Übersicht : Pronomen ohne Geschlecht

Hintergrund zu den Pronomen

Pronomen brauchen nicht zwangsläufig ein Geschlecht. Die Pronomen »ich«, »du«, »wir« oder »uns« sind geschlechtsneutral. Beim Sprechen über Dritte gebe ich jedoch das Geschlecht bei »er« oder »sie» mit an. Seit 2009 hat sich die Form der Pronomen ohne Geschlecht stetig weiterentwickelt. Das Feedback von Nutzer_innen ist über Kommentare und Diskussionen eingeflossen.

Die Pronomen ohne Geschlecht könnten unspezifisch für Unbekannte, allgemein für alle Menschen oder spezifisch für Einzelne , die sich das xier Pronomen wünschen, verwendet werden. Nichtbinäre Menschen suchen zum Teil ausdrücklich nach einem alternativen Pronomen, andere benutzen ausdrücklich »er« und »sie« Pronomen.

Zitate: Pronomen ohne Geschlecht in Texten und Filmen

Mittlerweile werden »xier« und »sier« Pronomen in Romanen, Kurzgeschichten, Artikeln, Sachbüchern, Filmsynchronisationen und Untertiteln verwendet. Zitate ermöglichen Einblicke in ihre Verwendung durch Autor_innen, Journalist_innen und Übersetzer_innen.

Recherche: Darunter und darüber – »they« Pronomen in Filmen/Serien deutsch übersetzen

Was passiert mit »they« Pronomen in deutschsprachigen Untertiteln und Synchronisierungen? In diesem Artikel geht es um eine Bestandsaufnahme von großen Filmproduktionen und Serien, die »singular they« verwenden und international über Streamingdienste verbreitet werden. Welche unterschiedlichen Ansätze der Übersetzung zeigen sich beim Umgang mit »they« Pronomen?

Aktuelle Version : Pronomen ohne Geschlecht 4.0

Die aktuelle Version der »xier« Pronomen wurde 2020 veröffentlicht. Die Deklination wird mit Beispielen und Grammatiktabellen erklärt. Bis zur nächsten Version werden alle sinnvollen Veränderungen als Neuerungen gesammelt. Kommentare, Feedback zur Benutzung und neue Ideen sind dort sehr willkommen.

Beispiele : Pronomen Bausätze

Die Bausätzen sind eine Sammlung von einfachen Beispielsätzen mit »xier« Pronomen immer im Vergleich zu Sätzen mit »er« und »sie«. Ohne die Verwendung von Grammatiktabellen werden die wichtigsten Anwendungsbereiche für Relativ-, Possessiv- und Personalpronomen abgedeckt.

Comics : »xier« Pronomen und ihre Grammatik

Webcomic : Queer Comic Conversation

In der zweiten Episode der Queer Comic Conversations sprechen ich mit Sam Orchard über Labels und Pronomen in der deutschen und der englischen Sprache.

Comiczine : Xier packt xiesen Koffer

Xier packt xiesen Koffer ist ein Comiczine-Heftchen, zu lesen als reiner Text und als illustriertes Grammatikheft. Das Zine behandelt nicht nur die Grammatik der Version 3.2, sondern beleuchtet auch andere Neopronomen, anderen Sprachen, verschiedene Gründe für die Verwendung von Pronomen ohne Geschlecht und die Wichtigkeit des Respekts der Selbstbezeichnung.

Minicomic 11 : Xier

Minicomic 11 erzählt die Geschichte einer verliebten Weinbergschnecke. Es wurde auf die Pronomenversion 4.0 upgedatet. Für das Comic gibt es eine visuelle und eine rein textbasierte Variante.

Chronologisch : Alle Beiträge kurz oder lang

Alle Blogeinträge zu den Themen Grammatik, Pronomen und Label können chronologisch durchgescrollt werden. Dazu gehören auch Nachrichten aus der Rubrik »ganzkurz«, so kurz sind, dass sie zunächst hier und dann auf verschiedenen Social Media Kanälen gepostet werden.

Historie : Versionen der Pronomen ohne Geschlecht

2009 entstanden die ersten Pronomen ohne Geschlecht, »sif« und seine Deklination. Das Aussehen der Personalpronomen hat sich im Laufe der Zeit verändert. 2010 folgte »sier« mit seiner Deklination. Darauf baute 2012 »xier« auf. Die Artikel, die auch als Relativpronomen funktionieren, haben sich über die Jahre kaum verändert. Die Historie der Pronomen dokumentiert die schrittweisen Veränderungen.

Presse : Erwähnungen der »xier« Pronomen

Die Presseseite dokumentiert die mediale Auseinandersetzung mit den »xier« Pronomen. Die Liste enthält sowohl Erwähnungen in gedruckten Medien und als auch online Veröffentlichungen wie Artikel und auch ausgewählte Tweets.

