DiverserLesen231223

Wir werden in die wundervolle Welt eines queeren Sommerlagers mitgenommen. Lange Zeit gab es gar keine Sommerlager für Teenager, die Queerness unterstützt haben. Davon zu lesen ließ mich nachholen, was ich so nie hatte. L.C. Rosen schöpft aus seiner eigenen Erfahrung als Teilnehmer und Camp-Councelor und bringt es in eine queeren Kontext, der Fehler und Entwicklung der jungen Menschen zulässt. Ich hab so die Augen gerollt, aber das Ende war dann gut gemacht. HBO Max ist dabei das Buch zu verfilmen, mit Billy Porter in der Regie. Neben nicht binärer Repräsentation, werden im Buch auch binäre trans Menschen super gut und nicht voyeuristisch porträtiert. Eine Nebenfigur hat #PronomenWieXier.
Foto vom Buchdeckel von "Camp - queerfeldein führt auch ein Weg" von L.C. Rosen übersetzt von Julia Schwenk. Der Titel befindet sich als gestickter Patch aus Pailletten auf dem Cover, der Text "Camp" in Gold und darunter zwei Figuren in blau vor einem regenbogenfarbigen Haus. Der zweite Teil vom Titel darüber auf grünem Hintergrund, alles andere unten drunter.

DiverserLesen231201

„Ein göttliches Paar“ von Amalia Zeichnerin ist ein Novelle, die es schafft Emotionen und Erotisches angenehm authentisch zu beschreiben. Das kleine Büchlein mit queerer Fantasy ist wunderbar geeignet zum verschenken und sich gegenseitig vorlesen. Eine der Hauptpersonen ist Semilx ein Wort was eine Mischung aus intersex und nichtbinären Erfahrungen beschreibt soll. Eli benutzt sier/sien und ich konnte mich sehr in sienen Worten wiederfinden und freue mich über die Leichtigkeit mit der sier beschrieben wird. Das Büchlein von 2020 benutzt eine ältere Version der Pronomen. Die kurz darauf veröffentlichte neuere Version von sier, nutzt „sies“ statt „sien“ als Basis für die Possessivpronomen.
Vorderseite des Buches: Ein göttliches Paar, diese Titel in gelben geschwungenen Buchstaben über dem Foto eines kirchlich aussehenden Ganges: ganz hinten ein Metalltor, an den Seiten metallene große Kerzenständer und die Wände aus rot gesprenkeltem Marmor. Unten über dem Bild der Name: Amalia Zeichnerin.

DiverserLesen231127

„Look“ von Luka Holmegaard verbindet Outfitgeschichte mit Literaturzitaten, erzählt skizzenhaft über eine Person mit Burnout und nichtbinärem Coming Out, begleitet Zeit mit Freund und Freundeskreis und analysiert die gesellschaftliche Bedeutung von Bekleidung. Die Übersetzung aus dem Dänischen gendert Substantive mit * und benutzt xier und hen Pronomen. Die zwanzigjährige Person (oft als Frau gelesen) wird kühl, fast male-gaze-ig beschrieben, vielleicht eine Form von Gesellschaftskritik und absichtlich befremdlich.Die literarischen Bezüge, die fast wissenschaftliche Bekleidungsgeschichte und die distanzierte Art zu schreiben machen es interessant. CW für normalisierte Alltagsübergriffigkeit.
Foto des Buchcovers von 'Look', von Luka Holmegaard, bei Weissbooks. Die vier Buchstaben des Titel sehr groß in pink, grün und zwei Blautönen übereinander, im Hintergrund der Stoff eines Hemdes mit Knopflöchern. Der Name oben rechts, und der Verlag unten links.

