Pronomen

Hintergrund zu den Pronomen

Pronomen brauchen nicht zwangsläufig ein Geschlecht. Wenn ich im Deutschen über Dritte rede, benutze ich die dritte Person Singular. In diesem grammatikalischen Fall gebe ich das Geschlecht der Person über die ich spreche mit an wenn ich er und sie verwende. Seit 2009 arbeite ich an Pronomen ohne Geschlecht für diesen Fall. Die Form der neuen Pronomen hat sich über die Zeit entwickelt. Das Feedback von Kommentatoren ist eingeflossen. Die älteren Pronomenversionen sind in der Versionenhistorie weiter unten aufgezählt.

Die neuen Pronomen könnten unspezifisch für alle Menschen verwendet werden oder spezifisch für einzelne Menschen, die sich das xier Pronomen wünschen.

Aktuelle Version

Pronomen ohne Geschlecht 4.0

Xier Pronomen Bau Sätzen

Diese Bausätzen sind eine Sammlung von einfachen Beispielsätzen mit xier Pronomen. Ohne die Verwendung von Grammatiktabellen werden die wichtigsten Anwendungsbereiche für Relativ-, Possessiv- und Personalpronomen abgedeckt.

Xier Pronomen in Texten

Mittlerweile werden xier Pronomen in Texten, Kurzgeschichten, Büchern und Filmen verwendet. Xier Pronomen in Texten versammelt Ausschnitte anderer AutorInnen und ÜbersetzerInnen zum rein lesen.

MiniComic 11 : Xier

Das Minicomic 11 wurde schon auf die zukünftige Pronomenversion 4.0 upgedatet. Es gibt die visuelle und textbasierte Variante des Comics. Im Minicomic Xier werden die Personalpronomen an Hand einer Geschichte über Weinbergschnecken und ihren Schneckenhäusern erklärt.

Neuerungen

Eine neue Version der Pronomen ohne Geschlecht ist schon in Arbeit. Bis die fertig ist, werden die möglichen Neuerungen gesammelt. Kommentare und Ideen sind dort sehr willkommen.

Was andere über xier Pronomen schreiben

Eine Liste von Referenzen und Erwähnungen, gedruckt und online zum Thema xier Pronomen.

Historie der Pronomen ohne Geschlecht

Version 4.0

Version 4.0 unterscheidet sich von der Version 3.2 darin, dass der Genitiv der Personalpronomen mit xieser an die Formen der herkömmlichen Pronomen angepasst wurde. Kleine Änderungen bei den Possesivpronomen führen auch zu besserer Passung der Pronomen.

Version 3.2

Version 3.2 ist als Vorbereitung und Begleitheft für den Workshop über Pronomen ohne Geschlecht in Düsseldorf entstanden. Ich habe kleine Korrekturen bei der Aussprache vorgenommen. Die illustrierte und die textbasierte Variante finden sich hintereinander in einem.

Version 3.1

Es geht bei der Version 3.1 vor allem um einen kurzen, konzentrierten verständlichen Text. Es wurden nur kleine Verbesserungen im Vergleich zur vorherigen Version an den Pronomen vorgenommen. Dieser Text ist im Magazin Queerulant_in Nummer 4 erschienen. Queerulant_in erscheint gedruckt auf Papier und online.

Auf dem Blog der Mädchenmannschaft habe ich am 28.5.2013 einen Artikel zu den Pronomen ohne Geschlecht 3.1. veröffentlicht. Dieser wird dort in den Kommentaren auch diskutiert.

Version 3.0

Die Kommentare von Liliane Gross auf dieser Webseite haben mich 2012 überzeugt den Anfangsbuchstaben aller Pronomen von s auf x umzustellen. Den Anfangsbuchstaben der Artikel, beziehungsweise Relativpronomen, habe ich bei d belassen. Weiterhin wurden die Possesivpronomen an die bestehende Grammatik angepasst um sie leichter erlernbar zu machen. Außerdem können die Artikel auch als Relativpronomen benutzt werden. Andere haben das einfach mal gemacht und ich habe die jetzt dazu genommen. Das sind damit die Pronomen ohne Geschlecht 3.0.

