen, machte Probleme. Mir stand nur „sie“ zur Verfügung. Mittlerweile gibt es Stützräder wie das Pronomen „xier“. Es zu benutzen, hätte allerdings bedeutet, den Roman, in dem es um ganz andere Dinge als das Geschlecht der Hauptfigur geht, einer aggressiven politischen Debatte auszuliefern. Es hätte außerdem einen ungewollten Verfremdungseffekt hervorgerufen. Noch gehört „xier“ der Sphäre einer experimentelleren Ästhetik an.

Mehr als nur ein Sternchen

Artikel von Monika Nellessen, gedruckt in der Allgemeine Zeitung Mainz, Seite 3, Ressort Politik, 04.09.2021 und online im Giessener Anzeiger, Seite 6, Ressort Politik, 04.09.2021.

Manche benutzen die englischen Wörter „they“ und „them“. Daneben gibt es „Neopronomen“ wie „sier“ und „xier“. Das liest sich dann so: „Xier benutzt ein Neopronomen. Xiese Freund:innen sprechen konsequent mit diesem Pronomen über xien.“

Übersetzerin Dr. Verena Maser hält Vortrag zu Arbeit an „Das Land der Juwelen“

Artikel von Lucas Sebastian, für manga-passion.de vom 04.09.2021, abgerufen am 09.09.2021.

Da viele Figuren des Mangas kein eindeutiges Geschlecht haben, ist eine entsprechende Sprache notwendig – im Gegensatz zum Japanisch sei dies im deutschen aber nur schwierig möglich. Hierzulande wurde sich daher dazu entschieden, auf das Pronomen „xier“ zurückzugreifen, „um der Geschlechtsneutralität der Juwelen im Original gerecht zu werden“.

Supers! – Einsichten des verantwortlichen Lektors

Artikel von Florian Schwennsen auf teilzeithelden.de, 22.08.2021, abgerufen am 01.09.2021).

Illi Anna Heger arbeitet seit 2009 an Pronomen ohne Geschlecht und die aktuelle Version 3.2 dieser Pronomen wurde verwendet – das Pronomen „xier“ hat sich in der Versionshistorie aus „sier“ (von „sie-er“) entwickelt. Am Ende des Buches befinden sich zwei Deklinationstabellen für Personal- und Relativpronomen. Es kommen auch noch weitere Pronomen vor, für die man gegebenenfalls bei Illi Anna Heger nachschlagen müsste. Artikel und Adjektivendungen werden in diesem System nicht berücksichtigt.

So wird man ein guter Verbündeter

Artikel von Aljosha Muttardi , Hamburger Morgenpost, No. 32, Seite 55, 08.08.2021 (abgerufen am 01.09.2021).

Packt eure Pronomen in die Insta-Bio: „Wie möchte man angesprochen werden: (er/sie, (sie/ihr), (xier/xies/xiesem). Denn nicht jeder identifiziert sich mit dem Geschlecht, das einem bei der Geburt zugewiesen wurde. Das zeigt Solidarität, normalisiert und macht das Thema sichtbar.

Kreuz und queer durchs All

Zeit Artikel von Christian Staas, Die Zeit, No. 32, Seite 55, gedruckt am 05.08.2021, online am 04.08.2021 (abgerufen am 01.09.2021).

Die vier Frauen und der nichtbinäre Elliot (eine Sie und ein Er zugleich und daher als »xier« anzusprechen) driften mit ihrem Raumfisch von einer Weltraum-Ruine zur nächsten. [sic]

The power of words in machine translation

Artikel von Alana Cullen und Priyanka Dasgupta for Goethe Institut e.V., englisch, 02.07.2021 (abgerufen am 09.07.2021).

And we haven’t even talked about alternate, non-binary pronouns yet that machine translations often misgender. The integration of non-binary, alternate or neo pronouns needs to grow in its practical aspects alongside the evolving cultural discussions on it. […] A viable option could be to treat gender as a spell check – providing choice to the user – this choice could incorporate non- binary pronouns, such as the German Xier- pronouns.

Übersetzung:

Und dabei haben wir alternative, nicht binäre Pronomen noch gar nicht berücksichtigt und selbst so misgendern Maschinenübersetzungen schon. Die Einbindung von nicht binären, alternativen Neopronomen muss entsprechend der sich entwickelnen kulturellen Diskussionen wachsen. […] Es könnte eine realisierbare Herangehensweise könnte sein geschlechtsspezifische Pronomen als Rechtsschreibkontrolle zu nutzen und den Usern die Möglichkeit der Wahl zu geben – dabei können nicht binäre Pronomen wie xier-Pronomen Teil der Auswahl sein.

A Simple Guide To The Complex Topic Of Gender-Neutral Pronouns

Artikel von Steph Koyfman für babble.com, englisch, 14.06.2021 (accessed 05.07.21).

Germans are currently grappling with the question of whether it’d even be possible to neutralize the three-gendered noun system. The dialect Niederdeutsch manages to succeed at this, however, by eliminating der, die, das (the masculine, the feminine, the neutral) in favor of de. As for pronouns, you might encounter Germans who use sier and xier, but most people are unlikely to understand these outside of queer and activist spaces.

Übersetzung:

Die Deutschen setzen sich derzeit damit auseinander ob es überhaupt möglich ist das drei-Geschlechter-System der Substantive zu neutralisieren. Der niederdeutsche Dialekt schafft das, wobei der, die und das elimiert und mit de ersetzt werden. Was die Pronomen angeht, gibt es Deutsche, die sier und xier bentutzen, aber ausserhalb von queeren oder aktivistischen Räumen wird das kaum jemand verstehen.

Er, sie – und dann? Im Deutschen tut sich eine Lücke auf

Artikel von Katja Lehner für ORF.at, 12.06.2021 (abgerufen 05.07.21).

Anders als im Englischen und im Schwedischen gibt es im Deutschen in Sachen Pronomen „noch keinen heißen Kandidaten“, sagt Neuhaus zudem. Die aktuelle Situation würde sich vor allem durch eine Vielzahl an genderneutralen Pronomen wie „ens“, „em“, „et“, „sier“ oder „xier“ auszeichnen. Vom bereits existenten Pronomen „es“ raten Neuhaus und Hornscheidt ab.

Gender & Social Media im Unterricht reflektieren

Artikel auf Lehrer_innen Web Wien, 08.06.2021 (abgerufen 07.07.21).

