Änderungsliste für die Pronomengrammatik

Teaser ComicZine : Xier packt xiesen KofferDie aktuelle Version ist Pronomen ohne Geschlecht 3.2. Hier werden Änderungsvorschläge und Neuerungen gesammelt, die dann in die nächste Version einfließen sollen. Zum Teil stammen die Änderungen von mir selbst, zum Teil wurden sie von Kommentator_innen angestoßen.

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Personalpronomen : Genitiv

Bisher verwende ich xies anstatt seiner und ihrer. Besser angepasst wäre die Verwendung von xieser.

Possesivpronomen : Nominativ

Bisher verwende ich xieser anstatt sein und ihr. Besser angepasst wäre die Verwendung von xies. Das sollte sich besser in die vorhandenen Sprachgewohnheiten einfügen.

Indefinitpronomen

Das Indefinitpronomen man steht stellvertretend für eine oder mehrere unbestimmte Personen. Dieses Pronomen wird nur im Singular (erster Fall) und im Nominativ (1.Fall) verwendet. Für den Akkusativ (4.Fall) und den (3.Fall) wird das Indefinitpronomen einer verwendet. Man, (irgend)jemand und niemand werden nur für Personen verwendet.

  • Man könnte das mal versuchen.
  • Irgendjemand wird das schaffen.
  • Niemand kann das vorhersehen.

Eine mögliche Alternative wäre iks, wobei die Ausprache des Buchstaben x benutzt wird. Das ist passend wenn wir an x-beliebig oder andere Worte mit dieser Konstruktion denken. Ebenso liessen sich sich (irgend)jehiks und niehiks benutzen.

  • Iks könnte das mal versuchen.
  • Irgendjehiks wird das schaffen.
  • Niehiks kann das vorhersehen.

Ein andere Möglichkeit wäre das Wort eins zu Verwenden.

  • Eins könnte das mal versuchen.

Adjektive

Neben den Pronomen und den Substantiven, beziehen sich auch die Adjektive mit ihren Endungen auf das Geschlecht der beschriebenen Person. Hier können einfach die Endungen des Possesivpronomens ohne Geschlecht das sich auf xier bezieht, verwendet werden. Die Endungen er|es|em|en orientieren sich in simpler Weise an den Fragewörtern des entsprechenden Falls.

  1. Wer schreibt? Dier sorgfältiger Jona schreibt.
  2. Wessen schäme ich mich? Ich schäme mich dies peinliches Peter.
  3. Wem gehört das? Das gehört diem kleinem Sascha.
  4. Wen brauchst du? Du brauchst dien verschwiegenen Sarah.

Bei den Adjektiven klingt es sehr ungewohnt besonders, weil sich die herkömmlichen Pronomen nicht so sehr an den Fragewortendungen orientieren. Aber vielleicht gibt es für die Adjektive in der Zukunft noch bessere Ideen.

Hier noch ein neuer Ansatz der sich auch Kommentardiskussionen mit Hexe ergab:

Bei Adjektiven ist es zum Teil einfach weil sich die männliche und die weibliche Form nicht unterscheiden. Da bleibt es beim bisherigen. Aber im ein paar Fällen zum Beispiel in der Anrede klappt es nicht. Ich mach mal ein paar Vorschläge und freue mich über dein Feedback.

1. Wer?
die nette Karla schreibt – eine nette Frau schreibt
der nette Marek schreibt – ein netter Mann schreibt
dier nette Jona schreibt – ?
Im bestimmten Fall gibt es keine Unterschiede, im unbestimmten schon. Letzteres brauchst du auch für die Anrede. 🙁 Außerdem müssen noch ein/eine angepasst werden. In Briefen benutze ich Alternativen wie „Hallo Jona“.
Wie wärs mit Überkreuzung – ein nette Non-Binary oder eine netter Non-Binary

2. Wessen?
sich der netten Karla schämen – einer netten Frau schämen
sich des netten Marek schämen – eines netten Mannes schämen
sich dies netten Jona schämen – eins netten Non-Binary schämen
Hier sind alle Adjektive gleich, für einer/eines würde ich „eins“ vorschlagen. „Eins“ wird ja auch für „man“ schon ersetzt.