Version 2.0

2010 habe ich in Pronomen ohne Geschlecht 2.0 die Personalpronomen, die Possesivpronomen und personenbezogenen Artikel verändert, um die Aussprache einfacher zu lesen zu machen. Außerdem habe ich die Endungen stärker an die Endungen der Fragewörter für alle vier Fälle angepasst. So entstanden die Personalpronomen sier|sies|siem|sien, die verschiedenen Formen des Possesivpronomens sienir und die Artikel dier|dies|diem|dien.

Version 1.0

Die erste Version der geschlechtsneutralen Pronomen, also Pronomen ohne Geschlecht 1.0, ist Anfang 2009 in Zusammenarbeit mit Felix Hill entstanden. Zu der Zeit als wir den ersten Satz Pronomen auf ein Stück Papier geschrieben haben, gab es sowas auf deutsch nicht und es hat uns gefehlt. Wir kannten verschiedene Formen solcher Pronomen schon auf Englisch. Wir wollten endlich auch in der deutschen Sprache genderneutrale Pronomen haben, die mit den vorhandenen genderneutralen Substantiven und Subjekten zu benutzen wären.  So entstanden die Personalpronomen sif|sis|sim|sin, die Possesivpronomen sir|sires|sirem|siren und die Artikel dif|dis|dim|din.

25 Gedanken zu „Pronomen

  1. Dennis sagt:

    Hallo Anna, danke für diese Texte und Anregungen!
    Ich bin über die Science Fiction auf dieses Problem gestoßen: Wie schreibt man über Wesen, für die solche menschlichen Zuschreibungen und Deutungsraster schon deshalb gar nicht gelten, weil die Wesen nicht menschlich, vielleicht nicht binär oder nicht einmal biologisch sind? „DER Roboter???“ Eigentlich hätte es da viel, viel früher auffallen müssen …) Zum ersten Mal habe ich solche Gramatik aber erst im Roman „Diaspora“ von Greg Egan gefunden (1997, deutsch: Heyne, 2000 – „Hie“ …).
    Als ich die richtige Lösung für eine eigene Geschichte suchte, gefiel mir das nicht (mag aber auch am Gewohnheits-Konflikt gelegen haben) und ich habe Deine Version gefunden und übernommen.
    Ergebnis: https://42.merbach.net/vor-der-ernte/
    „Nach der Ernte“ wird in Erstassung dieser Tage fertig werden (auch auf 42.merbach.net). Erste Erfahrungen ansonsten: bei Lesungen echt anstrengend 😉
    Liebe Grüße
    Dennis

    • Anna Heger sagt:

      Gerngeschehen,
      und es ist wohl eine Frage der Übung. Wir haben zu mehreren bei einen existierenden Text beim Vorlesen die Pronomen und zum Teil Substantive geändert. Das ging ganz gut und hatte auch voll einen Effekt wie ein neues Lesen des Textes.
      An die geschlechtliche Zuweisung von Tieren und nichtmenschlichen Wesen hab ich mich gewöhnt. Aber auch dort passen er und sie manchmal einfach nicht in den Text. Meine Pronomen sind denen gewidmet die sich in er und sie nicht wiederfinden, ob sie nun xier verwenden wollen oder was anderes.

  2. Sophia sagt:

    Hallo,

    ich habe als Lehrer folgendes Problem: Ich muss bei neutralen Pronomen auch Lernende mit einer LRS berücksichtigen oder mit Deutsch als Zweitsprache. Einige Gedanken dazu:

    „ie“ ist generall ungünstig, da es schnell wie „ei“ gelesen wird, insbesondere von Menschen, die bisher nur wenig bis gar kein LRS-Training hatten oder sich nie eigenständig eine Ersatzstrategie aneignen konnten.

    xier => sieht aus wie hier
    xies => sieht aus wie dies und wie bereits angesprichen „ich schäme mich seiner/ihrer“ wäre wohl mehr wie xieser, was aussieht wie „dieser“.
    xiem und xien sehen so weit OK aus (abgesehen vom „ie“).

    dier=> ist ein gern gemachter Fehler beim Schreiben von „dir“.
    dies = dies
    diem ist OK
    dien => wird zu dein und damit ebenfalls problematisch.

    Mit einem simplen „i“ wäre schon einiges gewonnen:
    xir/xis/xim/xin und dir(! AAAAH)/dis/dim/din.

    Da wir aber auch Umlaute haben, die es sogar vereinfachen nach Gehör zu schreiben (insbeondere ö und ü) würde ich tatsächlich folgende Schreibung bevorzugen:
    xör/xös/xöm/xön und dör/dös/döm/dön.

