DiverserLesen260219

„Proxi“ von Aiki Mira echt nach meinem Geschmack: Hopepunk, tolles Pacing, wenig Redundanz und die Sprache, die Sprache ey. Einige sprechen Euromisch mit Einflüssen vieler Sprachen die heute schon im jugendsprachlichen Deutsch auftauchen. Lohnt sich zu googeln was eins nicht schon kennt.

Zitat:
Bă, bei uns wird nicht gespritzt. Sus, wir gehen hier viele kleine Schritte, um den Planeten wieder etwas mehr spoko, frumii, magniv an Leben zu machen.

Und über n Nebenchara wird in „Proxi“ ohne Pronomen mit neutralen Substantiven gesprochen.

Zitat:
»Assia, Game-Designerx«, stellt Gahda die Person vor. Feine Gesichtszüge, die sich nicht mehr lesen lassen, in denen die roten Bläschen einzigartige Muster bilden.

Und es gibt so viele coole Details, meine zwei Highlights: Leute mit Solarservern die nur gamen wenn die Sonne scheint. Neocarbon-Zerstäuber, die die Knochen, also auch das Rückgrat von Biosynths zerstören, für mich ein Symbol für authoritäre Gleichschaltung.

Foto vom Einband von Proxi - eine Endzeit-Utopie von Aiki Mira beim Tor Verlag. Auf dunkelgrünem Hintergrund der Titel in bunten Großbuchstaben, darüber ein Vogel mit langem Schnabel an grosser Blüte, der sich nach rechts immer mehr in Pixel auflöst.

GanzKurz251216

Eine Arbeitsanleitung um alt Texte zu erstellen, grade solche die Comics beschreiben, ist online. Natürlich als zweiseitiges Comic, dass ein weiteres Comic zitiert. Diese Arbeitsanleitung ist Teil von „Comics Studies x Gender Studies – Schnittmengen von Forschung, Lehre und Praxis“ mit weiteren Comicarbeitsanleitungen und vielen Artikeln. Das lag gestern endlich als Hardcover beim mir im Briefkasten, das E-book lässt sich kostenlos auf der Webseite von De Gruyter herunterladen.

Ausschnitt aus dem Comic "maschinenlesbar".
Text: Digitale Bilder brauchen Beschreibungen damit ihr Inhalt von Screenreadern ausgelesen werden kann.
Abbildung: Eine Person mit Vollbart und Glatze fotografiert eine Poster an einem Baum. Daneben das Bild eines Comicpanel mit weißen Häschen in einer Socialmedia App und ein Flussdiagramm aus Icons:  Ein Icon für Bild, Berge und Sonne, steht neben dem Icon für Text, fünf Linien untereinander. Dazwischen das Wort versus. Vom Bild Icon zeigt ein direkter Pfeil zum Icon für Auge. Vom Icon für Text geht ein Pfeil zum Icon für Screenreader-Software, das wie eine Computer Platine aussieht mit der Bezeichnung daneben. Von hier gibt es zwei weiterführende Pfeile. Einer geht erst zu einem Icon für akustisch, ein Lautsprecher, und dann zum Icon fürs Hören, ein Ohr. Der zweite geht zu einem Icon für Braille, drei Buchstaben in Punktschrift, p, q und r, und dann weiter zum Icon haptisch, zwei Finger nebeneinander.

Buchcover: Auf rotem Grund ein blauer Streifen mit dem Wort Comicstudien und ein weisser Bereich in dessen Mitte eine mit schwarzen dünnen Linien gezeichnete kämpferisch nach üben gereckte Faust mit einem mechanischen Bleistift. Darüber der Text: De Gruyter, Marina Rauchenbacher, Katharina Serles, Naomi Lobnig (Hg.) Comic Studies x Gender Studies - Schnittmengen von Forschung, Lehre und Praxis - Intersections of reasearch, teaching, and practice.