Comic : Lili Fürst – Kinderemigration aus Frankfurt am Main

Hintergrund zum Comic

Die Recherchearbeit für das biografische Comic über die Emigration von Lili Fürst von Frankfurt nach Malmö war spannend und emotional. Ich wusste, dass Lili mit dem Zug gefahren ist und fand heraus, dass sie über Berlin nach Sassnitz fuhr und der Zug auf einem Dampfschiff nach Trelleborg übersetzte. So erreichte sie Malmö. Die Briefe von Lili’s Eltern ließen mich die Eltern-Kind-Beziehung auf Distanz nachspüren. Neben guten Ratschlägen und liebevollen Nachfragen, schwingt zwischen den Zeilen Angst von Entfremdung und die Sehnsucht nach ihrem Kind mit. Die Briefe der Eltern bildeten die Basis für die grafische Biografie von Lili Fürst. Alle Zeichnungen beruhen auf Referenzen der Zeit, aber die Lücken mussten mit Kreativität geschlossen werden.

Zwei Comic-Panel. Das Comic ist in weiß und schwarz auf petrol-farbenen Untergrund gezeichnet und mit pink, schwarz und weiß wie mit Kreide koloriert. Über den Paneln der Text: Lili Fürst, ist eine von sechs Comic-Biografien in der Ausstellung 'Kinderemigration aus Frankfurt'. Daneben: Illi Anna Heger 2021. Panel 1: Ein etwa zehnjähriges Kind mit Spange im halblangen Haar steht neben ihrem Bett im Kinderschafzimmer. Sie sagt: 'Mutti, ich hab' fertig gepackt.' 'Ist dir nicht gut, Lili?' frag diese zurück. 'Mir tut der Bauch weh.' Vor dem Bett steht ein geschlossener großer weißer Koffer und auf Lili's Bauch sind in pinke konzentrische Kreise zu sehen.
Panel 2: Lili steht inmitten vieler Kinder auf dem Bahnhof. Auf dem Bauch wieder die pinken Kreise. Auf einem großen Schild steht 'Utgång' und eine Erwachsene Person liest von einer Liste teils unverständliches: '... Martin Lempert ... ?' Am Rand ein Paar, einer mit schwarzem Hut und eine mit weißem Mantel.

Das Comic ist Teil der Ausstellung „Kinderemigration aus Frankfurt“. Die Ausstellung ist vom 02.09.2021 und bis zum 15.05.2022 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zu sehen. Neben meinem Comic finden sich Comics von Ilknur Kocer, Birgit Weyhe, Sascha Hommer, Hamed Eshrat und Magdalena Kazuba in der Ausstellung sie erzählen aus dem Leben von Renate Adler, Elisabeth Calvelli-Adorno, Josef Einhorn, Karola Ruth Siegel und Liesel Carlebach. Die Leben der Kinder verliefen nach ihrer Flucht sehr unterschiedlich.

Außerdem sind die grafischen Biografien Teil des zweisprachigen Ausstellungskatalog (englisch und deutsch) und können vollständig in der online Ausstellung gelesen werden (deutsch).

Presse zur Ausstellung

Artikel in der FAZ von Tilman Spreckelsen, gedruckt 01.09.2021 und online 02.09.2021 (abgerufen 09.09.2021).
Artikel in der Frankfurter Rundschau von Friederike Bruder, gedruckt 03.09.2021 und online 02.09.2021 (abgerufen 09.09.2021).
Comic Blog Artikel von Alex Jakubowski, auf comic-denkblase.de, 05.09.2021 (abgerufen 10.09.2021).

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