Pronomen

Hintergrund zu den Pronomen

Pronomen brauchen nicht zwangsläufig ein Geschlecht. Wenn ich im Deutschen über Dritte rede, benutze ich die dirtte Person Singular. In diesem grammatikalischen Fall gebe ich das Geschlecht der Person über die ich spreche mit an wenn ich er und sie verwende. Seit 2009 arbeite ich an Pronomen ohne Geschlecht für diesen Fall. Die Form der neuen Pronomen hat sich über die Zeit entwickelt. Das Feedback von Kommentatoren ist eingeflossen. Die älteren Pronomenversionen sind in der Versionenhistorie weiter unten aufgezählt.

Die neuen Pronomen könnten unspezifisch für alle Menschen verwendet werden oder spezifisch für Menschen die keine Männer oder Frauen sind.

Aktuelle Version

Die aktuelle Version 3.2 der Pronomen ohne Geschlecht besteht aus einem Teil in reinem Text mit Hyperlinks und Tooltip-Erklärtexten und aus einer visuellen Version die auf dem Comiczineheftchen basiert.

MiniComic 11 : Xier

Das Minicomic 11 basiert auf einer älteren Pronomenversion 3.0 ist aber weiterhin sehr instruktiv. Es gibt die visuelle und textbasierte Variante des Comics. Im Minicomic Xier werden die Personalpronomen an Hand einer Geschichte über Weinbergschnecken und ihren Schneckenhäusern erklärt.

Neuerungen

Eine neue Version der Pronomen ohne Geschlecht ist schon in Arbeit. Bis die fertig ist, werden die möglichen Neuerungen gesammelt. Kommentare und Ideen sind dort sehr willkommen.

Historie der Pronomen ohne Geschlecht

Version 3.2

Version 3.2 ist als Vorbereitung und Begleitheft für den Workshop über Pronomen ohne Geschlecht in Düsseldorf entstanden. Ich habe kleine Korrekturen bei der Aussprache vorgenommen. Die illustrierte und die textbasierte Variante finden sich hintereinander in einem Blogpost.

Version 3.1

Es geht bei der Version 3.1 vor allem um einen kurzen, konzentrierten verständlichen Text. Es wurden nur kleine Verbesserungen im Verleich zur vorherigen Version an den Pronomen vorgenommen. Dieser Text ist im Magazin Queerulant_in Nummer 4 erschienen. Queerulant_in erscheint gedruckt auf Papier und online.

Auf dem Blog der Mädchenmannschaft habe ich am 28.5.2013 einen Artikel zu den Pronomen ohne Geschlecht 3.1. veröffentlicht. Dieser wird dort in den Kommentaren auch diskutiert.

Version 3.0

Die Kommentare von Liliane Gross auf dieser Webseite haben mich 2012 überzeugt den Anfangsbuchstaben aller Pronomen von s auf x umzustellen. Den Anfangsbuchstaben der Artikel, beziehungsweise Relativpronomen, habe ich bei d belassen. Weiterhin wurden die Possesivpronomen an die bestehende Grammatik angepasst um sie leichter erlernbar zu machen. Außerdem können die Artikel auch als Relativpronomen benutzt werden. Andere haben das einfach mal gemacht und ich habe die jetzt dazu genommen. Das sind damit die Pronomen ohne Geschlecht 3.0.

Version 2.0

2010 habe ich in Pronomen ohne Geschlecht 2.0 die Personalpronomen, die Possesivpronomen und personenbezogenen Artikel verändert, um die Aussprache einfacher zu lesen zu machen. Außerdem habe ich die Endungen stärker an die Endungen der Fragewörter für alle vier Fälle angepasst. So entstanden die Personalpronomen sier|sies|siem|sien, die verschiedenen Formen des Possesivpronomens sienir und die Artikel dier|dies|diem|dien.

Version 1.0

Die erste Version der geschlechtsneutralen Pronomen, also Pronomen ohne Geschlecht 1.0, ist Anfang 2009 in Zusammenarbeit mit Felix Hill entstanden. Zu der Zeit als wir den ersten Satz Pronomen auf ein Stück Papier geschrieben haben, gab es sowas auf deutsch nicht und es hat uns gefehlt. Wir kannten verschiedene Formen solcher Pronomen schon auf Englisch. Wir wollten endlich auch in der deutschen Sprache genderneutrale Pronomen haben, die mit den vorhandenen genderneutralen Substantiven und Subjekten zu benutzen wären.  So entstanden die Personalpronomen sif|sis|sim|sin, die Possesivpronomen sir|sires|sirem|siren und die Artikel dif|dis|dim|din.