    Schade ist jedoch, dass bei diesem Konzept der Inklusionsgedanke verloren geht. Mit 4 Geschlechtern fächern wir weiter auf, obwohl wir dies im Schulsystem gerade bekämpfen wollen. Für Schüler mit Lernschwierigkeiten ist jedes weitere neu aufgeschriebene Pronomen ein neuer grammatikalischer Kampf, besonders wenn noch ein Migrationshintergrund hinzukommt bei dem die Eltern Deutsch schlechter beherrschen als das Kind. Schön wäre es, wie im Türkischen nur ein Pronomen zu haben, dass prinzipiell aber alle umfasst (das Türkische benutzt „o“/onun/ona/onu in der 3. Person singular).

    Ich werde die Pronomen mal in einer Mathematikaufgabe antesten und schauen, welche Debatte mit den Lernenden zu Stande kommt. Ich würde mich freuen, wenn Menschen mit LRS, mehrsprachigem Hintergrund und solche mit Lernschwierigkeiten beim Finden von Pronomen zukünftig Berücksichtigung finden.

    Weiter gutes Gelingen!
    Sophia

    • Anna Heger sagt:

      Hallo Sophia,
      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Zunächst habe ich ‚i‘ statt dem jetzt benutzen ‚ie‘ verwendet. Ich habe gewechselt weil ‚i‘ sowohl lang als auch kurz ausgesprochen werden kann und ‚ie‘ die lange Aussprache klar ist. Danke für die Hinweise zu welchen neuen Problemen das bei LRS führt.

      Deinen Vorschlag den Wortstamm aus ‚xö‘ und ‚dö‘ zu ändern behalte ich im Hinterkopf. Das entscheidende für mich sind bei den neuen Pronomen die Endungen. Der Stamm kann sehr einfach gewechselt werden. Es wird auch in der neuen Edition noch ein paar Änderungen geben bei den Endungen der Possessivpronomen (xies, xiesa, xiesam, xiesan).

      Grundsätzlich braucht es zwei neue Sätze Pronomen, der eine spezifisch für Menschen die sich nichtbinär verorten. (Menschen fehlte genau das bisher). Weiterhin sprichst du die Verwendung von einem Satz Pronomen für alle an, also mit unspezifischer Verwendung. Letzteres könnte dann ausschließlich verwendet werden. Ich selbst wollte jedoch zunächst was fehlte ergänzen und weniger die deutsche Grammatik erneuern. 🙂

      Ich finde es toll das du die Pronomen mit den Lernenden antesten willst. Ich freue mich darauf noch mehr Feedback zu bekommen.

      Liebe Grüße, Anna

  3. Natasha sagt:

    Hallo!
    Ich suche Deutsche Geschlechtsneutraler Pronomen, und ich habe diese Webseite gefunden. Deutsch ist nicht meine Muttersprache; also, ich bin nicht sicher, wie diese pronomen sich deklinieren. Ich verstehe xier, xien, xiem und dier/n/m, aber xies, xieser und xiesen verstehe ich nicht. Im Vergleich mit weiblichen Pronomen, was ist xies, xieser, und xiesen? Danke sehr für Ihre hilfe!

    • Anna Heger sagt:

      Sie geht ins Kino = Xier geht ins Kino
      Ich rufe sie an = Ich rufe xien an

      Sie geht mit ihrer Schwester ins Kino = Xier geht mit xiesem Schwester ins Kino
      Ich rufe ihre Schwester an = Ich rufe xiesen Schwester an

      Ich hoffe das hilft weiter. 🙂

  4. Jojo sagt:

    Liebe Anna, benutzt Du die Pronomen auch im Alltag? Mich würde mal interessieren wie es klingt. Hast Du nicht Lust mal ein paar Sätze aufzunehmen oder ein Video zu machen?
    Viele Grüße, Jojo

    • Anna Heger sagt:

      Ich benutze die Pronomen beim Sprechen, wenn ich über Menschen rede die das Singular they für sich auf English benutzten (Aliudum). Im Deutschen ist das noch nicht so etabliert, da würde ich es jederzeit auf Wunsch machen. In bestimmten Kontexten benutze ich die neuen Pronomen im Generalium. Es gibt Textbeispiele im ComicZine. Das wird so gesprochen wie du es liest. Ich werde keine Audio oder Videoaufnahmen von mir hochstellen.

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