Unsere Sprache ist in vielen Fällen nur auf das binäre Mann/Frau-System ausgelegt. Um die Geschlechtervielfalt besser benennen zu können, gibt es daher sowohl im Englischen als auch im Deutschen mehrere neue, genderneutrale Pronomen, wie z.B. they, hen, en oder xier, die die vorhandenen Pronomen ergänzen.

Sie, er und viel mehr

Artikel von Anna Dresbach und Luna Paulsen (Ernst-Kalkuhl-Gymnasium Klasse 8b), Bonner General-Anzeiger Nr. 40017 – Rhein-Ahr-Zeitung, 05.06.2021, S. 42.

Wir befinden uns in einem vermeintlichen Zeitalter der Toleranz und Akzeptanz, doch sprachlich bringen wir dies noch nicht hinreichend zum Ausdruck. Inzwischen gibt es schon einige sprachliche Ansätze, zum Beispiel die Idee des neuen Personalpronomens „xier“ mit verschiedenen Deklinationsmöglichkeiten (https://www.annaheger.de/pronomen40/). Wenn man sich hiermit näher beschäftigt, wird man schnell feststellen, dass diese sprachliche Anpassung keinen großen Aufwand erfordert.

Die Wärme des Universums

Artikel von Thomas Hummitzsch auf intellectures.de, 05.06.2021 (abgerufen 30.07.2021).

In Tillie Waldens Space Opera gibt es so etwas wie das Matriarchat, wenngleich ein wirkliches Herrschaftssystem nicht festgelegt werden könnte. Ja, mehr noch, es gibt im Grunde nur weibliches bzw. queeres Personal. Und diejenigen, die zumindest vom Namen her männlich sein könnten wie Ell(iot) sind in herkömmlichen Geschlechter- und Genderkategorien schwer zu greifen. Der Name spräche zunächst für eine männliche Figur, der Spitzname Ell erinnert an den weiblich markierten französischen Namen Elle. Das Personalpronomen für Ell lautet xier und xien, spätestens hier wird deutlich, dass es sich um eine genderoffene, nicht-binäre Figurenzeichnung handelt.

Wieso Farbe bekennen wichtig bleibt

Artikel im Luxemburger Tageblatt vom 03.06.2021 und online 03.06.2021, abgerufen am 01.09.2021.

Dazu kommen eine ganze Reihe „Mikro-Aggressionen“ im Alltag: Genderneutrale Toiletten sind alles andere als die Norm. Menschen mit Geschlechtsidentitäten aus dem Transgender-Spektrum können auf breites Unverständnis stoßen, wenn sie ihre Pronomen anpassen möchten – oder gar auf das geschlechtsneutrale Xier bestehen.

How linguistics is engaging with trans activism

Artikel von Aris Keshav, UC Santa Barbara, für LSA (Linguistic Society of America), englisch, 01.06.2021 (abgerufen am 01.09.21).

German speakers have a diversity of strategies including the innovative pronouns “xier” and simply “x”. Others use borrowed English “they” pronouns while speaking German.

Übersetzung:

Deutsche Muttersprachler benutzen eine Vielfalt an Strategien, dazu gehören die innovativen Pronomen „xier“ oder einfach „x“. Andere übernehmen das englische „they“ Pronomen während sie Deutsch sprechen.

Demi Lovato: Outing als nicht-binär – was bedeutet das?

Artikel auf bravo.de, 20.05.2021. (abgerufen 21.05.2021)

Im Deutschen gibt es leider noch keine Einigung darüber, welches Pronomen nicht-binäre Menschen benutzen. Am bekanntesten sind jedoch xier, xieser, xiem, xien, xies, xiese, xiesem, dier, diem, dies und dien. Oft werden im Deutschen auch die englischen Pronomen they/them verwendet.

Demi Lovato outet sich als nicht-binär

Artikel auf mads.de, 19.05.2021. (abgerufen 21.05.2021)

Im Deutschen sind die Pronomen nicht so einfach wie im Englischen. Viele nicht-binäre Personen benutzen deshalb auch die englischen Pronomen they/them, oft wird im deutschen aber auch das geschlechtsneutrale Pronomen xier statt er oder sie verwendet.

Auf einem Sonnenstrahl

Rezension von Christian Muschweck auf comicgate.de, 18.05.2021. (abgerufen 30.07.2021)

Außerdem ist der Comic, wie bei Tillie Walden üblich, queer. Es gibt keine Männer in Auf einem Sonnenstrahl, eine Figur dagegen ist binär und wird wie selbstverständlich mit der Pronomen „xier“ beschrieben, was ich beim ersten Lesen gar nicht so selbsterklärend fand. (Es gibt Mia, Elliot, Jules, Char, Alma, aber wer ist diese Xier?) Die eine Person, die das nicht für wichtig hält, bekommt im Lauf der Geschichte mal so richtig die Meinung gegeigt – einer der großen emotionalen Momente der Erzählung, gleichzeitig auch der Moment, an dem der Comic explizit politisch wird.

Hintergrund: Zwei Geschlechter?

Artikel von Lena Mohr, auf lenas-geschichten.de, 07.05.2021 (abgerufen am 29.05.2021).

Es gibt also so viele Abstufungen und Besonderheiten, wie es Menschen gibt. Da reichen zwei Pronomen einfach nicht aus. Vor allem, wenn sie mit zwei so stark voneinander abgegrenzten Kategorien verknüpft sind. Dafür gab es in der deutschen Sprache lange keine Alternative. Zum Glück gibt es aber Menschen, die sich schon seit vielen Jahren Alternativen überlegen. Dazu gehört Illi Anna Heger. Illi verwendet das Pronomen “xier”, was ich ebenfalls benutze. Außerdem erklärt xier ganz genau, wie das eigentlich mit der Grammatik funktioniert und zeigt Beispielsätze. Es gibt sogar einen Comic!

Geschlechtergerechte Sprache

Wikipedia-Eintrag abgerufen am 01.05.2021.

Das „x“ ist auch Bestandteil eines Neopronomens, das Illi Anna Heger ab 2009 als deutsche Schreibweise für nichtbinäre Menschen und Charaktere entwickelte: xier/xieser/xiem/xien, zusammen mit dem Possessivpronomen xiesa, xiese, xies und dem Artikel und Relativpronomen dier/dies/diem/dien.