25 Gedanken zu „Pronomen

  1. Flo sagt:

    Hallo Anna,
    müßte es nicht der Vollständigkeit halber noch Pluralformen bei den Possessivpronomen geben oder habe ich da jetzt einen Denkfehler?
    Also so was wie:
    Xiese Kolleg_innen sind nett. Ich schäme mich xieser Kolleg_Innen. Ich gebe xiesen Kolleg_Innen einen Hinweis. Ich finde xiese Kolleg_innen nett?
    dier Flo

    • Anna Heger sagt:

      Hallo Flo,

      Substantive im Plural unterscheiden sich: Kolleginnen, Kollegen und Kolleg_innen. Die Pronomen sind jedoch immer die gleichen wie bei den beiden herkömmlichen Pronomen im Plural. Du hast das ja in deinem Kommetar gleich auf Kolleg_innen angewendet. So würde ich das auch machen, aber weil es gleich ist, habe ich es nicht extra aufgeführt.

  2. Peep sagt:

    Ich bin ein wenig verwirrt. Mir scheint bei dem was ich lese, dass du eigentlich das zwanghafte Gendern bekämpfen möchtest, Räume schaffen willst, aber warum gibst du dann verschiedene Pronomen für verschiedene Geschlechter an? Wo steht da der Sinn?
    Nur als Erklärung, ich ordne mich in keines der gängigen Geschlechter ein. Dementsprechend hänge ich bei Pronomen oft in der Luft, weil Menschen einen immer als >ersieeswas ich denn nun sei<. Und nur, weil man das gängige Er/Sie/Es ersetzt, macht es das nicht besser. Dann werde ich trotzdem dasselbe gefragt. Das ist unsinnig.
    Es gibt viel brennendere Probleme, gerade was das Thema Gender angeht, aber bei Pronomen ansetzen? Und dann auch noch so?
    Dann kann man sich gleich bei einigen der übrigen Politiker einreihen, die gerne einmal Probleme an den Symptomen und nicht an der Wurzel bekämpfen.

    • Anna Heger sagt:

      Hallo Peep!
      Pronomen ohne Geschlecht haben mir und anderen gefehlt. Deswegen macht deren Existenz viel Sinn für uns. Pronomen zu haben, löst aber nicht automatisch alle anderen Probleme rund um das Thema Gender. Das ist eben nur ein Thema und genau darum geht es auf dieser Blogseite.

      An welcher Stelle siehst Du das „zwanghafte Gendern“? Was genau stört dich daran, ich habe Dir noch nicht ganz folgen können.

      Für mich geht es um zwei wichtige Aspekte: mehr Pronomen für die Selbstbezeichung und ein Pronomen, welches den generischen Maskulin ersetzen könnte.

      Manche Menschen die zwischen den Geschlechtern stehen, wollen für sich ein anderes Pronomen als ‚sie’ und ‚er’ benutzen. Das gilt aber nicht für alle, klar. Das Pronomen ‚xier’ ist ein Möglichkeit und wenn sie Dir nicht sinnvoll erscheint wirst Du sie nicht benutzen. Die Betonung liegt auf -Selbst-bezeichnung.

  3. annaheger sagt:

    @ Lia

    Ich würde dich gerne zitieren, weil du die Form und Ausprache von den Pronomen ohne Geschlecht maßgeblich beeinflusst hast. Unter welchem Namen möchtest du zitiert werden?

  4. annaheger sagt:

    @ Lia

    Mittlerweile bin ich ziemlich begeistert von xier, xies, xiem, xien. Du hast mich mit den verschiedenen Bedeutungen von x überzeugt. Mir ist jetzt auch aufgefallen wie nah das x am *. * wird eh schon benutzt um Vielfalt und Alternativen zur verordneten Zweigeschlechtlichkeit aufzuzeigen (entsprechend auch der Link zu Persson Perry Baumgartinger und der allererste Link oben).

    Was die Ausprache angeht bin ich ganz angetan von [ks] also [ksiːr], [ksiːz], [ksiːm], [ksiːn]. Sobald ich Zeit habe werde ich Pronomen ohne Geschlecht 3.0 anlegen.

  5. Lia sagt:

    Juhus again..

    Das mit den Personalpronomen kann ich so nicht bestätigen.
    Sier klingt wie ein Zusammenschub von sie und er mit einer dominanz auf sie, weil es als erstes steht.
    Siem und sien hören sich für mich an wie eine verweiblichung der maskulinen Pronomen und nicht wie eine Neutralisierung.
    Xier, xiem und xien würde da ein bisschen Abhilfe schaffen. X für Cross, x für durchgestrichen, x für nicht vorhanden und trotzdem folgt es noch dem deutschen Sprachgefühl.