DiverserLesen231107

„Laylayland“, Science Fiction von Judith und Christian Vogt ist die Fortsetzung von „Wasteland“ und wieder voller Bezüge auf die heutige Gesellschaft und mit #PronomenWieXier: ser/sir wird von 1 Haupt- und 3 Nebencharaktere benutzen ser und die Vorstellung mit Namen/Pronomen ist üblich. Das Buch spielt wie schon der erste Teil in 2064 und es ist faszinierend geschmeidig wie die Covid und seine Auswirkungen eingebaut wurde, auch der Ebene einer weiteren Krankheit. Das Buch ist 2022 erschienen und viel weniger doomig als es thematisch sein könnte.
Buchdeckel von -Laylayland-. Der Titel in großen Buchstaben, darüber kleiner -Judith C. Vogt / Christian Vogt- und darunter -Science Fiction-. Ein Person mit fliegenden dunklen Haaren lehnt an einem altmodischen Motorrad, und blickt über eine kaputte Straße zu einer Hochhaussilhouette  alles in Brauntönen. Ganz unten der Verlag -Plan9-.

DiverserLesen231018

„Das Orakel in der Fremde – Die Chroniken von Beskadur 2“ von @jamessullivan.bsky.social liest sich chronikartig auch wenn sich die Charaktere direkt sprechen und salbungsvoll unterstreicht die Sprache das Fantasy Genre. Niadaris, das Orakel und andere elfische Charaktere benutzt je nach Kontext unterschiedliche Pronomen, unter anderem sier – so cool. Zusätzlich leitet sich ein Pronomen direkt vom Vornamen ab. Aus dem Buch: »Der Traum zeigt den Fluss meines Wesens. Noch ist das Orakel in der Fremde weiblich, doch wenn alles vorbei ist, und erst dann, wird Niadaris das sein, was nia früher war.« Mit dem Pronomen nia folgte Niadaris einer alten elfischen Tradition – so wie Yordowyn.

Cover von "Orakel in der Fremde 2 - Die Chroniken von Beskadur" von James A. Sullivan bei Piper. Unter dem Titel in großen geschwungenen Buchstaben ist in der Ferne ein Schluss und im Vordergrund schemenhaft eine Person mit langem wehenden schwarzen Mantel abgebildet.

Diverserlesen231011

„Wasteland“ von Judith C. Vogt und Christian Vogt, ein Roman der in der ökologischen Postapokalypse spielt. Einige Nebencharaktere benutzten ser-Pronomen, einfach so kein großes Ding draus machend. Es gibt so viele clevere kleine Details die lustig sind, weil sie unsere jetzige Gesellschaft bewerten und Konzept neu einordnen. Der Religionsführer dessen Religion auf dem Internet beruht, der aber schon seit Jahren kein WiFi mehr hat wurschtelt sich so durch. Ein Buch was die Auswirkungen einer zusammengebrochenen globalen Zivilisation auf neurodivergente Leute zeigt, grade auch was es für jene bedeutet, die Medikamente benötigen.

Buchdeckel von -Wasteland-. Der Titel in großen Buchstaben, darüber kleiner -Judith C. Vogt / Christian Vogt- und -Roman-. Ein Person mit fliegenden dunklen Haaren fährt auf einem altmodischen Motorrad, alles in Brauntönen. Ganz unten der Verlag -Knaur-.

DiverserLesen230810

„Bus 57 – Eine wahre Geschichte“ von der Journalistin Dashka Slater ist vom Inhalt her sehr sehr krass, ein anti-queeres Hassverbrechen. Die Übersetzerin Ann Lecker wählte für das engl. singular they sier Pronomen. Derzeit ist es das Buch in dem sier Pronomen mit Abstand am häufigsten benutzt werden weil in der 3.Person über die Hauptperson Sasha mit „sier“ geschrieben wird. Es ist genial so viele Neopronomen zu lesen. Die im engl. neutralen Substantive werden mit * inklusiv übersetzt. Die kurzen Kapitel betrachten Perspektiven einer Vielzahl von Menschen. Beim Lesen muss eins aushalten wie schlecht es Sasha geht und was die Justiz mit dem jungen Täter Richard macht, es ist vielschichtig. Schließlich geht es Neurodivergenz und Identität.Foto des Buchdeckels von "Bus 57" von Dashka Slater bei Loewe. Der Titel riesig weiß auf einer stilisierten roten Flamme, am unteren Bildrand ein schwarze Feuerzeug und drauf der Verlagsname.