Genderneutrale Pronomen in der deutschen Sprache: Liste, Übersicht

Artikel von Pierre Kurby auf bedeutungonline.de, abgerufen am 01.05.2021.

Auch viele neue, genderneutrale Pronomen können dekliniert werden. Es gibt Beispiele für diese Vorgehensweise: Die xier-Personalpronomen xier, xies, xiem, xien orientieren sich beispielsweise an den Interrogativpronomen wer, wessen, wem und wen. Ein Beispiel: „Xier holt xiesen Gitarrenkoffer. Xiese Mutter fragt xien, wann sie xiem beim Üben zuhören darf“. Die xier-Relativpronomen sind dier, dies, diem, dien. Der Wortstamm der Possessivpronomen lautet xies und wird in Abhängigkeit zu seinem Bezugswort dekliniert, beispielsweise „Xiese Sachen werden gleich abgeholt“.

Er, sie, es war gestern. Diese Pronomen der Zukunft müssen Sie kennen!

Welt Artikel von Marie-Luise Goldmann, DIE WELT, No. 98, Seite 22, im Kultur Ressort, gedruckt am 28.04.2021 unter dem alterativen Titel »Er, sie, es sind tot. Ens, bla, honk und plushie leben hoch«, online am 24.04.2021 (abgerufen am 01.05.2021).

Illi Anna Heger, die einen Blog über gendergerechte Sprache betreibt, schlägt dort die Pronomen „xier/xies“ vor und führt mit Tabellen, die wie ein grammatischer Fortgeschrittenenkurs aufgebaut sind, durch die verschiedenen Deklinationen.

Interview: Geschlechtsneutrale Pronomen entwickeln

Interview von Lena Mohr mit Illi Anna Heger, für Univativ Magazin, 18.04.2021. (abgerufen 19.04.2021)

Illi Anna Heger hat das Pronomen “xier” als geschlechtsneutrale Alternative zu “er” und “sie” entwickelt. Die Univativ hat mit Heger darüber gesprochen, wie es ist, ein Pronomen zu erfinden.

„Auf einem Sonnenstrahl“ von Tillie Walden

Artikel von Nicolas Bühler auf buchwinkel.de, 17.03.2021. (abgerufen 31.03.2021)

Bei Tillie Walden ist Platz für alle, unabhängig ob die Figuren queer, nonbinär oder nichtsprechend sind. In der Weltraumcrew ist zum Beispiel Elliot für die technischen Verkabelungen zuständig. Xier nutzt weder sie- noch er-Pronomen. Das alles ist selbstverständlich in die Handlung eingebettet.

Charlie Kaufman: Hasst du dich lieb?

Artikel von Carsten Schrader für kulturnews.de, 22.03.2021. (abgerufen 31.03.2021)

„Die dritte Person Plural ist in grammatikalischer und vor allem ästhetischer Hinsicht inakzeptabel. Xier ist die überlegene Lösung des Problems nichtgegenderter Pronomen, dem wir uns als ein Volk des erweiterten Gender-Spektrums heutzutage gegenübersehen“, lässt Kaufman seinen Antihelden sagen. Lacht der alte weiße Leser, wenn solche Diskurse immer wieder auftauchen und karikiert werden? Dann bleibt ihm das Lachen im Halse stecken.

Der Blick des namenlosen Affen

FAZ Artikel von Bert Rebhandl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, online, 18.03.2021. (abgerufen 31.03.2021)

Rebhandl: »Eine Herausforderung für Übersetzungen des Romans liegt in dem Gebrauch der Personalpronomen. B. spricht von sich als „xier“, im Original: „thon“, so viel wie „that one“. Auch das ein komplizierter Versuch, sich Festlegungen zu entziehen.«

Kaufmann: »Die meisten denken, ich hätte das erfunden, aber „thon“ war schon in den 1930er Jahren ein Versuch, ein genderneutrales Pronomen zu erfinden. Ich habe nicht mit dem Übersetzer gesprochen – funktioniert das denn gut im Deutschen?«

Rebhandl: »Ich finde die Lösung „xier“ sehr gelungen, „x – sie – er“.«

Im fliegenden Fisch durch die Galaxie

SZ Artikel von Martina Knoben, in der Süddeutschen Zeitung, gedruckt in der Literaturbeilage, Seite 36, 16.03.2021, online im Ressort Kultur, 15.03.2021, abgerufen 08.04.2021.

Tillie Walden zeichnet sie, wie sie ihr gefällt. Dazu gehört die Anerkennung der lesbischen Liebe: „Wir sind so stolz.“ – „Wie schön, dass du jemand Starkes an deiner Seite hast“, reagieren Grace’ Schwestern, als sie zum ersten Mal deren Freundin Mia kennenlernen. Und von Elliot als nicht-binärer Person ist konsequent als „xier“ (ein Pronomen, das „sie“ und „er“ verbindet) die Rede.

Nichtbinäre Geschlechtsidentität

Wikipedia-Eintrag abgerufen am 14.03.2021.

Ab 2009 entwickelte Illi Anna Heger das Personalpronomen xier/xieser/xiem/xien, zusammen mit den Possessivpronomen xiesa, xiese, xies und dem Artikel und Relativpronomen dier/dies/diem/dien. Es gilt als eines der wenigen durchdeklinierten „Neopronomen“ und findet gelegentliche Verwendung in Presseberichten über nichtbinäre Personen und bei Übersetzungen entsprechender fremdsprachiger Bücher, Filme und Comics (Beispiele: Das Land der Juwelen, Transparent: Xier unterwegs).

Wie man geschlechterneutral sprechen kann. Ich, du, er, sie, xier: Auch im Deutschen gibt es Vorschläge, doch wie werden sie genutzt?

Artikel von Salome D. Heyn in der Ostfriesenzeitung, gedruckt am 01.03.2021 auf Seite 9, online 24.02.2021 (abgerufen am 23.06.2021).

Damals, so Heger, habe es im Englischen neben „they“ auch neue Pronomen gegeben. „Ich wusste
also: Das Konzept des geschlechterneutralen Pronomen gibt’s, aber im Deutschen gab es da noch keine Möglichkeit. Hätte es schon ein Pronomen gegeben, hätte ich’s vermutlich genommen“, meint Heger. Das Pronomen „xier“ sei also aus persönlicher Motivation entstanden, aber auch mit der Idee, es für andere nutzbar machen zu können. Deswegen hat Heger nicht nur das Pronomen an sich, sondern auch die weiteren Formen entlang der grammatischen Fälle entwickelt.

schwierig zu übersetzende Begriffe

Artikel von Anna von Rath und Lucy Gasser für das Goethe-Institut, 28.02.2021 (abgerufen 05.07.21).