25 Gedanken zu „Übersicht : Pronomen ohne Geschlecht

  1. Flo sagt:

    Hallo Anna,
    müßte es nicht der Vollständigkeit halber noch Pluralformen bei den Possessivpronomen geben oder habe ich da jetzt einen Denkfehler?
    Also so was wie:
    Xiese Kolleg_innen sind nett. Ich schäme mich xieser Kolleg_Innen. Ich gebe xiesen Kolleg_Innen einen Hinweis. Ich finde xiese Kolleg_innen nett?
    dier Flo

    • Illi Anna Heger sagt:

      Hallo Flo,

      Substantive im Plural unterscheiden sich: Kolleginnen, Kollegen und Kolleg_innen. Die Pronomen sind jedoch immer die gleichen wie bei den beiden herkömmlichen Pronomen im Plural. Du hast das ja in deinem Kommetar gleich auf Kolleg_innen angewendet. So würde ich das auch machen, aber weil es gleich ist, habe ich es nicht extra aufgeführt.

  2. Peep sagt:

    Ich bin ein wenig verwirrt. Mir scheint bei dem was ich lese, dass du eigentlich das zwanghafte Gendern bekämpfen möchtest, Räume schaffen willst, aber warum gibst du dann verschiedene Pronomen für verschiedene Geschlechter an? Wo steht da der Sinn?
    Nur als Erklärung, ich ordne mich in keines der gängigen Geschlechter ein. Dementsprechend hänge ich bei Pronomen oft in der Luft, weil Menschen einen immer als >ersieeswas ich denn nun sei<. Und nur, weil man das gängige Er/Sie/Es ersetzt, macht es das nicht besser. Dann werde ich trotzdem dasselbe gefragt. Das ist unsinnig.
    Es gibt viel brennendere Probleme, gerade was das Thema Gender angeht, aber bei Pronomen ansetzen? Und dann auch noch so?
    Dann kann man sich gleich bei einigen der übrigen Politiker einreihen, die gerne einmal Probleme an den Symptomen und nicht an der Wurzel bekämpfen.

    • Illi Anna Heger sagt:

      Hallo Peep!
      Pronomen ohne Geschlecht haben mir und anderen gefehlt. Deswegen macht deren Existenz viel Sinn für uns. Pronomen zu haben, löst aber nicht automatisch alle anderen Probleme rund um das Thema Gender. Das ist eben nur ein Thema und genau darum geht es auf dieser Blogseite.

      An welcher Stelle siehst Du das „zwanghafte Gendern“? Was genau stört dich daran, ich habe Dir noch nicht ganz folgen können.

      Für mich geht es um zwei wichtige Aspekte: mehr Pronomen für die Selbstbezeichung und ein Pronomen, welches den generischen Maskulin ersetzen könnte.

      Manche Menschen die zwischen den Geschlechtern stehen, wollen für sich ein anderes Pronomen als ‚sie’ und ‚er’ benutzen. Das gilt aber nicht für alle, klar. Das Pronomen ‚xier’ ist ein Möglichkeit und wenn sie Dir nicht sinnvoll erscheint wirst Du sie nicht benutzen. Die Betonung liegt auf -Selbst-bezeichnung.

  3. Illi Anna Heger sagt:

    @ Lia

    Ich würde dich gerne zitieren, weil du die Form und Ausprache von den Pronomen ohne Geschlecht maßgeblich beeinflusst hast. Unter welchem Namen möchtest du zitiert werden?

  4. Illi Anna Heger sagt:

    @ Lia

    Mittlerweile bin ich ziemlich begeistert von xier, xies, xiem, xien. Du hast mich mit den verschiedenen Bedeutungen von x überzeugt. Mir ist jetzt auch aufgefallen wie nah das x am *. * wird eh schon benutzt um Vielfalt und Alternativen zur verordneten Zweigeschlechtlichkeit aufzuzeigen (entsprechend auch der Link zu Persson Perry Baumgartinger und der allererste Link oben).

    Was die Ausprache angeht bin ich ganz angetan von [ks] also [ksiːr], [ksiːz], [ksiːm], [ksiːn]. Sobald ich Zeit habe werde ich Pronomen ohne Geschlecht 3.0 anlegen.

  5. Lia sagt:

    Juhus again..

    Das mit den Personalpronomen kann ich so nicht bestätigen.
    Sier klingt wie ein Zusammenschub von sie und er mit einer dominanz auf sie, weil es als erstes steht.
    Siem und sien hören sich für mich an wie eine verweiblichung der maskulinen Pronomen und nicht wie eine Neutralisierung.
    Xier, xiem und xien würde da ein bisschen Abhilfe schaffen. X für Cross, x für durchgestrichen, x für nicht vorhanden und trotzdem folgt es noch dem deutschen Sprachgefühl.