DiverserLesen230808

„Schildmaid – das Lied der Skaldin“ von @JudithCVogt und @EisUndDampf habe ich auf meiner Bibliotheks-App gehört und bin geflasht. Ich tauchte fantastisch in der Welt von Menschen auf der Wiking ein, alles umsponnen von mythologischen Wesen und Geschichten. Es begann mit einem Traum, aus dem der Bau eines Drachenschiffes wurde eine nach der anderen stoßen weitere Frauen zu dem großen gemeinsamen Projekt. Auf der Fahrt, in Kämpfen und Raubzügen kommen noch mehr dazu. Oft sind die Gründe dazuzukommen die Flucht vor Gewalt. Die genderfluide Person und die trans Frau auf dem Schiff waren meinem Herzen sowas von am nächsten. Mythologie und fantastischen Geschichten waren für mich direkt mit meiner Lebendsrealität verbunden – wie es ist zu vielen in einem riesenaktivistischen Projekt zu arbeiten.Deckblatt für die Audio-to-go Version von Schildmaid - Das Lied der Skaldin von Judith & Christian Vogt, gelesen von Lydia Herms. Dahinter groß im Bild der aufwendig mit Schlangenlinien verzierte, aus Holz geschnitzte Drachenkopf was an den Bug eines Wikingerschiff gehört.

DiverserLesen230703

Der erste Roman der #PronomenWieXier in der Originalfassung nutzt: „Blind“ von Annette Juretzki. Es hat ganz viel Raumschiffspolitik und Hierarchiegemenge, aber auch viel schwulen Sex. Aber es geht auch um Religion und Sprachen – so genial wie schnell die Hauptperson Sprachen lernt, die Bedeutung von Sprachenmischung und die Übersetzungs-AI sind auch toll. Das Buch erschien 2017 in dt. Sprache. In dem Jahr gab es auch die erste Romanübersetzung und die erste gestreamte Serien mit xier Pronomen.
Deckblatt mit orangeroter Landschaft und einem großen dunklen Himmelskörper hinter dem die Sonne scheint. Text: Annette Juretzki, Blind, Sternenbrand, Band 1.

DiverserLesen230531

Nebencharaktere in der Welt von „Ace in Space“ von @JudithCVogt und @EisUndDampf haben ganz unaufgeregt xier Pronomen und die Anrede Mx. Dieser spannende, realitätsnahe Sci-Fi Roman beleuchtet Zusammenhänge von Kriegshandlungen, Bodenschätzen und Befreiungsbewegungen. Die Bezeichnungen der dortigen Social Media Kanäle sind so witzig und es ist genial wie Bildbeschreibungen visuelle Medien abbilden.
Foto eines Buchdeckels. Die Spielkarte Pik Ass füllt fast das ganze Format. Das Pik Symbol zerfällt an der Spitze in viele kleine Quadrate. Ein wendiges Raumschiff Typ Düsenjäger fliegt in das schwarze des Piksymbols. Darüber prangt der Titel. Die Autor*innen darüber und die Kante außen herum sind türkis.

DiverserLesen230227

„Dies ist mein letztes Lied“ bringt Qui mit jedem Kapitel auf einen anderen Planeten, skizzenhaft erfassen wir immer neue Kontexte. Im Debütbuch von Lena Richter gibt es viele #PronomenWieXier: sier, hen, dey und xier. Ich mochte die Inhaltswarnungen vor jedem Kapitel, wer möchte liest die, sie lassen sich auch einfach überblättern. So viel besser als am Ende des Buches.

