Minicomic 01 : Der sechste Finger

Hintergrund des Comics

Das erste MiniComic ist eine Illustration eines Zitates von Judith Butler aus ihrem Buch „Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen“ (Suhrkamp, 2009). Das Bild des sechsten Fingers wollte ich schon länger verwenden und dann kam endlich das richtige Zitat. Es gibt viele Minicomics. Unter dem visuellen Comic gibt es eine rein textbasierte Version des Comics, Screenreadable Comic Version

Visuelle Version des Comics

Minicomic 01 : Der sechste Finger, visuelles Comic, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiert

Transkription des Comics in reinen Text

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Der sechste Finger

An verschiedenen Stellen des Comics scheinen Ausschnitte eines Röntgenbildes durch.

„Es hat Vorteile, eingeschränkt intelligibel zu bleiben, wenn die Intelligibilität als das verstanden wird, was infolge der Anerkennung entsprechend der vorherrschenden sozialen Normen produziert wird.“

Die Knochenstruktur einer Hand erscheint vor dem Röntgenbild. Die Hand hat 6 Finger.

„Wenn meine Optionen abstoßend sind, wenn ich kein Begehren habe im Bereich bestimmter Normen erkennbar zu sein,“

Über dem kleinen Finger dieser Hand verweilt ein Brotmesser.

„folgt daraus, dass mein Sinn für Überleben davon abhängt, dem Zugriff dieser Normen zu entkommen, durch die Anerkennung verliehen wird. Es mag durchaus so sein, dass mein Sinn für soziale Zugehörigkeit durch die eingenommene Distanz geschmälert wird, doch diese Entfremdung ist mit Sicherheit einem Sinn für Intelligibilität vorzuziehen,“

Ein große Schere zerschneidet Stoff auf dem das Röntgenbild schimmert.

„der aufgrund von Normen gewonnen wird, die mich nur aus einer anderen Richtung zugrunde richten.“

Die Hand mit den sechs Fingern greift nach einem Stück Seife am Waschbecken.

Der Mensch wäscht sich bedacht und langsam die Hände.

Der Mensch legt die Seife auf den Rand des Waschbeckens.

„Die Fähigkeit, ein kritisches Verhältnis zu diesen Normen zu entwickeln, setzt in der Tat eine Distanz zu ihnen voraus, eine Befähigung, das Bedürfnis nach ihnen aufzuheben oder aufzuschieben, selbst wenn es ein Bedürfnis nach Normen gibt, die einen vielleicht leben lassen. Das kritische Verhältnis hängt auch von der ausnahmslos kollektiven Fähigkeit ab, eine alternative Minderheitenversion für die Aufrechterhaltung von Normen oder Idealen zu artikulieren, die mich handlungsfähig machen.“

Der Mensch hält eine Teetasse mit grünem Tee in der Hand mit einem elegant abgespreizten sechsten kleinen Finger.

Die Hand verweilt vor einem Haustürtouchscreen zum Türöffnen. Der Touchscreen hat die Form einer Hand mit fünf Fingern.

ENDE.

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