    Hab übrigends nirgendwo sonst über das Thema gepostet, weil der Artikel hier bis jetzt der einzige ist, den ich finden konnte ^^

    Lia

    • Lia sagt:

      Hmm.. noch ein paar Gedanken ^^

      Die Kombination „es siem“, wie zum Beispiel in „Gib es siem“, kann sehr schnell klingen wie ein „Gib es ihm“.
      Bei einem x-Laut kann es jedem selbst überlassen bleiben, wie start das x betont wird. Es kann ein sanftes x sein, was fast genauso klingt wie siem, aber auch ein scharfes x um es von einem vorgegangenen s deutlich zu unterscheiden. Mit dem x hätte man im obrigen Beispiel keinelei probleme das „xiem“ vom „ihm“ abzugrenzen.

      Lia

      • Lia sagt:

        Juhus..

        dank dir fuer die Antwort, bin mir aber nicht ganz sicher ob mir eure Lösung gefällt.
        Ich finde die Kombination etwas unglücklich, da bei den Personal- und Possesivpronomen immernoch das ’sie‘ überwiegt.
        So rein vom Gefühl her würde ich das ’s‘ durch ein ‚x‘ ersetzen. Es wär ein guter Hinweis auf crossgender und man erhält eine fast ähnlich Aussprache. Durch den schärferen x-Laut wird aber wieder verdeutlicht, dass man sich oder andere eben nicht als ’sie‘ oder ‚er‘ identifiziert.

        Lia

        • annaheger sagt:

          Hallo Lia,

          ich finde die Idee mit den ‚x‘ schön. das würde bestimmt auch gut aussehen. Vielleicht hast du ja noch andere Ideen und magst die hier posten. Wenn Du woanders was dazu postest/gepostet hast, würde ich das gerne verlinken.

          Ich denke das die Ausprache beim ’s‘ ist vielleicht doch klarer ist. Ich bin da noch nicht entschieden, weil mir ‚x‘ in seiner Ungewohntheit gut gefällt.

          Vom grammatikalischen her sind die Personalpronomen eher den maskulinen Pronomen ähnlich als den femininen. Wir haben uns ja an den Endungen der Fragewörter orientiert und die entsprechen den maskulinen Pronomenendungen. Daher führt der Anfangsbuchstabe ’s‘ eher zu mehr als zu weniger Gleichgewicht zwischen den zwei herkömmlichen Pronomensätzen.

          (Freue mich über Deine Kommentare)

  6. anette sagt:

    hallo anna,
    neeee… ich muss dir und sarah danken, dass ihr das mit den geschlechtsneutralen pronomen ausgefuchst habt!!! ich kann auch nur schwer glauben, wie wenig sich geschlechtsneutralität in deutscher sprache bisher durchgesetzt hat. immer wenn ich in den usa bin, ist es so toll, wie leute einfach ‚they‘ benutzen, statt mich in die ‚he‘ oder ’she‘ schublade zu stecken und ich so viel weniger über meine geschlechtsidentität nachdenken muss!!! ich hoffe irgendwann ist das mit den pronomen so normal, wie sich auch der unterstrich mittlerweile in manchen kreisen durchgesetzt hat.

    danke also an euch sagt:
    dier anette.

  7. annaheger sagt:

    Hallo Jan,

    super dass du unsere Pronomen gut findest. Nach welchen Kriterien hast du die beste Pronomenvariante ausgesucht? Kannst du mir die Links geben für Seiten die du auch recherchiert hast (die ich noch nicht verlinkt habe).

    Die Possesivpronomen sienir, sienis, sienim, sienin beziehen sich nur auf das 4. Geschlecht, welches sich auf Personen und nicht auf Gegenstände bezieht. Genau wie du vorschlägst würde es heißen: sien Gewand, sienes Gewandes, sienem Gewand, sienen Gewand.

    🙂
    Anna

  8. Jan sagt:

    Hallo Anna,
    ich arbeite an einer Übersetzung aus dem Englischen und habe dieses Pronomenproblem. Die hier genannten Formen finde ich schlüssig und überzeugend. Bei einer Sache sehe ich allerdings nicht ganz klar. Ersetzen die Possesivpronomen sienir, sienis, sienim, sienin alle Fälle des grammatikalischen Neutrums (z.B. das Gewand, das Geschlecht u.s.w.) oder beziehen sich diese Formen allein auf das neu eingeführte 4 Geschlecht, dann würde es heißen: sien Gewand, sienes Gewandes, sienem Gewand, sienen Gewand?
    Danke,
    Jan

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