Minicomic 16 : Burggeschichte

Hintergrund des Comics

Ich würde gerne sehr viele Comics zu Theorien machen um die Theorien für mich selber besser zu verstehen in dem ich sie in Bildern darstelle. Außerdem um sie mit anderen zu teilen. Ich wollte länger einen Comic über Dekonstruktion machen. Mich in der Metapher auf Gebäude zu beziehen wurde von einem Artikel in „Wer andern einen Brunnen gräbt“ von Mostafa Akhtar inspiriert. Am 18.7.2013 wurde das Comic und seine Transkription als Gastbeitrag auf dem Blog der Mädchenmannschaft veröffentlicht.

Spring zur Screenreadable Comic Version

Visuelle Version des Comics

visuelles Minicomic 16 , das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiert

Transkription des Comics in reinen Text

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Burggeschichte

Hinter einem mit wenigen Strichen gezeichneten kleinen Haus mit rotem Dach ist ein großes Gebüsch.

Zwei weiße Menschen sitzen am Tisch. Auf dem Tisch sind eine leere Espressotasse, Papier und ein Stift. Walburga, die Person mit übereinander geschlagenen Beinen erklärt gestikulierend: „Diskriminierende soziale Strukturen sind als solche konstruiert, …“.

Oskar hat die Hände im Schoß und unterbricht Walburga: „Du, bei diesem Teil steig ich aus! Echt!“.

Auf dem Papier zeichnet Walburga zwei miteinander verbundene Striche gezeichnet.

Nachdem Walburga den Stift hingelegt hat sagt sie: „Stell Dir das mal so vor: das menschliche Zusammenleben ist längst nicht immer so gewesen wie es jetzt ist. Es wurde nach und nach so zusammengebaut = konstruiert.“

Strich um Strich wird die Zeichnung zu einem Quadrat mit dreieckigem Dach erweitert. Es entspricht einer einfachen zweidimensionalen Zeichnung eines Hauses.

Walburga fährt fort: „Ich finde das wichtig, weil es im Kampf gegen Diskriminierung verwendet werden kann. Etwas gebautes, lässt sich umbauen und hat keinen Ewigkeitsanspruch.“

Mit einigen weiteren Strichen fügt Walburga dem Haus die Seitenwände hinzu: „Wenn wir Zustände verändern wollen, überlegen wir, wie wir das machen.“

Oscar erwidert: „Wo sollen wir anfangen?“

Walburga vervollständigt die Zeichnung mit Fenstern, dem Schornstein und einer Tür. „Wie bei einem alten Haus, dessen Bauweise nicht gut ist oder das auf Grund seines Alters gefährlich instabil ist …“ merkt sie noch an.

Die letzte Aussage ist ein Zitat von Mostafa Akhtar in „Wer andern einen Brunnen gräbt…“, Berlin, 2012.

Die Zeichnung des Hause ist jetzt sehr viel umfangreicher. Um das das Haus in eher eine Burg herum ist eine Burganlage aus vielen verschiedenen Gebäuden mit einem Brunnen im Burghof entstanden.

Walburga sagt: „…oder eher wie bei einer Burg, mit Anbauten, mit versteckten Kammern und von undurchschaubarer Stabilität.“

Wieder ist die Burg dargestellt. Zusätzlich wurden mit roten Linien Balken, Räume und Verbindungsgänge in die Gebäude eingezeichnet. Außerdem beschreiben die eingezeichneten Jahreszahlen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940.

Walburga schließt ihre Erklärung mit: „Wenn wir die Geschichte eines Bauwerkes kennen, können wir verstehen welches die tragenden Balken sind. Dekonstruktion ist das Verstehen der Konstruktionen. Aus Verständnis resultiert nicht automatisch eine Veränderung, aber es kann der Anfangspunkt sein.“

Oscar meint: „Darüber muss ich in Ruhe nachdenken. Ich frage mich ob das an Hand einer Burg Sinn macht.“

ENDE.

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