In queeren Communities in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Pronomen, die sich allerdings (noch) nicht im Mainstream durchgesetzt haben, z.B. sif, sier oder xier. Sehr häufig werden die Pronomen they/them beibehalten. Alternativ kann in der deutschen Sprache stattdessen einfach das Pronomen umgangen und immer der Name der Person wiederholt werden: Es ist eine Lösung, die das Problem umgeht, aber zu einer sehr umständlichen Formulierung führen kann.

Pronouns

Artikel von Sharon Dodua Otoo für #deutschlandnofilter beim Goethe-Institut, englisch, 25.02.2021 (abgerufen 05.07.21).

Option one would be to negate the existence of nonbinary people – or at a minimum, deny them the right to express their gender identity adequately within the German language. I find this option unacceptable, if not to say in breach of human rights. Option two would be to welcome the use of neo-pronouns, for example “xier” and “sier”.

Übersetzung:

Die erste Option wäre die Existenz von nichtbinären Menschen zu negierten – oder ihnen zumindest das Recht zu nehmen ihre Geschlechtsidentität adquat in der deutschen Sprache auszudrücken. Ich finde diese Option unakzeptabel um nicht zu sagen ein Bruch der Menschenrechte. Die zweite Option wäre Neopronomen zu begrüssen, zum Beispiel „xier“ und „sier“.

Das Land der Juwelen

Wikipedia-Eintrag abgerufen am 01.02.2021.

Die Redaktion entschied sich für die Verwendung einer Reihe von Pronomen ohne Geschlecht, um die Geschlechtsneutralität der Edelsteine sprachlich auszudrücken. Es wurde auf die xier–Pronomen zurückgegriffen, die 2013 von Illi Anna Heger entwickelt wurden.

2020

Grenzenlos Deutsch an open-access curriculum for beginning German

Lehrbuchlektion in einem Projekt von Brigetta M. Abel und Amy Young, grenzenlos-deutsch.com, englisch, 17.12.2020 (abgerufen 07.07.2021).

Some German speakers have adopted the English pronoun “they” as a gender neutral pronoun in German. Still others choose to avoid pronouns entirely and just use their first names instead. “Xier,” a pronoun developed by writer and artist Illi Anna Heger is also growing in popularity. We include both “xier” and “they” in Grenzenlos Deutsch even though you won’t find these pronouns in a German grammar manual and they might not be recognized by all German speakers.

Übersetzung:

Einige deutschsprachige Menschen benutzen das englische Pronomen „they“ als geschlechtsneutrales Pronomen auf deutsch. Andere vermeiden die Verwendung von Pronomen und benutzen statt dessen ihre Vornamen. „Xier“, ein Pronomen was Illi Anna Heger, Schriftsteller_in und Künstler_in, entwickelt hat erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wir berücksichtigen sowohl „xier“ als auch „they“ in Grenzenlos Deutsch, auch wenn sie noch nicht in Grammatikbüchern erscheinen und möglicherweise nicht von allen deutschsprachigen Menschen erkannt werden.

Illi Anna Heger’s Grammatical Futurity

Artikel von Nichole Neuman, in „Seminar: A Journal of Germanic Studies“, Vol. 56 Issue 3-4, 12.11.2020, Seiten 302-321, ISSN 0037-1939, englisch.

Heger’s Xier packt xiesen Koffer is the culmination of many iterations of thinking, writing about, and illustrating their discontent with the binary structure of personal pronouns in the German language. The comic-zine Xier itself provides some of its history, but a complete picture of Heger’s musings and long-term commitment to the creation and usage of gender-neutral pronouns in German fully emerges when Xier is read in tandem with their original blog posts. These posts mirror the evolution of Heger’s meditations on gender-neutral pronouns with an evolution in form from blog posts to differing media (a mini-comic, then the comic-zine).

Übersetzung:

Heger’s „Xier packt xiesen Koffer“ stellt den Höhepunkt vieler Denkiterationen über die Unzufriedenheit mit der binären Struktur der Personalpronomen in der deutschen Sprache zu schreiben und es visuell umzusetzen. Das Comic-Zine „Xier“ ist dabei Teil seiner Geschichte, aber das Gesamtbild von Heger’s Überlegungen und dem längerfristigen Engagement für die Entwicklung und Benutzung von geschlechtsneutralen Pronomen im Deutschen tritt zutage wenn „Xier“ zusammen mit den ursprünglichen Blog-Beiträgen gelesen wird. Diese Blog-Beiträge spiegeln die Evolution von Heger’s Überlegungen zu geschlechtsneutralen Pronomen mit einer Evolution der Formen von Blog-Einträgen zu anderen Medienformen (ein Mini-Comic, dann eine Comic-Zine).

Ja, J.K. Rowling ist transphob – Interview mit Henry Hohmann

Artikel von Linus Schöpfer, Sonntagszeitung, Seite 51, 29.11.2020 und online 29.11.20, abgerufen am 01.09.2021.

Ich verstehe die Irritation. Sprache ist etwas sehr Persönliches, da gehen die Menschen rasch in Abwehrhaltung. Aber es geht um Respekt. Dass man den Wunsch einer Person nach sprachlicher Einbindung und Sichtbarkeit akzeptiert. Wenn man mit einem bestimmten Pronomen wie «sie/er» oder «xier» angesprochen werden will, sollte das Gegenüber das akzeptieren.

LSBTIQ & Arbeit

Broschüre vom Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, 01.11.2020.

Für die deutsche Sprache werden mehrere Optionen vorgeschlagen. Einige Men­schen verwenden für sich selbst Mischungen (sier, ersie, er_sie, sie_er), anderssprachige Alternativen (das schwedische hen oder das englische they) oder neue Formen(xier), die „sie“ und „er“ ergänzen.

Mit Finelinern gegen das Grobe

SZ Artikel von Justus Wilke, Süddeutsche Zeitung, gedruckt in der SZ für München, Stadtviertel, Seite R10, 24.10.2020 und SZ für die Landkreise, Seite R8, 27.10.2020 und online 23.10.2020.