Cover des Buches

DiverserLesen220803

Leseempfehlung für das vielschichtige „Mädchen, Frau, etc.“ von BernardineEvaristo. Die einzelnen Kapitel erzählen Lebensgeschichten und nach und nach zeigen sich die Verbindungen zwischen diesen Menschen. Mit verschiedenen Perspektiven bildet das Buch eine große Vielfalt ab: Schwarze (und POC und weiße), queere, feministische, transweibliche, nichtbinäre, klassenbezogene, schönheitsidealisierende, britische, internationale, beziehungsbezogene, … Themen greifen in einander. Die Autorin benutzt sehr realistische und zum Teil gewaltvolle Sprache. Die Kameraführung, ihre Art zu erzählen, steht nie auf der Seite der Gewaltausübenden, sondern kritisiert damit bedacht und gibt sogar Werkzeuge an die Hand Gewalt zu überwinden. Es ist faszinierend, wie sie es schafft bei den Charakteren gleichzeitig deren Tiefe, Brillanz und gute Seiten zu zeigen und schlechtes Verhalten und Fehlschlüsse nicht auszublenden. Das originale they/them wird mit sier/sien Neopronomen übersetzt.

Cover des Buches "Mädchen, Frau, etc." von Bernadine Evaristo, des Tropen Verlages, Bookerpreis 2019. Auf orangenem Hintergrund ist ein Kopf wie ein schwarzer Scherenschnitt zu sehen. Die Person trägt ein lilafarben-helbblau,rotes gemustertes Tuch kunstvoll um den Kopf gewickelt.

DiverserLesen220226

#DiverserLesen Kategorien: 2-autobiografisch 7-aus meinem Bücherschrank. In »Marbles – Mania, Depression, Michelangela, &Me« schreibt die Autorin Ellen Forney ihre grafischen Memoiren, Englisch (auf dt. erhältlich). Es geht um Mentale Gesundheit, dem Leben mit chronischer Erkrankung, Erfolgsdruck und dem Leben als Künstlerin. Das Buch habe ich schon ganz lange im Graphic Novel Bereich meines Bücherschrankes und zum Abschluss der #DiverserLesen Challenge nochmal gelesen.

Handgezeichneter Buchdeckel von 'Marbles

DiverserLesen220222

#DiverserLesen Kategorien: 2-autobiografisch 3-Japanese-American 11-von 1946, »Citizen 13660« von Miné Okubo, Englisch. Die kalifornische Künstlerin hielt ihr Leben nach 1942 in einem US-amerikansiches Internierungslager mit Zeichnungen fest. Erinnerungen/Gedanken und eine Zeichnung auf jeder Seite. Ich habe das Buch auf einem reservierten Platz im allgemeinem Lesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek in München gelesen.
Buchdeckel von 'Citizen 13660' von Miné Okubo, mit einem Aufkleber mit den Zahlen 2014.21324. Das Cover ist rot mit einer schwarzen Tuschezeichnung - ein Selbstporträt der Autorin. Oben kleine der englische Text: 'with a new introduction by Christine Hong'.

DiverserLesen220117

»Quicksand« von Nella Larsen, wieder Harlem Renaissance und auf Librivox gehört. (englisch) #diverserLesen Kat.: 3-Schwarze Autorin 11-1928 veröffentlicht. Der Hauptperson fehlt Rückhalt der weißen und der schwarzen Herkunftsfamilie. Auf der Suche nach dem guten Leben, ändert sie ihren Wohnort und ihre gesellschaftliche Stellung wiederholt. Jede dieser Möglichkeiten wurde von so Menschen dieser Zeit gelebt, aber es passt nicht so gut und lässt nicht genug Raum für die, die sie ist.
Librivox Cover-Bild. Unter dem gezeichneten Kopf einer einer jungen Person mit kinnlangen gelockten Haaren in schwarz-weiß, der Titel Quicksand. Daneben der Name der Autorin: Nella Larsen.