Comic: Unterdruckarchiv

Hintergrund des Comics

In diesem Zine geht es darum, wie ich Unterdrückung verstehe. Ich habe mein Verständnis von Unterdrückung und meine Position in Bezug auf verschiedene Arten von Unterdrückung dargestellt. Ihr seht also einen Ausschnitt aus meinem Interview. So ein Unterdruckarchiv wäre natürlich viel größer. Um die weiteren, aber noch nicht erstellten Interviews zu symbolisieren, habe ich die elf Icons aus der Iconaktion und weitere Icons von Freunden verwendet. Unter dem visuellen Comic gibt es eine rein textbasierte Version des Comics, Screenreadable Comic Version

Visuelle Version des Comics

Comiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiert

Comiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiertComiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiertComiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiertComiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiertComiczine Unterdruckarchiv, das ganze Comic wird im folgenden in reinen Text transkribiert

Transkription des Comics in reinen Text

Seite 1 von 6

Unterdruckarchiv

Eine Hand hält ein Smartphone auf dessen Bildschirm steht „Unterdruckarchiv“.

Zwei weiße Menschen in Jeans, Astrid mit blondem Dutt und Bianka mit braunem Pferdeschwanz, sitzen zusammen auf einer Decke. Astrid zeigt Bianka ihr Smartphone.

Astrid sagt: „Ich habe gestern noch ein weiteres Interview für das Archiv geschnitten.“

Im Netz-Archiv Unter Druck befinden sich Interviews über Unterdrückung aus vielen verschiedenen Perspektiven.

In dem Video spricht eine dritte weiße Person, Chris. Xier hat kurze dunklen Haaren, die ins Gesicht fallen, nur der Oberkörper ist vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Aus dem Hintergrund ertönt die Stimme von Dan: „Was fällt Dir als erstes zu Unterdrückung ein?“

Christ schaut freundlich geradeaus und antwortet: „Menschen profitieren oder leiden unter Unterdrückung auf sehr unterschiedliche Weisen …“ „Und Du?“ hakt Dan nach.

Chris schaut unsicher nach links und berührt mit der Hand den eigenen Hals und erwidert:“Ich profitiere von unterdrückenden Strukturen wenn es, zum Beispiel, um Rassismus oder Klassismus geht.“

Klassismus ist die Abwertung von Menschen auf Grund von, als
niedriger wahrgenommener Arbeit oder niedrigerem formellen Bildungstand.

Chris dreht den Kopf selbstsicher zurück und streckt beim Sprechen die linke Hand nach vorn: „Ich werde durch Sexismus und Heterozentrismus benachteiligt.“

Heterozentrismus ist die strukturelle Benachteiligung von Menschen, die nicht heterosexuell, sondern zum Beispiel lesbisch, schwul oder bisexuell sind.

Seite 2 von 6

Chris streicht sich die Haare aus dem Gesicht und schaut ernst: „Ich will weniger Unterdrückung auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Volleyballverein … Da habe ich ja auch Einfluss den ich nutzen kann. Ich will mehr Gerechtigkeit, deswegen will ich klar haben was Unterdrückung ist. Unterdrückung hat viele Dimensionen. Wenn ich mich mit Sexismus beschäftige, muss ich bedenken, dass ein Teil aller Frauen zusätzlich noch von Rassismus betroffen ist. Umgekehrt wirkt sich Rassismus auf Frauen zum Teil anders aus als auf Männer.“

Die Dimensionen sozialer Ungleichheit sind verwoben. Neben Heterozentrismus, Sexismus, Klassismus und Rassismus gibt es weitere Dimensionen.

Drei linke Hände machen vor einer Filmrolle Zeichen

Die erste Hand zählt „Eins“, der Daumen ist von der Faust weg gestreckt.

Die zweite Hand zählt „Zwei“ und der Zeigefinger kommt zum Daumen dazu. Zwischen Daumen und Zeigefinger sind Linien eingezeichnet als würde sich dort ein Spinnennetz aufspannen.