Heger selbst sagt, sie beschäftige sich mit „Marginalisierungen, von denen ich betroffen bin, und Themen, wo ich in der privilegierten Position bin“. Konkrete Beispiele sind Illi Anna Hegers Comics über Queer-Feminismus oder eben Rassismus, wie die Skizzen von der Demo in Trudering.

Genderinklusive Sprache im DaF-Unterricht

Artikel von Steffen Kaupp für die Website des Goethe-Institut, 01.09.2020. (abgerufen 22.10.2020)

Ein genderinklusiver Unterricht hört natürlich nicht mit den Nomen auf. Häufig verwendet wird auch das Personalpronomen xier, das in der deutschen Transcommunity entstanden ist. Auf Illi Anna Hegers Webseite findet man ausführliche Erklärungen zur Benutzung dieser Pronomen. Wie bei den genderneutralen Nomen ist es am wichtigsten, bei den Lernenden ein Bewusstsein für diese Pronomen zu schaffen. Das bedeutet nicht, dass diese im Detail eingeführt und diskutiert werden müssen.

In den Farben vereint

Artikel von Daniel Welsch für die Website des Goethe-Institut e.V., 17.07.2020. (abgerufen 19.07.2020)

Mit dem nichtbinären Pronomen „xier“ hat Illi Anna Heger selbst eine solche Alternative entwickelt. „Mein Pronomen ‚xier‘ wird von manchen trans Personen verwendet, aber viele Menschen auf dem Trans-Spektrum verwenden als Eigenbezeichnung ‚er‘ oder ‚sie‘“, so Illi Anna Heger. „Das sollte die betroffene Person immer selbst entscheiden. ‚Xier‘ ist auch nicht per se als Pronomen für trans Personen gedacht. Es kann hilfreich sein, um über nichtbinäre Personen zu sprechen oder auch über eine Gruppe, wenn man deren Gender nicht kennt.“

Kennen xier das Gendersternchen?

Fokus Artikel, von Michael Ehlers für Fokus Online, 16.07.2020. (abgerufen 01.09.2020)

Oder bei Neopronomen, wie xier, sie_er, er_sie oder sier. Finden Sie das albern oder unnötig? Tja, mag sein. Aber wir nutzen Sprache, um unsere Welt zu beschreiben. Und die verändert sich ständig. Und unsere Sprache gleich mit.

How Temtem’s community helped Crema Games strive for inclusive language

Artikel von Astrid Johnson für gaymingmag.com, englisch, 03.07.2020 (accessed 05.07.2021)

Through the Temtem Twitter account, the studio asked for suggestions from the community. What were queer people from France and Germany using to refer to themselves, in place of anything suitable written into the rules of their own language? So far, there have been a few suggestions. User YokuHel, from France, said that they use iel/ellui, and linked an article that they’d written about how to use gender-neutral language in French. Roguedrgn suggested Xier as a pronoun many queer people use in Germany.

Übersetzung

Das Studio fragte über den Temtem Twitteraccount nach Vorschlägen aus der Community. Was benutzen queere Menschen aus Frankreich und Deutschland um sich auf sich zu beziehen anstatt fester Regeln in ihrer Sprache. Es gab schon ein paar Vorschläge. Benutzer YokuHel aus Frankreich, schlug vor iel/ellui zu benutzen und verlinkte einen eigenen Artikel über geschlechtsneutrale Sprache im Französischen. Rogeudrgn schlug xier als Pronomen, was viele queere Menschen in in Deutschland benutzen vor.

Inclusion and Exclusion of Gender, Social Class, Race and Ability in Elementary German Textbooks

Masterarbeit von Emmalie Keenan, University of Massachusetts Amherst, englisch, 01.07.2020.

Diversity in gender in elementary German does not need to complicate learning objectives. Including non-binary pronouns is the first step to being inclusive of gender diversity. Non-binary pronouns are pronouns for people who do not identify with feminine or masculine pronouns. The most common option in the United States is they/them and in Germany is xier/xien/xiem. This should be done with the introduction of all pronouns, and continue to be included whenever pronouns are used in all levels of German.

Übersetzung

Geschlechtervielfalt in grundlegendem Deutsch braucht Lernziele nicht zu verkomplizieren. Das Berücksichtigen von nichtbinären Pronomen ist der erste Schritt der Inklusion von Gendervielfalt. Nichtbinäre Pronomen sind Pronomen für Menschen, die sich weder mit männlichen noch weiblichen Pronomen identifizieren. Die verbreitetste Option in den USA is they/them und in Deutschland xier/xien/xiem. Sie sollten bei der Einführung der Pronomen berücksichtigt werden und kontinuierlich verwendet werden auf allen Sprachleveln wennimmer Pronomen eine Rolle spielen.

I usually recommend „xier“

Tweet von @cuffedCatling, englisch, 30.06.2020.(abgerufen 18.07.2020)

I usually recommend „xier“. Not because it is the most used pronoun by nonbinary people (it isn’t, and there isn’t one), but because it is one of the oldest german neopronouns for the current generation of queers, and because all the alternatives have big flaws in my opinion

— hungryKitten (@cuffedCatling) June 30, 2020

Übersetzung:

Ich empfehle meistens ‚xier‘. Nicht weil es das meist benutzte Pronomen von nichtbinären Menschen ist (das ist es nicht und so eines gibt es nicht), aber weil es eines der ältesten deutschen Neopronomen der derzeitigen queeren Generation ist und weil die anderen Alternativen, meiner Meinung, große Mängel aufweisen.

Die Quellenlage

Twitter Thread von C. F. Srebalus, 15.05.2020.(abgerufen 01.09.2020)

Es gibt mittlerweile einige #Neopronomen wie z.B. xier, sier oder en. […] Ich weiß noch, wie ich 2013 wie Arbeit zum Generischen Femininum und sprachlicher Repräsentation schrieb. Die Quellenlage war echt schlecht, aber auch da bin ich bereits auf die Sylvain-Konvention u. Anna Heger gestoßen sowie hän im Skandinavischen.

— C. F. Srebalus (@CFSrebalus) May 15, 2020, May 15, 2020

Von Humanimals, Einhörnern und Meerjungfrauen

Artikel von Friedericke Nastold in FKW, Zeitschrift für Geschlechterforschung und Visuelle Kultur, Nr 67, April 2020, ISSN 0935-6967, Seite 63.