    Hab übrigends nirgendwo sonst über das Thema gepostet, weil der Artikel hier bis jetzt der einzige ist, den ich finden konnte ^^

    Lia

    • Lia sagt:

      Hmm.. noch ein paar Gedanken ^^

      Die Kombination „es siem“, wie zum Beispiel in „Gib es siem“, kann sehr schnell klingen wie ein „Gib es ihm“.
      Bei einem x-Laut kann es jedem selbst überlassen bleiben, wie start das x betont wird. Es kann ein sanftes x sein, was fast genauso klingt wie siem, aber auch ein scharfes x um es von einem vorgegangenen s deutlich zu unterscheiden. Mit dem x hätte man im obrigen Beispiel keinelei probleme das „xiem“ vom „ihm“ abzugrenzen.

      Lia

      • Lia sagt:

        Juhus..

        dank dir fuer die Antwort, bin mir aber nicht ganz sicher ob mir eure Lösung gefällt.
        Ich finde die Kombination etwas unglücklich, da bei den Personal- und Possesivpronomen immernoch das ’sie‘ überwiegt.
        So rein vom Gefühl her würde ich das ’s‘ durch ein ‚x‘ ersetzen. Es wär ein guter Hinweis auf crossgender und man erhält eine fast ähnlich Aussprache. Durch den schärferen x-Laut wird aber wieder verdeutlicht, dass man sich oder andere eben nicht als ’sie‘ oder ‚er‘ identifiziert.

        Lia

        • Illi Anna Heger sagt:

          Hallo Lia,

          ich finde die Idee mit den ‚x‘ schön. das würde bestimmt auch gut aussehen. Vielleicht hast du ja noch andere Ideen und magst die hier posten. Wenn Du woanders was dazu postest/gepostet hast, würde ich das gerne verlinken.

          Ich denke das die Ausprache beim ’s‘ ist vielleicht doch klarer ist. Ich bin da noch nicht entschieden, weil mir ‚x‘ in seiner Ungewohntheit gut gefällt.

          Vom grammatikalischen her sind die Personalpronomen eher den maskulinen Pronomen ähnlich als den femininen. Wir haben uns ja an den Endungen der Fragewörter orientiert und die entsprechen den maskulinen Pronomenendungen. Daher führt der Anfangsbuchstabe ’s‘ eher zu mehr als zu weniger Gleichgewicht zwischen den zwei herkömmlichen Pronomensätzen.

          (Freue mich über Deine Kommentare)

  6. anette sagt:

    hallo anna,
    neeee… ich muss dir und sarah danken, dass ihr das mit den geschlechtsneutralen pronomen ausgefuchst habt!!! ich kann auch nur schwer glauben, wie wenig sich geschlechtsneutralität in deutscher sprache bisher durchgesetzt hat. immer wenn ich in den usa bin, ist es so toll, wie leute einfach ‚they‘ benutzen, statt mich in die ‚he‘ oder ’she‘ schublade zu stecken und ich so viel weniger über meine geschlechtsidentität nachdenken muss!!! ich hoffe irgendwann ist das mit den pronomen so normal, wie sich auch der unterstrich mittlerweile in manchen kreisen durchgesetzt hat.

    danke also an euch sagt:
    dier anette.

  7. Illi Anna Heger sagt:

    Hallo Jan,

    super dass du unsere Pronomen gut findest. Nach welchen Kriterien hast du die beste Pronomenvariante ausgesucht? Kannst du mir die Links geben für Seiten die du auch recherchiert hast (die ich noch nicht verlinkt habe).

    Die Possesivpronomen sienir, sienis, sienim, sienin beziehen sich nur auf das 4. Geschlecht, welches sich auf Personen und nicht auf Gegenstände bezieht. Genau wie du vorschlägst würde es heißen: sien Gewand, sienes Gewandes, sienem Gewand, sienen Gewand.

    🙂
    Anna

  8. Jan sagt:

    Hallo Anna,
    ich arbeite an einer Übersetzung aus dem Englischen und habe dieses Pronomenproblem. Die hier genannten Formen finde ich schlüssig und überzeugend. Bei einer Sache sehe ich allerdings nicht ganz klar. Ersetzen die Possesivpronomen sienir, sienis, sienim, sienin alle Fälle des grammatikalischen Neutrums (z.B. das Gewand, das Geschlecht u.s.w.) oder beziehen sich diese Formen allein auf das neu eingeführte 4 Geschlecht, dann würde es heißen: sien Gewand, sienes Gewandes, sienem Gewand, sienen Gewand?
    Danke,
    Jan

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