3. Wem?
der netten Karla schmeicheln – einer netten Frau schmeicheln
dem netten Marek schmeicheln – einem netten Mann schmeicheln
diem netten Jona schmeicheln – eins netten Non-Binary schmeicheln
Adjektive eh gleich, „eins“ statt einer/einem

4. Wen?
die nette Karla holen – eine nette Frau holen
den netten Marek holen – einen netten Mann holen
dien nett? Jona holen – ?
Hier gibt es schon in der ersten Spalte Probleme, vielleicht einfach nur „nett“ verwenden. Und in der zweiten Spalte würde ich wieder ne Kreuzung vorschlagen als „eine netten Non-binary holen“ oder „einen nette Non-Binary holen“.

Die grammatikalischen Geschlechter

Die Bezeichnungen Aliudum und Generalium sind aus der Quellensprache Latein falsch gebildet.

  • Aliud ist selbst schon Neutrum Sg. nach der pronominalen Deklination und bildet darum keine “um-Form” (gemäß o-Deklination).
  • Generalium ist die Form für den Genetiv Plural (n./f./m.), die analog richtige Forum ist “Generale” (Neutrum Sg.).

Grammatikalisch richtig sind also die Geschlechter “Femininum, Neutrum, Masculinum, Aliud, Generale” (= alle 1. Fall Neutrum Singular).

Dieser Hinweis stammt von Joachim Losehand. Ich bräuchte Bezeichnungen für die neuen grammatikalischen Geschlechter mit der typischen Endung -um. Vielleicht findet sich da noch was.

Auch von Joachim Losehand stammt der Hinweis, dass es in verschiedenen skandinavischen Sprachen das Utrum gibt. Wikipedia.de:

Das Genus utrum (lat. uter, utra, utrum, ‚einer von beiden‘), kurz Utrum, oder auch Genus commune (lat. communis, commune, ‚gemeinsam‘) ist ein grammatisches Geschlecht (Genus) mit einer gemeinsamen Form für Maskulinum und Femininum.

Es ist zum Beispiel im Dänischen (dort heißt es auch fælleskøn = „gemeinsames Geschlecht“), im Norwegischen (Riksmål/Bokmål), im Schwedischen und im Niederländischen gebräuchlich.

Sakura hat angemerkt, dass die gleichzeitige Verwendung von xier, xieser und dier als allgemeinen und neutralen Fall ungünstig ist. Es bräuchte also einen zusätzlichen Satz Pronomen.

4 Gedanken zu „Änderungsliste für die Pronomengrammatik

  1. Marek sagt:

    Ich finde das tauschen von genitiv und possesiv gut, ich glaube das habe ich intuitiv eh schon so gemacht. Mit den Adjektiven bin ich noch unglücklich weil die damit andere Fallbedeutungen bekommen, was den Nachteil hat dass es wahrscheinlich eher als Fehler wahrgenommen wird wenn man sie so verwendet. Ich hab da auch keine Lösung, vielleicht doch eine neutrale Endung, also trennung von Adjektiv ubd Geschlecht wie im englischen.
    Bei den eher linguistischen Theorieparts bin ich gedanklich nicht mitgekommen ^^;

    • Anna Heger sagt:

      Marek,
      danke für das Feedback. Ich hab jetzt erstmal die Notizen hochgestellt um zu Sammeln, es kommt vielleicht auch nicht alles in die nächste Version, aber der Wechsel von Genitiv und Possessivpronomen auf jeden Fall. : )

  2. Ulli sagt:

    Liebe Anna,
    vorab möchte ich sagen, dass ich von deinen Ansatz, als ich ihm vor einigen Jahren erstmals begegnete, von Anfang an begeistert war. Mir gefiel an diesem so gut, dass die gewählten Formen stark den bisherigen Gepflogenheiten im Deutschen entsprachen und gleichzeitig ein Genus dabei heraus kam, das eindeutig anders als die anderen ist.