Tejal Shah verwendet auf xieser Homepage das Pronomen they/their um xiese queere Position zu markieren. Um diese Markierung fortzuschreiben, verwende ich im Text das Gender*. Für die Possessivpronomen experimentiere ich im Folgenden mit xier/xiesen, was sich in unterschiedlichen aktivistischen Kontexten in Entwicklung befindet (vgl. https://annaheger.wordpress.com/pro-nomen/transkription/ (12.08.2019)).

Please Don’t Gender Me! – Strategies for Inclusive Language Instruction in a Gender-Diverse Campus Community

Buchkapitel von Angineh Djavadghazaryans, Seiten 269-287 in „Diversity and Decolonization in German Studies“, ISBN 978-3-030-34341-5, Palgrave Macmillan Cham, englisch, 13.02.2020.

As these language patterns have not been officially adapted into the language, there exist no universally accepted options and new language forms are still emerging […] Just like English, German has several sets of gender-neutral pronouns. The most commonly used and most developed throughout the cases appears to be xier (Xier geht heute einkaufen) while x, nin, seis, sei, sif and sier are lesser known options.

Übersetzung:

Diese Sprachmuster wurden noch nicht offiziell anerkannt, deswegen gibt es keine universel akzeptierte Option und neue Formen sind am Entstehen. […] Wie das Englische, hat auch das Deutsche verschiedene Sets an genderneutralen Pronomen. Die am häufigsten benutzte und was die verschiedenen Fälle angeht am meisten entwickelte Variante scheint xier zu sein (Xier geht heute einkaufen). Andere Formen, wie x, nin, seis, sei, sif and sier sind weniger bekannte Optionen.

Genderneutralizacja polszczyzny?

Artikel von Andrea, polnisch, 02.02.2020 (abgerufen 20.03.2021).

Niemiecki nie ma luksusu wyboru, musi się ubiegać do neopronouns, jak stworzony przez Illi Annę Heger xier/xies/xiesem. Zmiana zaimka na inny nie wymaga jednak na szczęście dostosowania odmiany związanego z nim czasownika, jak to jest w języku polskim (er ist, sie ist, xier ist).

Übersetzung:

Das Deutsche hat nicht den Luxus der Wahl, es muss sich Neopronomen bedienen, zum Beispiel xier/xies/xiesem, erstellt von Illi Anna Heger. Glücklicherweise erfordert ein neues Pronomen im Gegensatz zum Polnischen keine Anpassung der Konjugation des zugehörigen Verbs: er ist, sie ist, xier ist.

Nicht-binäre Menschen, wie wollt ihr genannt werden? Und warum ist euch das richtige Pronomen so wichtig?

SZ Artikel von Sophie Aschenbrenner und René_ Hornstein, online in Jetzt, einer Beilage der Süddeutschen Zeitung 21.02.2020, abgerufen 08.04.2021.

Es gibt keine einheitliche Regel. „Es“ ist vermutlich das bekannteste geschlechtsneutrale Pronomen und ich kenne nicht-binäre Menschen, die sich wünschen, dass mit „es“ über sie gesprochen wird. Darüber hinaus gibt es sehr viele neu geschaffene Pronomen wie sie_er, xier, per, em oder hen (vgl. die Broschüre Mein Name Mein Pronomen ). Diese sogenannten Neopronomen sind ein Versuch vieler einzelner Menschen der Community, etwas zu finden, das sich stimmig anfühlt. Ich kann mit dieser Vielfalt leben und finde sie nicht schlimm..

2019

Die staatliche Regulierung von trans

Buch von Persson Perry Baumgartinger, Seite 47-48, transcript Verlag Bielefeld, ISBN 978-3-8376-4854-6, 27.08.2019.

Als Feinberg dieses Buch herausgibt (Erstveröffentlichung 1992), erwähnt xier Prince jedoch nicht, erst im Buch „Transgender Warriors“ 1996 verweist xier auf eine spezifischere Verwendung von Transgender durch Prince und andere. Feinberg bezeichnet sich im Englischen mit den Pronomen „ze“ und „hir“ stat „he“ oder „she“ bzw. „his“ oder „her“. Um dem im Deutschen gerecht zu werden, verwende ich die deutsche Version „xier“ von Anna Heger (2013).

Ein sehr philosophisches Weltraum-Abenteuer

Artikel von Mathias Ziegler für die Wiener Zeitung, 26.08.2019. (abgerufen 19.07.2020)

Clash of Cultures: Patrick S. Tomlinson schickt in „The Colony“ die Menschheit auf einen fernen Planeten, der bereits bewohnt ist. […] Einzig die Sprache ist anfangs etwas mühsam. Kexx & Co kennen nämlich wenig überraschend kein männliches und weibliches Geschlecht, was sich vor allem in den Pronomen niederschlägt. Es dauert eine Weile, bis man erstens kapiert, dass etwa „sier“ oder „siene“ keine Tippfehler darstellen, und man zweitens halbwegs flüssig darüber hinweg lesen kann.

Juwelensprache

Artikel von Verena Maser am 14.08.2019 auf Tralalit der Plattform für übersetzte Literatur. (abgerufen 18.07.2020)

„Xier“ wurde ursprünglich von Anna Heger entwickelt. Diese ist unter anderen als Comickünstlerin tätig, weswegen die Verwendung des Pronomens in einem Comic schon mal einen gewissen Charme hatte. „Xier“ ist außerdem fast die einzige Option in der Liste, die über eine komplette Deklination verfügt, und das sowohl als Pronomen als auch als Possessivpronomen. Diese ist angelehnt an die Deklination von „er“, was zwar teils kritisiert wird, gleichzeitig aber auch bedeutet, dass das Wort vom Publikum leichter als Pronomen erkannt werden kann. Last but not least sprach auch der ästhetische Aspekt für „xier“: Das Land der Juwelen zeichnet sich durch einen feinen, aber kantigen Strich aus und wie es die Natur von Juwelen ist, zerbrechen diese auch häufig. Insofern schien mir das „x“ sehr passend für den Charakter des Werkes als Ganzes.

Von wegen versprochen

Nachwort eines Romans von G Benson, übersetzt aus dem Englischen von Anna Sommerfeld, Ylva Verlag, 05.07.2019, 978-3-96324-141-3, Seite 402.