Die dritte Hand zählt „Drei“ und der Mittelfinger kommt auch noch dazu. Die drei ausgestreckten Finger sind mit Linien in der Art eines komplizierten Spinnennetzes verbunden. Und so weiter. Auf dem Ende der Filmrolle im Hintergrund steht: „Die Dimensionen sind verwoben wie ein Spinnennetz.“

Chris schaut aus dem Filmpanel wie aus einem Fenster. Chris schaut auf xiese Hände, die xier nach unten aus dem Filmpanel mit den Handflächen nach oben hält.

Von xieser rechten Hand gehen zwei Pfeile nach unten, daneben der Text „nach unten geschoben werden“.

Von xieser linken Hand gehen zwei Pfeile nach oben, daneben der Text „sich nach oben schieben lassen“.

Chris fährt fort: „Jede Unterdrückung hat ihre Richtung und ihre Struktur. Wir sind nicht alle-ein-bisschen-von-Sexismus-betroffen. Sexismus richtet sich gegen Frauen. Unterdrückungen bedeuten nicht nur, dass mich-mal-wer-schlecht-behandelt hat. Es geht um Ungerechtigkeiten im Beruf, um Benachteiligung beim Erwachsen-werden und ganz grundsätzlich um die Struktur der Gesellschaft als Ganze.“

Seite 3 von 6

Chris breitet die Arme aus und schaut auf: „Außerdem hat Unterdrückung eine Geschichte – in einer Stadt, in einem Land und auch global. Den Rassismus in Deutschland habe ich begonnen besser zu verstehen, als ich mich mit der deutschen Kolonialzeit beschäftigt habe : dass es eine gab – von wann bis wann sie dauerte – was sich wann zugetragen hat – wer die Menschen waren, die beteiligt waren …“

Wieder erscheint eine Filmrolle. Auf dieser stehen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940.

Chris schaut ernst und zeigt mit dem Finger auf sich selbst:“Und schließlich sind sowohl Privilegien als auch der Widerstand gegen Unterdrückung mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.“

Das Smartphone wird wieder in einer Hand gehalten. Der Daumen drückt den großen Knopf und schaltet das Gerät ab. Der Bildschirm wird immer kleiner bis er schließlich verschwindet.

Astrid und Bianka sitzen noch auf der Decke. Bianka sagt: „Das mit den vier Eckpfeilern, Richtung, Struktur, Dimensionen und Geschichte ist cool und das Positionieren ist schön kurz.“ Astrid macht ein glückliches Gesicht.

Mich Positionieren heißt mir bewusst zu machen wo ich privilegiert bin und wo ich Unterdrückung erfahre.

Seite 4 von 6

Astrid sagt: „Ich habe nur das wichtigste im Video gelassen. Xier hat noch mehr erzählt. Ein guter Gesamteindruck ergibt sich aus der Fülle der Interviews.

Astrid stubst Bianca an und fährt fort: „Wenn Du die fertigen Videos von den anderen Menschen anschauen möchtest, schalte nochmal ein und klicke auf Anfang.“

„Oh ja, zeig her“ ruft Bianca und klickt auf das Startsymbol auf dem Smartphone mit dem Zeigefinger.

Seite 5 von 6

Bianca klickt durch das Archiv und verweilt jeweils nur kurz um zu hören wie sich die einzelnen Menschen vorstellen.

Sol, weiter, Karina, weiter, Paul, weiter, Tanja, weiter, Nils, weiter, Jutta, weiter, Mina, weiter, Carina, weiter, Miri, weiter, Zara, weiter, Marek, weiter,

Seite 6 von 6

Kamila, weiter, Dedee, weiter, Patricia, weiter, Tom, weiter, Melina, weiter, Kati, weiter, Ben, weiter, Tahmineh, weiter, Stefan, weiter, Lillemor, stop.

Einundzwanzig weitere Interviews sind fertig.

Astrid fügt abschliessend hinzu:“Wenn alle neuen Interviews fertig sind, können sie ins Netz.“

ENDE.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.