    Was die Beugung der Adjektive (adjektivischen Attribute) wie „nett“ in (feminin:) „die nette Studentin“ betrifft, möchte ich anmerken, dass in allen(!) Genera die Grundregel gilt:
    1. Wird ein Attribut von einem gebeugten Artikel/ Artikelwort begleitet, dann wird es -e, -en. -en, -e (Wer?. Wessen?. Wem?, Wen?) gebeugt.
    2. Wird ein Attribut NICHT von einem gebeugten Artikelwort begleitet, so wird es wie ein Artikelwort gebeugt. (Dies betrifft also die Fälle, wo ein Attribut entweder ohne Artikelwort „unterwegs“ ist oder aber dieses nicht gebeugt ist – wie in „ein guter Mann“).

    Beide Regeln gelten für alle Genera! Und von 24 Varianten (= 2 Regeln x 3 Genera x 4 grammatische Fälle), die dabei herauskommen, gibt es lediglich drei Ausnahmen: „den guten Mann“ statt „den gute Mann“, „guten Mannes“ statt „gutes Mannes“ sowie „guten Kindes“ statt „gutes Kindes“.

    Somit sind die eigentlichen Endungen der Adjektive (adjektivischen Attribute) an für sich bereits geschlechtsneutral!

    Angewandt auf dein Konzept eines neuen Genus würde dies bedeuten:
    Mit gebeugtem Artikelwort:
    (Wer?) „dier nette Student*in“, (Wessen?) „dies netten Student*in“, (Wem?) „diem netten Student*in“, (Wen?) „dien nette Student*in“.
    Ohne gebeugtes Artikelwort:
    (Wer?) „netter Student*in“, (Wessen?) „nettes Student*in“, (Wem?) „nettem Student*in“, (Wen?) „netten Student*in“.

    Da nun aber bspw. „nettem Jona“ sehr nach Maskulinum aussieht, wäre es günstiger, wenn die Beugungsendungen der Artikelwörter (zu denen ja auch die Possessivpronomen gehören) von den anderen Genera eindeutig verschieden wären. Dies spricht eigentlich sehr dafür, in deinem Konzept wieder zu -ir, -is, -im, -in zurückzukehren.
    Allerdings lässt sich hiergegen einwenden, dass es nicht üblich ist „nettem Jona“ zu sagen, sondern dabei den Artikel zu verwenden, „diem netten Jona“.
    Und bei „nettem Student*in“ wäre durch das Substantiv klar gekennzeichnet, dass es sich nicht um das Maskulinum oder Neutrum handelt.
    Aber was ist mit „Keiner hat etwas dagegen“, „Keinem ist zu trauen“? Alles doch auch Maskulinum! „Keinir hat etwas dagegen“, „Keinim ist zu trauen“ sind indes eindeutig.
    Ebenso „Angestelltir/ -is/ -im/ -in“ statt „Angestellter/ -es/ -em/ -en“ (= substantivierte Attribute).

    Bei meinen eigenen Überlegungen für ein geschlechtsneutrales Genus (www.ggenus.de) tendiere ich sehr zu einer Substantiv-Endung -ir – als Ersatz für -er („Fahrir“) bzw. -in („Studentir“) -, sodass mir eine Artikelwort-Endung -ir nicht allein wegen deren klanglich-assoziativen Nähe zum (maskulinen/ neutralen) Dativ nicht so gut gefällt. Auch würde ich substantivierten Attributen („Angestellter“) immer die Substantiv-Endung -ir geben wollen (obwohl dies in den anderen Genera nicht so gemacht wird!). Für die Artikelwörter (und somit auch für die Possessivpronomen etc.) tendiere ich dabei im Wer- Fall zu -ee.
    Zwar beruht mein derzeitiger Ansatz sehr auf dem Femininum, aber ich überlege zurzeit, doch wieder zu deinen Endungen zurückzukehren. Mal sehen. Aber -ee im Nominativ würde ich – vermutlich – beibehalten, damit -ir zur Substantiv-Endung werden kann und es das Dativ-Problem nicht gibt.

    Liebe Grüße!

    Ulli

    • Anna Heger sagt:

      Hallo Ulli,
      vielen Dank für die ausführlichen Kommentar. Ich werde mich damit später damit noch ausführlicher beschäftigen. Ich freu mich drauf.
      Anna Heger

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