Vor allem von Anna Heger gibt es Versuche, geschlechtsneutrale Pronomen im deutschsprachigen Raum Raum zu entwickel. […] Unsere Sprache befindet sich schon immer im ständigen Wandel, sei es durch Lautverschiebung oder der Integrierung von Begriffen ander Sprachen in unseren Wortschatz. Genau so ändern sich auch Geschlechtsidentitäten immer wieder, je nachdem, wie Menschen sie nutzen, mit Inhalt füllen und in ihre Sprache einfließen lassen. In diesem Buch haben wir uns bei der Beschreibung der enby Person Luce für das >sier< (gesprochen mit langem >i<) entschieden, weil es uns als am stärksten mit der bestehenden deutschen Sprache verbunden schien. Da es eine Anlehung an >sie< und >er< zeigt, glauben wir, dass es intuitiver zu benutzen ist, als die neuere Version des >xies<.

Genderleicht

Infoblock im Bereich Wissen der Webseite www.genderleicht.de des Journalistinnenbund, 27.06.2019. (abgerufen 18.07.2020)

Die Comiczeichnerin Anna Heger macht sich Gedanken, ob es möglich ist ohne der, die, das zu sprechen. Denn wenn eine Person sich weder als Frau noch als Mann begreift, fehlt im Deutschen ein geschlechtsneutrales Wort, um von ihr zu erzählen.

Ausnahme-Manga mit geschlechtslosen Hauptfiguren

Artikel und Radiobeitrag von Max Oppel im Gespräch mit Verena Maser auf Deutschlandfunk Kultur, 03.06.2019. (abgerufen 02.09.2020)

Und auch im Deutschen sei es bisher nicht einfach, genderneutral zu schreiben oder zu sprechen, sagte Verena Maser im Deutschlandfunk Kultur. Für ihre Übersetzung habe sie sich für „xier“ entschieden, das wie andere deutsche Pronomen dekliniert werde: „Wenn ich den Satz habe: Er oder sie denkt darüber nach, morgen einkaufen zugehen. Dann sage ich, xier denkt darüber nach, morgen einkaufen zugehen. Dann mache ich weiter: Xier geht in den Supermarkt und sieht auf xiesen Einkaufszettel und stellt fest, dass in xieser Küche kein Käse mehr vorhanden ist.“

Die ausgefeilteste Grammatik

Tweet von Esther Brunner, 19.3.2019. (abgerufen 02.09.2020)

Die ausgefeilteste Grammatik für ein geschlechtsneutrales Pronomen stammt von Anna Heger.

— Esther Brunner (@esthrbrunnr) March 19, 2019

Gender in der Schriftsprache – aktueller Stand in Deutschland im internationalen Vergleich

Abschlussarbeit von Marleen Linder, Seite 45, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, 21.02.2019.

Anna Heger stellt auf ihrem gleichnamigen Blog alternative Pronomen vor, welche sie als „Generalium [oder] Aliudum“ bezeichnet.

2018

Die besten Comics 2018 – die Leserfavoriten

Artikel im Tagesspiegel von Lars von Törne für Der Tagesspiegel, 22.12.2018.(abgerufen 20.07.2020)

„Das Land der Juwelen“ von Haruko Ichikawa, verlegt von Manga Cult. […] Hervorzuheben ist aber in dieser Fassung vor allem, dass im Japanischen kein Edelstein ein Geschlecht hat. Die Deutsche Fassung hat sich diese Information zu Herzen genommen und konsequent im kompletten Manga das neutrale Pronomen „xier“ benutzt. Anfangs noch etwas befremdlich, findet man sich unfassbar schnell ein. Ein gewagter und schöner Schritt in eine neue Sprachentwicklung.

In den Brachen von Brexitland

Kurznachricht von Andreas Borcholte, Arno Frank und Steffen Greiner, auf Spiegel online, Kultur, 27.11.2018, abgerufen 08.04.2021.

Planningtorock ist der Bühnenname von Jam Rostron, Brit*in, Wahlberliner*in, Pronomen: they, auf Deutsch: xier, xiese – ja, ungewohnt, aber genauso schnell vertraut wie xiese Stimme. Auch, weil auf dem vierten Album des Electro-Performance-Projekts die prägenden binärkritischen Themen an die eigene Biografie geknüpft sind.

Teaser: Das Land der Juwelen

Artikel von Melanie Arndt für www.zasshi.de, 12.11.2018 (abgerufen 18.01.2021).

Die anthropomorphen Edelsteine haben der Übersetzerin, Verena Maser, die Arbeit etwas kniffliger gemacht. Für manche Wörter eine geschlechtsneutrale Form zu finden ist nicht so einfach und beim Personalpronomen wird es da noch schwieriger. Den Edelsteinen ein Geschlecht zu unterstellen, welches sie nicht haben, wollte Frau Maser aber nicht und entschied sich den Begriff „xier“ zu verwenden.

Wie viele dritte Geschlechter gibt es?

FAZ Artikel von Peter Eisenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 193, S. 11, gedruckt, 21.08.2018 und online, 21.08.2018 (abgerufen 08.04.2021).

Für das Deutsche gibt es natürlich eine ganze Reihe von konkurrierenden Vorschlägen. Zu den bekannteren gehören als Grundformen „hen“, „iks“, „nin“, „per“, „sier“, „sir“, „x“ und „xier“. Es gibt viele weitere Vorschläge und Verfahrensweisen, beispielsweise könnte man Personen nur mit dem Namen anreden.

Wie man Menschen nennen kann, die weder „er“ noch „sie“ sind

Artikel im Spiegel von Lex Marmor für spiegel.de und bento.de, 13.07.2018 (abgerufen 20.03.2021).

Im Englischen wird zu diesem Zweck „they“ und „ze“ immer gebräuchlicher. Auf Deutsch gibt es zum Beispiel „xier“, im Umlauf sind aber auch Varianten wie „sier“, „dey“ oder „nien“. Ihr habt Angst, dass ihr das alles weder aussprechen noch behalten könnt – und überhaupt verhunzt es ja die deutsche Sprache? Keine Sorge, Sprache kann alles schaffen, wozu wir sie brauchen. Noch dazu sind alternative Pronomen wie „xier“ gar nicht so schwierig zu verwenden.

Geschlechtergerechte Sprache für Podcasts

Artikel, von Herrvonspeck aka Lars Engelmann auf sendegate.de, 27.06.2018. (abgerufen 20.03.2021)

Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen! »Xier packt xiesen Koffer« – es gibt verschiedene sprachreformatorische Ansätze, mithilfe derer versucht wird, sich von Altlasten zu trennen. Darunter der von Anna Heger, bei dem Formen mit x gebildet werden.

Will a New Law Forever Change the German Language?

Artikel, von Madhvi Ramani für smithsonianmag.com, englisch, 28.02.2018.(abgerufen 19.07.2020)

Artist Anna Heger’s suggestion of xier as a personal pronoun, with nouns referring to people modified by an underscore to be made gender neutral (Lehr_erin), could be used for people who do not identify as either male or female as well as when gender is irrelevant.

Übersetzung:

Der Vorschlag von Anna Heger „xier“ als Personalpronomen kann in Kombination mit Substantiven die durch den Unterstrich (Gendergap) genderneutral werden (Lehrer_in) für Menschen verwendet werden die sich weder als Frauen noch als Männer identifizieren oder wenn eine Geschlechtszuweisung unnötig wäre.

Schule lehrt/lernt Vielfalt

Broschüre herausgegeben von Annika Spahn, Juliette Wedl in der Edition Waldschlösschen Materialien, Heft 18, ISBN 978-3-937977-10-4, 2018.

Es gibt im Deutschen viele verschiedene weitere Pronomen für nicht-binäre Menschen, z.B. xier, per, em, hen, dey. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass das Pronomen nicht eindeutig aus einem Vornamen abgeleitet werden kann.
[…]
annaheger.wordpress.com/pronomen/: Übersicht über mögliche neutrale Pronomen im Deutschen. Die ganze Webseite ist sehr empfehlenswert und wichtig für die Auseinandersetzung mit geschlechtergerechter Sprache in Deutschland.

2017

Leserunde zu „Blind“

Diskussion mit Annette Juretzki auf lovelybooks.de, 2017. (abgerufen 24.07.2020)

Ich hab lange rumüberlegt, was ich da mache, denn bei einer monogeschlechtlichen Spezies würden sich keine verschiedenen Pronomen entwickeln, und ich wollte es nicht wie bei den Asari bei Mass Effect regeln, also dass einfach alle anderen Spezies festlegen: So, die sind jetzt weiblich. „Es“ wollte ich aber auch nicht nehmen, weil das für mich eher nach einer Sache als nach einer Person klingt, und leider haben wir im Deutschen ja nicht sowas wie das they im Singular oder das hen im Schwedischen. Letztlich bin ich dann über „xier“ gestolpert, was zwar nicht sonderlich verbreitet ist, aber so nah an unserer Grammatik dran, dass man es auch versteht, wenn man noch nie eine xier-Konjugationstabelle gesehen hat. Außerdem klingt es durch das x so schön spacig.

2016

Wer ist eigentlich dieses Sternchen?

Artikel von Hannah Lena Puschnig für frauenseiten.bremen.de, 04.09.2016. (abgerufen 19.07.2020)

Leider hat sich in Deutschland bisher noch kein geschlechtsneutrales Pronomen durchgesetzt. Das liegt auch daran, dass im Deutschen deutlich mehr konjugierte Formen erdacht werden müssen, als beispielsweise im Englischen, wo es weniger Fälle gibt. Es handelt sich jedoch keineswegs um ein unmögliches Unterfangen. Ein Vorschlag stammt von Anna Heger, Comiczeichner*in, Blogger*in. „Xier“ könnte die deutsche Grammatik als geschlechtsneutrales Pronomen ergänzen. Die Idee, so erläutert Anna Heger, stammt von der Mischform aus „sie“ und „er“ („sier“). Das x steht für die Ablehnung von Mann oder Frau als passende Genderidentität. In einem Zine auf xiesem Blog erklärt Anna Heger die 28 konjugierten Formen, die sich aus „xier“ ergeben. Das klingt erst einmal nach viel, ist aber eine Frage der Gewohnheit. Für „sie“ und „er“ gibt es schließlich genauso viele Formen. Gesprochen wird „xier“ als „ksier“.

Geschlechtergerechte Sprache für Podcasts

Gespräch, von Mespotine aka M. Asse mit Herrvonspeck aka Lars Engelmann auf sendegate.de, 16.04.2016. (abgerufen 20.03.2021)

Mespotine: »Es gibt da übrigens von Anna Heger nen Ansatz, den ich an sich ganz ausgereift und ausführlich finde.
Allerdings sind die neuen Formen mit nem X am Anfang, was auf Dauer leider anstrengend auszusprechen ist. Dürfte fürs Hören sich aber ganz gut machen… […]«
Herrvonspeck: »Ich kenne den Text von Anna Heger natürlich. Die linguistischen Überlegungen darin sind sehr hilfreich, um überhaupt die Komplexität des Problems zu verstehen. Die Formen mit X finde ich nicht so hilfreich. Die größte Stärke der Formen mit X ist ihre Fremdartigkeit, durch die damit kein Geschlecht assoziiert wird.[…]«

2014

Queer*Feministisch Sprechen im (Freien) Radio

Artikel von Ruth Kager und Katharina Maly, Stadtradio Orange, Wien, 14.01.2014.(abgerufen 18.07.2020)

Anna Heger verwendet diese Pronomen mit verschiedenen Absichten, etwa um das generische Maskulinum zu vermeiden; um Menschen anzusprechen, die sich nicht als Männer* oder Frauen* definieren; um über Menschen in solchen Fällen zu sprechen, wo es keine Rolle spielt, welches Geschlecht sie* haben; wenn xier vergessen hat, welches Geschlecht eine Person hat, oder es niemals gewusst hat, bzw. um (Zwei-)geschlechtlichkeit allgemein zu dekonstruieren.

2012

Das große Special zum Thema Gender in der Musik

Artikel in VISIONS 232, 27.3.2013.(abgerufen 23.04.2016)

In den USA gibt es für Menschen, die sich weder „sie“ noch „er“ nennen lassen wollen, inzwischen ein paar genderneutrale Pronomen wie „ze“ zur Auswahl. Rae Spoon mag lieber „they“ und hat für unseren Artikel die deutsche Version „xier“ abgenickt, die von Anna Heger stammt, aber lange noch nicht etabliert ist. Im Gegensatz übrigens zu Schweden, wo im Frühjahr das erste Kinderbuch in geschlechtsneutraler Sprache erschienen ist und dafür gesorgt hat, dass das neue Pronomen „hen“ in die Nationalenzyklopädie aufgenommen wurde.